So könnte das neue Freibad der Altmühltherme aussehen

26.10.2020, 06:01 Uhr
Neben dem verkleinerten Nichtschwimmerbecken (sechseckig) könnten ein Kleinkinderbereich (blauer Punkt) und ein Wasserspielplatz im Freibad der Treuchtlinger Altmühltherme entstehen. Die Liegewiese nördlich der Bürgermeister-Döbler-Allee könnte Parkplätzen weichen.

Neben dem verkleinerten Nichtschwimmerbecken (sechseckig) könnten ein Kleinkinderbereich (blauer Punkt) und ein Wasserspielplatz im Freibad der Treuchtlinger Altmühltherme entstehen. Die Liegewiese nördlich der Bürgermeister-Döbler-Allee könnte Parkplätzen weichen. © Grafik: Altmühltherme

Ein Kinderschwimmbecken enormer Größe, das an manchen Tagen gar nicht genutzt wird. Eine brachliegende Liegewiese mitsamt Volleyballfeld. Und schlimmer noch: bröckelnde Steine im Becken und auf der Tribüne sowie Wasserpfützen, die sich am Beckenrand bilden. Das sei die traurige Realität des Sommerfreibeckens, erklärte Ulrich Schumann, Badleiter der Altmühltherme, zu Beginn bei der jüngsten Sitzung des Werk- und Bäderausschusses des Treuchtlinger Stadtrats. Mehr Rentabilität zu schaffen, heißt für ihn auch, dass ein Großteil der Flächen "in eine Ganzjahresnutzung überführt" werden muss.

In der Vergangenheit haben sich immer wieder Fliesen im Sommerfreibecken gelöst und mussten provisorisch befestigt werden. Die Steintribüne ist ebenfalls in einem schlechten Zustand.

In der Vergangenheit haben sich immer wieder Fliesen im Sommerfreibecken gelöst und mussten provisorisch befestigt werden. Die Steintribüne ist ebenfalls in einem schlechten Zustand. © Altmühltherme

Man habe schon in den vergangenen Jahren festgestellt, dass die Liegewiesen im Außenbereich nur an rund 30 der etwa 120 Tage währenden Freibadsaison stark frequentiert sei. Das Schwimmerbecken sei hingegen den ganzen Sommer gefragt, so Schumann: Täglich kommen die Saisonkartennutzer und ziehen hier ihre Bahnen.

Da diese ein wirtschaftlich wichtiger Kundenstamm sind, fand nun mit 15 Stammgästen eine erste Gesprächsrunde statt. Die Wünsche der Stammgäste und die Ergebnisse der Diskussion übertrug ein Architekt in ein mögliches Freibadkonzept.

Nur 1,50 Meter Wassertiefe

Aufgrund der Konstellation der Gesprächsrunde ist wenig überraschend, dass das 50-Meter-Schwimmerbecken bestehen bleiben soll. In den Erstentwurf wurde die Forderung der Stammgäste nach einem Treppenzugang ins Schwimmerbecken aufgenommen, um den Zugang für ältere Badegäste zu erleichtern. Dieser Aspekt fand in der Ausschusssitzung Zustimmung, allerdings wurde über die Wassertiefe diskutiert.

In der Gesprächsrunde hatten die Stammgäste einer Reduktion der Wassertiefe von bisher rund 1,90 Metern auf 1,45 bis 1,50 Meter grundsätzlich zugestimmt. So viel sei theoretisch ausreichend, erklärte Ulrich Schumann – und auf der anderen Seite mindestens notwendig, damit die "Aquajogger" weiterhin im Freibad trainieren können. Die Startblöcke müssten bei dieser Variante allerdings zurückgebaut werden.

Der Dritte Bürgermeister Hubert Stanka (UFW) stellte daraufhin die Frage, ob man mit dem Rückbau nicht die Vereine vergraulen würde, die zuletzt verstärkt in der Altmühltherme trainierten. Marco Meyer (TBL) machte den Vorschlag, das Schwimmerbecken einseitig mit Startblöcken auszustatten und nur an dieser Stelle zu vertiefen. Diese Variante wird nun in die Kostenberechnungen aufgenommen. Ulrich Schumann wies allerdings darauf hin, dass das Becken dann auf mindestens 15 Metern Länge wieder tiefer sein müsse.

Mehr für die Kinder

Um den Außenbereich für Familien attraktiver zu gestalten, gibt es verschiedene Überlegungen: Zunächst soll das Nichtschwimmerbecken deutlich verkleinert werden und innerhalb der bestehenden Grenzen eine sechseckige Form erhalten. Die derzeit das Becken umgebenden Sträucher würden entfernt und der Bereich stattdessen gefliest. Liegen und Sonnenschirme sollen dann den neu entstandenen Beckenrand säumen, "so wie man es vom Hotelpool kennt", skizzierte Schumann.

Gemäß dem Konzept könnten künftig ein 90 Quadratmeter großer Kleinkinderbereich sowie auf der anderen Beckenseite eine "Breitrutsche" in das dann noch 240 Quadratmeter große Kinderbecken entstehen. Außerdem ist ein Wasserspielplatz mit Fontänen geplant – ähnlich dem begehbaren Brunnen auf dem Wallmüllerplatz, dessen spontane Nutzung als Freibad-Alternative in den vergangenen Sommern immer wieder für Irritationen gesorgt hatte.

Durch diesen Umbau könnten etwa 26 Prozent Wasserfläche eingespart werden, schätzt Ulrich Schumann. In der Diskussion fand eine Beckenverkleidung in Edelstahl die meiste Zustimmung, die laut Schumann eine Lebensdauer von rund 40 Jahren garantieren würde.

Deutlich weniger Liegewiese

Bereits vorhandene Schätzungen gehen für das UmbBauprojekt von Kosten in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro aus. Laut Schumann würde die Beckenverkleinerung – sollte diese letztlich im Werk- und Bäderausschuss beschlossen werden – sogar eine Kosteneinsparung bedeuten: Schließlich würde sich dadurch das Gesamtvolumen reduzieren, und die Betriebskosten würden langfristig sinken – etwa für das Heizen des Wassers, Reinigung und Umwälzung.

Im Ausschuss erklärte Schumann, dass das Badpersonal an heißen Tagen gezielt die Liegewiesen beobachtet habe. Dabei habe sich gezeigt, dass die Wiese auf der anderen Seite (nördlich) der Bürgermeister-Döbler-Allee mitsamt Beachvolleyballfeld kaum noch genutzt wird. Er könne sich daher vorstellen, diese Fläche aufzugeben und in 60 bis 100 weitere Parkplätze umzuwandeln. "An den Wochenenden sind die Parkplätze voll, und das unter Corona-Bedingungen", erklärte er.

Kostenberechnungen bis November

Der Zeitplan für die weiteren Planungen ist straff bemessen: Bis zum November arbeitet das Stuttgarter Bauatelier Haas & Hiesch neue Entwürfe auf Basis der Vorgespräche aus, Mitte November sollen die Kosten berechnet sein und den Ratsmitgliedern in den Wintermonaten vorgelegt werden. Frühestens 2021 könnte die Ausschreibung für das Bauprojekt beginnen.

Im nächsten Sommer soll das "alte" Freibad noch ein letztes Mal im sanierungsbedürftigen Zustand öffnen. Alle Beteiligten hoffen diesbezüglich auf einen milden Winter. Denn dann sei es weniger wahrscheinlich, dass sich erneut Fliesen lösen und auf dem Wasser treiben.

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