Donnerstag, 29.10.2020

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Senefelder-Schule feiert 40-jähriges Bestehen

Politik, Schüler, Lehrer und Ehemalige feierten Treuchtlinger Gesamtschul-Sonderweg - 25.10.2011 07:29 Uhr

„Gemeinsam zum Ziel, zu dritt vereint“, lautet die „Hymne“ der Senefelder-Schule, die Chorklasse, Lehrerchor und Bigband auf das Miteinander der drei Schulzüge anstimmten.

© Leykamm


Das war wohl die wichtigste Botschaft in der mit knapp 300 Gästen gefüllten Mehrzweckhalle der Schule, die seit den 1980-er Jahren als kooperative Gesamtschule firmiert. Die Befürchtung, dass sie dies vielleicht bald nicht mehr in vollem Umfang sein könne, hatten zuvor mehrere Redner anklingen lassen. Doch die Sorge sei unbegründet, versicherte Püls im Namen von Kultusminister Ludwig Spaenle: „Die Zukunft der Schule ist gesichert!“

Und auch die vor zwei Jahren wieder aufgenommene Kooperation mit dem Weißenburger Werner-von-Siemens-Gymnasium werde fortbestehen, ergänzte der Ministerialdirigent – „wenn die Nachfrage groß genug ist“, fügte er allerdings hinzu. So bietet die „Sene“ nach bewährtem Muster auch in ihrem fünften Jahrzehnt ein Komplettpaket an: Mittel- und Realschule sowie Gymnasium unter einem Dach. Damit spiegle sie das dreigliedrige Schulsystem Bayerns im eigenen Mikrokosmos wieder, so Püls.

1971 begann alles mit sechs fünften Klassen. Seither durchliefen fast 9000 Schüler die Einrichtung, in der bis heute 500 Lehrer ihren Dienst taten und tun. Für jedes der 40 Jahre klebte Schulleiter Dr. Johannes Novotný eine Schultüte an die Wand hinter dem Rednerpult.

Die Senefelder-Schule sei „eine Besonderheit im bayerischen Schulsystem“, schloss sich Landrats-Stellvertreter Robert Westphal seinen Vorrednern an. Das kooperative Konzept ermögliche jedem Schüler den passenden Abschluss und erweise sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels als sinnvolle Lösung. „Die Senefelder-Schule ist ein bildungspolitischer Eckpfeiler im Landkreis, auf den nicht mehr verzichtet werden kann“, betonte Westphal.

So sah es auch MdL Gerhard Wägemann, der über 22 Jahre lang Geschäftsführer des Zweckverbands der Senefelder-Schule war, sein politisches Gewicht im Kampf um die Kooperation mit dem Weißenburger Gymnasium in die Waagschale geworfen hatte und sich seiner früheren Wirkungsstätte beim Festakt sehr verbunden zeigte. Sie sei für ihn „völlig unumstritten“, und es sei gut, drei Gymnasien im Landkreis zu haben.

An den 40 Stationen des anschließenden Schulfests zeigten unter anderem kleine Gaukler und Jongleure ihr Können.

© Leykamm


Bis zu den Anfängen zurück blickte Wägemanns Landtagskollegin Christa Naaß. Vor vier Jahrzehnten habe der „Spiegel“ noch die Frage aufgeworfen, ob in der Altmühlstadt nun eine „sozialistische Kaderschmiede“ entstehe. Aber die neuen pädagogischen Konzepte hätten sich in Treuchtlingen bewährt, ebenso wie die Durchlässigkeit der Schulformen.

Den Blick nach vorn richtete Bürgermeister Werner Baum. Er sei stolz auf die Schule, an der derzeit 1300 Schüler aus dem südlichen Landkreis unterrichtet werden. Für die Zukunftsfähigkeit des Hauses sei jedoch die bereits seit Jahren diskutierte Generalsanierung unabdingbar.

Einblicke in die große Zäsur der Umwandlung von einer integrierten, differenzierten in eine kooperative Gesamtschule bot der damalige erste Schulleiter Rudolf Klinger. Als eine der ersten Schülerinnen kam zudem Ilona Deckwerth zu Wort, die heute selbst Lehrerin ist. In ihrer Laufbahn habe sie keine Schule kennengelernt, die auch nur annähernd an den Standard der „Sene“ heranreiche, betonte sie. Die Gesamtschule habe ihr außerdem einst die Chance aufs Abitur gegeben, die sie sonst nicht gehabt hätte.

Realschulleiter Gabriel Lypp bekannte: „Die Schule ist mir ans Herz gewachsen.“ Ähnlich positiv äußerte sich Klaus Fackler, ehemaliger Schüler, dritter Bürgermeister und heute selbst Vater eines Sene-Schülers. Die Schülerinnen Jessica Klischat, Miriam König, Jana Link und Johanna Rösch gaben danach in Bildern und Videos Einblicke ins Schulleben. Zum Schluss sangen Chorklasse und Lehrerchor begleitet von der Bigband das Schullied „Gemeinsam zum Ziel, zu dritt vereint“.

Eine Finanzspritze in Höhe von 3000 Euro für das neue Schulcafé und für einen weiteren Aufenthaltsraum gaben schließlich Sparkasse und -Raiffeisenbank. Dem Festakt schloss sich ein Schulfest mit 40 Stationen an – eine für jedes Lebensjahr der „Sene“.

 

Jürgen Leykamm

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