Sonntag, 08.12.2019

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Schaumig: Feuerwehr übt im Spielzeugformat

Treuchtlinger Brandschützer betreuen Pilot-Lehrgang mit mobiler Schaumanlage - 22.11.2019 06:04 Uhr

Mit dem Mini-Schaumtrainer simulierten die Einsatzkräfte aus Treuchtlingen, Wettelsheim und Falbenthal den Brand eines Tanklastwagens. © Andreas Seegmüller


Die Theorie vermittelten die beiden Ausbilder des in Treuchtlingen eigens gegründeten Fachbereichs "Schaumtrainer", Martin Schöner und Manuel Müller. Bei den praktischen Übungen ging es anschließend um die vielfältigen taktischen Möglichkeiten für den Löschangriff. Kernstück war dabei eine von der Versicherungskammer Bayern über den Landesfeuerwehrverband gestiftete Miniatur-Schaumübungsanlage.

Die Übungsanlage sieht niedlich aus, ist aber den Treuchtlinger Feuerwehrleuten zufolge beim Training sehr hilfreich. © Andreas Seegmüller


Das mobile Gerät enthält alle für einen Schaumeinsatz nötigen Strahlrohre, Schläuche und Geräte – nur eben in verkleinerter Ausgabe. "Was auf den ersten Blick wie ein Spielzeug aussieht, erfüllt im Übungsdurchgang voll und ganz seinen Zweck", so Kreisbrandmeister Andreas Seegmüller. "Mit einem nur geringen Einsatz von brennbaren Flüssigkeiten können die Ausbilder ein beeindruckendes Szenario aufflammen lassen, das von den Lehrgangsteilnehmern mit wenig Schaummittel unter Kontrolle gebracht wird."

Die Ausbildung ist dadurch laut Seegmüller "ressourcenschonend, umweltgerecht und schließt eine wichtige Lücke im Übungsbetrieb". Denn auch im kleinen Maßstab könne die Schaumübungsanlage dieselben Probleme und Sonderfälle simulieren, die auf die Floriansjünger im realen Einsatz warten. "Für den Ernstfall ist dieser Wissensgewinn ein unschätzbarer Vorteil", ist sich Kreisbrandrat Werner Kastner sicher.

Oft kaum Erfahrung vorhanden

Auch Lehrgangsleiter Martin Schöner ist von der neuen Übungstechnik überzeugt: "Das Üben mit Schaummitteln stellt für die Feuerwehren einen wichtigen, aber immer schwieriger durchzuführenden Teil der Ausbildung dar. In realen Größenverhältnissen lässt sich eine solch umfassende Übung schlicht nicht durchführen", erklärt der Feuerwehrler. Neben dem effizienten Führen des Strahlrohrs, dem Einstellen der Armaturen und dem fachgerechten Erzeugen einer wirkungsvollen Schaumdecke bei unterschiedlichen brennbaren Flüssigkeiten waren auch Umweltaspekte Teil der Ausbildung – insbesondere die Abbaubarkeit der verschiedenen Schaumarten.

Die Teilnehmer des Lehrgangs waren laut Seegmüller am Ende "durchweg begeistert von Umfang und Inhalt der Veranstaltung". Wichtig sei aus ihrer Sicht die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Thema, da Erfahrungen mit Schaum als Sonderlöschmittel bei den Feuerwehrleuten insgesamt kaum vorhanden seien. Durch die umfangreichen Übungsmöglichkeiten und das hautnahe Kennenlernen der Einsatzgrenzen fühlten sich die Wettelsheimer Einsatzkräfte nun aber gut gerüstet für künftige Brandeinsätze.

Im kommenden Jahr sind fünf weitere Termine für die Schaumfortbildung geplant. Sie dauern jeweils von 9 bis 15 Uhr und werden über den Lehrgangskatalog der Kreisbrandinspektion vergeben.

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