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Dienstag, 13.04.2021

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Selbstbestimmt: Hier leben in Treuchtlingen künftig Menschen mit Behinderung

Die Rummelsberger starten ihren Neubau am Brühl - Das neue Wohnangebot soll Ende 2022 fertig sein - 25.03.2021 06:04 Uhr

So soll das neue Wohnheim der Rummelsberger Diakonie von der Straße aus einmal aussehen – Blick in Richtung Stadtmitte und Therme (Westen).

24.03.2021 © Visualisierung: art schneider architekten


Vier Jahre ist die Bedarfsanerkennung her, ein Jahr die Förderzusage und Grundstücksübergabe: Ab April wird am Treuchtlinger Brühl nun das schon lange geplante Wohnheim für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie gebaut. Diese Woche trafen sich Rummelsberger-Dienste-Vorsitzender Karl Schulz, Regionalleiter Dominic Bader, Bewohnervertreterin Marianne Furtner und Treuchtlingens dritter Bürgermeister Hubert Stanka auf dem Gelände zum "Spatenstich".

Hinter dem neuen Wohnangebot der Rummelsberger Diakonie am Treuchtlinger Brühl ist ein großer Garten mit Terrasse geplant.

24.03.2021 © Visualisierung: art schneider architekten


Die baldigen Bewohner ziehen im Zuge der Generalsanierung des "Hauses Altmühltal" von Pappenheim nach Treuchtlingen um. Schon jetzt leben in der Altmühlstadt 15 Menschen mit Behinderung in Außenwohngruppen der Rummelsberger in der Wettelsheimer Straße. Bis zu 24 weitere sollen ab der geplanten Fertigstellung zum Jahresende 2022 am Brühl unterkommen. Sie arbeiten größtenteils in der "Talentschmiede Altmühltal" in der Gstadter Straße und werden von Diakonie-Mitarbeitern rund um die Uhr begleitet.


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Das L-förmige Gebäude entsteht auf Höhe des Kreisverkehrs zur Galgenbuckstraße und grenzt an die Tennisplätze des ESV. Das rund 3000 Quadratmeter große Areal liegt im Überschwemmungsgebiet der Altmühl, soll aber zwecks Barrierefreiheit zur Straße hin ebenerdig werden. Deshalb wird es um bis zu 1,50 Meter aufgefüllt. Der Neubau ist zweistöckig mit Flachdach und öffnet sich L-förmig hin zum Fluss. Davor entstehen ein breiter Grünstreifen, Parkplätze und eine Zufahrt für den Bus, der die Bewohner zur Arbeit bringt.

Eigene Zimmer und Gemeinschaft

Im Innern haben künftig alle 24 Bewohner ein eigenes, zwischen 18 und 20 Quadratmeter großes Zimmer samt Bad. In jeder der vier Wohngruppen gibt es zudem einen gemeinschaftlichen Wohnbereich mit Essbereich und Küche. Hinter dem Haus ist ein großer Garten mit Terrasse geplant. "So lässt sich der unverbaubare Ausblick ins Tal genießen", schreibt die Diakonie in einer Pressemitteilung – ein Ausblick auf Wiesen und Bäume freilich, den die Bewohner der auf der anderen Straßenseite liegenden Mehrfamilienhäuser ihrerseits teilweise verlieren. Ihre Begeisterung hielt sich deshalb schon während der Planung in Grenzen.

Bewohnervertreterin Marianne Furtner, Diakonie-Regionalleiter Dominic Bader, dritter Bürgermeister Hubert Stanka und Dienste-Vorstand Karl Schulz beim Spatenstich am Treuchtlinger Brühl.

24.03.2021 © Patrick Shaw


Der Neubau erweitert die Wohngelegenheiten für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie in Treuchtlingen und Pappenheim von bisher 103 auf 127 Plätze. Sie sollen laut Regionalleiter Dominic Bader "ein breites Angebot für verschiedene Menschen" gewährleisten – ganz im Sinn der UN-Behindertenrechtskonvention, der zufolge die Betroffenen laut Vorstand Karl Schulz stets "die Wahl zwischen einem beschützten und einem selbstbestimmten Leben haben sollen".


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Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf knapp 5,5 Millionen Euro, von denen 3,2 Millionen als Zuschuss vom Freistaat kommen. "Wir hätten uns allerdings eine schnellere Umsetzung gewünscht", räumte Bürgermeister-Stellvertreter Hubert Stanka mit Blick auf den langen Genehmigungsprozess beim Spatenstich ein.

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