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So möchte Treuchtlingen attraktiver für Touristen werden

Rekordzahlen am Reisemobilstellplatz - Ansprache per Newsletter - 10.08.2020 05:56 Uhr

Der Treuchtlinger Reisemobilstellplatz in der Kästleinsmühlenstraße hat im Juli einen Rekord aufgestellt: 4785 Übernachtungen hat es dort innerhalb eines Monats gegeben, so viele wie nie zuvor.

07.08.2020 © Archivfoto: Patrick Shaw


Ein Besucheransturm im Seenland oder Stau auf Wanderwegen im Altmühltal: Viele Menschen verbringen ihren Urlaub heuer daheim. Dass Treuchtlingen dabei in der Mitte zweier Ferienregionen liegt, konnte die Kur- und Touristinformation diesen Juli anhand der Zahlen herauslesen: Seit Eröffnung des Reisemobilstellplatzes 2007 gab es im vergangenen Monat einen Besucherrekord auf dem im vergangenen Jahr erweiterten Platz in der Kästleinsmühlenstraße: 1707 Gäste in 836 Wohnmobilen haben für 4785 Übernachtungen gesorgt.

Ein Lichtblick in einem schwierigen Jahr für den Tourismus. Denn bereits 2019 gingen die Übernachtungszahlen in der Altmühlstadt nach unten, was auch daran liegt, dass ein Teil der Privatvermieter aus Altersgründen aufgehört und niemand aus deren Familie die Nachfolge angetreten hat. Die Leiterin der Kur- und Touristinfo, Stefanie Grucza, hat in der vergangenen Sitzung des Kur-, Kultur-, Tourismus-Ausschusses die Zahlen für das vergangene Jahr vorgestellt.

So hatte es 2019 im gesamten Stadtgebiet 104 952 Übernachtungen gegeben (Vorjahr: 106 206), davon knapp 22 700 in Privatquartieren und etwa 82 200 in gewerblichen Unterkünften. Zu letzteren zählen auch der Reisemobilstellplatz und der Zeltplatz an der Altmühl, an beiden zusammen gab es fast 22 000 Übernachtungen.

Die Übernachtungsgäste lassen auch Geld in der Stadt, der Umsatz wird auf etwa 11 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen gut 300 000 Tagesgäste im vergangenen Jahr, die in den Wirtshäusern gespeist oder bei den Einzelhändlern eingekauft haben. Sie sorgen für rund 8,3 Millionen Euro Umsatz, die Wertschöpfung aus dem Tourismus liegt pro Jahr bei etwa 19,3 Millionen Euro.

Gäste sollen länger bleiben

Auch die Übernachtungsdauer ging zurück, von 3 auf 2,7 Tage. Bis 2017 lag dieser Wert meist immer um die vier Tage. Grucza möchte dem entgegenwirken, in dem es Angebote gibt, die für einen längeren Aufenthalt gedacht sind. Denn viele Touristen sind nur auf der Durchreise in Treuchtlingen, etwa wenn sie auf einem der überregionalen Rad- oder Wanderweg unterwegs sind.

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Um es potentiellen Gästen so einfach wie möglich zu machen, soll es Reisepakete unter einem Motto geben, etwa "Gesund kann jeder". Dort könnte ein Besuch der Therme im Programm enthalten sein, ebenso wie eine Radtour oder Wanderung.

Der Kur- und Touristinfo schwebt außerdem ein Kundenbindungssystem vor, dass die Kunden direkt ansprechen soll. Jeder Gast muss einen Meldeschein mit seiner Anschrift oder E-Mail-Adresse ausfüllen. Stimmen die Besucher zu, kann die Stadt die Daten für die gezielte Vermarktung benutzen.

Aktuelle Infos per E-Mail

So erhalten die Gäste etwa in der Zeit ihres Aufenthalts per E-Mail eine Übersicht mit aktuellen Veranstaltungen (so denn wieder welche stattfinden) oder Hinweise zu gastronomischen Angeboten. Nach ihrem Urlaub könnten sie per E-Mail einen Fragebogen erhalten und der Kur- und Touristinfo eine Rückmeldung geben, wie es ihnen in Treuchtlingen gefallen hat oder was sie verbessern würden.

Doch so manches Verbesserungspotential haben die Touristiker auch schon erkannt, etwa in puncto Wanderwege. Während der coronabedingten Schließungen im Frühjahr wurden zahlreiche Wege auf ihre Beschaffenheit überprüft und gegebenenfalls die Beschilderung ausgetauscht.

Manche Wege sind bereits so in die Jahre gekommen, dass sie komplett abgebaut werden sollen, bis ein neues Konzept steht – etwa der Waldlehrpfad im Heumöderntal. Im Herbst soll es eine einheitliche Beschilderung für Radwege im Landkreis geben. Außerdem ist die Internetseite www.tourismus-treuchtlingen.de überarbeitet worden, damit sich die Gäste besser zurechtfinden.

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Eine Unterstützung erhält die Kur- und Touristinfo dabei vom benachbarten Naturpark Infozentrum, das sich etwa um Führungen kümmert und auch die Menschen ausbildet, die in ihrer Freizeit den Gästen das Altmühltal näher bringen. Nach Angaben der Leiterin des Infozentrums, Marlit Bauch, hat es vergangenes Jahr gut 300 Veranstaltungen gegeben, bei denen 9000 Teilnehmer begrüßt wurden. Darin spielt sicher auch das Jubiläum "150 Jahre Eisenbahn" eine Rolle, das auch thematisch begleitet wurde. Genau diese Themen sind es, die die Verantwortlichen weiter verfolgen möchten, um die Gäste anzulocken.

BENJAMIN HUCK E-Mail

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