Samstag, 07.12.2019

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Stadtwerke: Strom wird teurer, Gas und Wasser nicht

Monatlicher Grundpreis bleibt gleich, die Kilowattstunde kostet mehr - 14.11.2019 05:58 Uhr

Das neue Schalthaus in der Kästleinsmühlenstraße ist das Herzstück der Treuchtlinger Stromversorgung. Auch wenn der Netzausbau dieses Jahr bei der Preiserhöhung nicht zu Buche schlägt, ist der Unterhalt doch eine ständige Belastung für die Stadtwerke. © Archivfoto: Patrick Shaw


Bei den Treuchtlinger Stadtwerken bleiben die Erdgas- und Wasserpreise im kommenden Jahr konstant. Das hat der Werk- und Bäderausschuss des Stadtrats in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen. Der Strompreis steigt allerdings um netto 1,1 Cent pro Kilowattstunde – das sind im gängigsten Tarif gut 4,6 Prozent mehr.

Die gute Nachricht: Beim Gas garantiert das Kommunalunternehmen der aktuellen Bekanntmachung zufolge Preisstabilität "bis Ende 2020 für alle Produkte". Auch der Wasserpreis ändere sich zum Jahreswechsel nicht. Dieser sei bereits seit 2017 nicht mehr erhöht worden.

Tiefer in die Tasche greifen müssen die Treuchtlinger dagegen beim Strom. Er wird netto (also vor Steuern) um 1,1 Cent pro Kilowattstunde teurer. Im Tarif "Single" (Jahresverbrauch unter 1400 Kilowattstunden) bedeutet dies einschließlich 19 Prozent Steuern einen Anstieg von 30,73 auf 32,03 Cent, im Tarif "Privat" (bis 10 000 Kilowattstunden) von 28,27 auf 29,58 Cent und im Tarif "Profi" (über 10 000 Kilowattstunden) von 27,83 auf 29,14 Cent. Der Öko-Strom der Stadtwerke verteuert sich von 28,87 auf 30,18 Cent.

Der Grundversorgungspreis, den alle Abnehmer zahlen, die keinen Vertrag mit den Stadtwerken haben, steigt von brutto 30,08 auf 31,39 Cent pro Kilowattstunde. Der monatliche Grundpreis bleibt dagegen in allen Tarifen unverändert. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von etwa 3500 Kilowattstunden erhöhen sich die Stromkosten inklusive aller Gebühren auf diese Weise um knapp vier auf gut 95 Euro im Monat.

Hauptgrund für die Erhöhung sind laut Stadtwerke-Chef Max Filser "auf breiter Front gestiegene Beschaffungskosten, bedingt durch die Entwicklung an der Strombörse". Zudem sei die staatliche Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) weiter gestiegen. "Diesen beiden Belastungen können sich die Stadtwerke trotz stabiler Netznutzungsentgelte nicht entziehen", so Filser. "Eine Strompreisanpassung ist daher unumgänglich."

Allerdings liege Treuchtlingen mit dem angekündigten Plus von 1,1 Cent bundesweit "noch im unteren Drittel". Andernorts verteuere sich die Kilowattstunde um bis zu zwei Cent. Auch die nach wie vor drückenden Schulden aus der Übernahme des örtlichen Stromnetzes vor sieben Jahren schlagen bei der Erhöhung laut Filser nicht zu Buche.

Beim Gaskauf konnten die Stadtwerke ihrem Leiter zufolge indes "die günstige Marktsituation nutzen und so die Beschaffungskosten auf dem Niveau des laufenden Jahres halten". Zwar stehe hier 2020 eine Erhöhung der Netzentgelte an (also der Umlage für Betrieb, Wartung und Instandhaltung des Gasnetzes). Diese Zusatzkosten wollen die Stadtwerke aber nach Filsers Worten "durch weitere Einsparungen kompensieren und nicht an die Kunden weitergeben".

InfoAlle Preisblätter für die Strom-, Wasser- und Erdgasversorgung durch die Treuchtlinger Stadtwerke sind im Internet unter www.sw-trl.de zu finden. Fragen beantworten die Mitarbeiter unter Telefon 09142/96 01 10.

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