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Mittwoch, 03.03.2021

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Straßen-Rückbau: Mehr Geld für weniger Asphalt?

In der Bürgermeister-Korn-Straẞe stehen Leitungsarbeiten an. Dabei könnte auch mehr verändert werden - 26.01.2021 06:04 Uhr

Ziemlich breit geht es bislang beiderseits der Verkehrsinsel von der Nürnberger Straße in die Bürgermeister-Korn-Straße am Treuchtlinger Galgenbuck. Dabei beginnt gleich hinter der Norma-Zufahrt (links) das Wohngebiet, dem eine solche „Rennstrecke“ gar nicht guttut.

25.01.2021 © Patrick Shaw


Den oberen Straßenabschnitt südlich der Schwarzfeldstraße haben die Stadtwerke bereits 2019 mit neuen Leitungen versorgt. Nun soll der nördliche Teil bis hinunter zur Nürnberger Straße folgen. Dabei könnte die verhältnismäßig breite und gut einsehbare Fahrbahn so zurückgebaut werden, dass sie eher zu einer 30er-Zone und Wohnstraße passt. Am Brühl und in der Schwarzfeldstraße ist dies schon geschehen.

Konkret könnten in der Bürgermeister-Korn-Straße die Kreuzungsbereiche und insbesondere die breite Einmündung in die Nürnberger Straße deutlich verkleinert werden. "Das verringert die Laufwege für Fußgänger auf der Straße und auch das gefühlt mögliche Tempo", so Bauamtsleiter Jürgen Herbst. Der aktuelle Unterbau der Straße sei ohnehin "nicht der beste".

Parkplätze mit Bremswirkung

Parallel zur Fahrbahn könnten weitere Längsparkplätze entstehen, die wegfallenden Kreuzungsränder könnten "als Gimmick" sogar durch einige Senkrechtparkplätze belegt werden. Dazwischen sehen alle drei vom Bauamt erarbeiteten Varianten auch etwas mehr Grün vor. Die Barrierefreiheit soll in Abstimmung mit dem Behindertenbeirat durch Bordsteinabsenkungen gewährleistet bleiben.

Auch im Bereich der Bürgermeister-Korn-Straße, wo bereits das Wohngebiet beginnt, sind die Kreuzungen ziemlich breit ausgebaut. Hier wäre nach Ansicht des Stadtbauamts Platz für mehr Parkplätze und mehr Grün statt viel Asphalt für Schnellfahrer.

25.01.2021 © Patrick Shaw


Die sofortige Umsetzung der Pläne ist indes nicht angedacht – der Bauausschuss sollte in seiner jüngsten Sitzung lediglich grünes Licht für eine grobe Umbauvariante geben, damit diese dann bei den anstehenden Leitungsarbeiten berücksichtigt werden kann. Er persönlich favorisiere den Rückbau der Kreuzungen – eventuell sogar mit einem leicht gewundenen Fahrbahnverlauf dazwischen, erläuterte Jürgen Herbst. Die Einmündung in die Nürnberger Straße würde er dagegen als Wendemöglichkeit für Lastwagen und aus Kostengründen nicht ändern. "Das Bauamt hätte hier gern eine Richtungsentscheidung", so dessen Leiter.

Alles so lassen und sparen?

Die wollte der Ausschuss jedoch nicht treffen. "Wenn das mehr kostet, sollten wir lieber alles so lassen wie es ist", riet CSU-Fraktionschef Uwe Linss. Zwar wären es nach der Umgestaltung laut Herbst "nicht weniger oder mehr befestigte Flächen, nur an anderer Stelle". Dass dies bei der Wiederherstellung nicht einige Prozent mehr kosten wird, könne er aber nicht garantieren.


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"Der Einmündungsbereich müsste ebenfalls entschärft werden, kaum jemand hält sich an die Tempo-30- Zone", sprach sich Stefan Fischer (SPD) hingegen für einen stärkeren Eingriff aus. Die Mehrkosten dafür ließen sich Herbst zufolge freilich nur merklich senken, wenn die Stadt einen Teil der Parkplätze durch Grünflächen ersetzen würde – was vermutlich den Anwohnern nicht schmecken dürfte.

Ein Beschluss fiel am Ende nicht – der Ausschuss stellte das Thema bis zur nächsten Sitzung am 4. Februar zurück. Dann will das Bauamt konkretere Zahlen zu den Kosten vorlegen. Danach muss es allerdings schnell gehen – sobald es Frühling wird, starten die Stadtwerke mit dem Leitungsbau durch.

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