Stadtwerke: CD nach wie vor unauffindbar

12.6.2021, 13:25 Uhr
Auf einer CD haben die Stadtwerke die Daten ihrer Photovoltaik-Kunden zum Wirtschaftsprüfer geschickt. Nach wie vor ist der Datenträger verschwunden.

Auf einer CD haben die Stadtwerke die Daten ihrer Photovoltaik-Kunden zum Wirtschaftsprüfer geschickt. Nach wie vor ist der Datenträger verschwunden. © Foto: imago images/Panthermedia

TREUCHTLINGEN - Der Vorfall, der sich bereits vor einigen Wochen zugetragen hat, wurde wie vorgeschrieben der Datenschutz-Aufsicht gemeldet.Und selbstverständlich seien auch alle 720 Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Treuchtlingen angeschrieben und über den Zwischenfall informiert worden.

In den Schreiben an die Stadtwerke-Kunden wurde auch darauf hingewiesen, dass die verschwundenen Datensätze nicht nur wie erforderlich die jeweiligen Strommengen enthielten, sondern auch die jeweiligen Bankverbindungen.

Dabei kann es durchaus von Brisanz sein, wenn kriminellen Personen Kontodaten in die Hände fallen. Dies zeigt unter anderem auch ein Fall, den die Polizei in Schwabach kürzlich zu bearbeiten hatte.

Hier veranlasste ein bislang Unbekannter ein Geldinstitut mittels telefonischem Auftrag, eine Überweisung vorzunehmen, nachdem der Täter zuvor mittels Telefonanruf bei einem Schwabacher unter einem Vorwand sensible Kontodaten und persönliche Angaben ergaunert hatte. Bei dem Anruf gab sich der Unbekannte als Bankmitarbeiter aus und weckte so das Vertrauen des Angerufenen.

Der Fall in Schwabach hatte dann doch ein gutes Ende, denn der Kontoinhaber überprüfte zum Glück nur Minuten nach dem Anruf des Unbekannten seinen Kontostand und bemerkte so die unrechtmäßige Überweisung, die dann auch dank der schnellen Reaktion des Geldinstituts gerade noch rechtzeitig gestoppt werden konnte.

Die Treuchtlinger Stadtwerke haben in dem Schreiben an ihre Photovoltaik-Kunden auch darauf hingewiesen, dass diese als Vorsichtsmaßnahme ihre Kontobewegungen im Auge behalten sollten, damit es nicht zu unrechtmäßigen Abbuchungen kommt, wie Werkleiter Filser im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte.

Zum Verbleib der verschwundenen CD hat man seitens der Stadtwerke zwischenzeitlich einen Nachforschungsauftrag bei der Deutschen Post gestellt. Vorerst scheint fest zu stehen, dass der Datenträger in einem Verteilzentrum der Post abhanden gekommen ist.

Und eine denkbare Variante ist dort nach den Worten von Max Filser, dass bei der Bearbeitung der Sendung von Treuchtlingen Richtung Wirtschaftsprüfer das sogenannte Luftpolster-Kuvert, in dem sich die CD befunden hatte, bei der Bearbeitung von einem Sensor aufgerissen worden und dabei die CD herausgefallen ist. Es erscheint also durchaus möglich, dass die kleine silberfarbene Scheibe wieder auftaucht und sich die Variante Diebstahl in Luft auflöst. Bei der Post hat man nämlich festgestellt, dass auch bereits Kuverts zu Schaden gekommen sind, in dem sich ein Stick als Datenträger befunden hat.

Übermittlung künftig auf elektronischem Weg

Bei den Treuchtlinger Stadtwerken werde man angesichts des unangenehmen Vorfalls auf jeden Fall Konsequenzen ziehen, versichert der Werkleiter. Künftig soll deshalb die erforderliche Weitergabe der Daten der Photovoltaik-Kunden des Versorgungsunternehmens auf elektronischem Weg erfolgen, kündigt Filser an.

Man ziehe dafür entweder eine Datenübertragung via Cloud oder über eine passwortgesicherte sogenannten ZIP-Datei in Erwägung. Eine CD als Übermittlungsweg wolle man jedenfalls nicht mehr nutzen, kündigte der Werkleiter gegenüber unserer Zeitung an.

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