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Dienstag, 25.06.2019

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Streetfood in Treuchtlingen: Mehlwürmer für Mutige

Reger Andrang beim Imbissbuden-Festival, die exotischeren Genüsse lagen aber nicht allen - 27.05.2019 06:04 Uhr

Heuschrecken und Würmer sind nicht jedermanns Sache. Zwar waren die gebratenen Insekten im ländlichen Treuchtlingen nicht der Renner, der sie in trendigen Metropolen sind – etliche Unerschrockene ließen sich aber auf das kulinarische Abenteuer ein. © Patrick Shaw


Das wohl ungewöhnlichste hat Marco Fischer zu bieten: in Nussöl gebratene Heuschrecken, Grillen und Mehlwürmer auf Salatbett mit Süßsauersoße. "Normalerweise sind wir hier zu dritt und vor dem Stand stehen drei lange Schlangen", erzählt der junge Imbiss-Pionier aus dem niederbayerischen Bischofsmais. In der Altmühlstadt hat er aber sogar allein und bei bestem Wetter Zeit zum Plaudern, während sich die hungrigen Besucher am benachbarten Hamburger-Stand drängen.

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"Dabei sind Insekten viel nahrhafter, gesünder und klimafreundlicher", sinniert der experimentierfreudige Koch, dessen Lust auf Exotisches nicht zuletzt mit seiner Frau Pajizu zusammenhängt, einer Nachfahrin taiwanesischer Ureinwohner. Und tatsächlich: Hat man den ersten Widerwillen überwunden, schmecken die gefriergetrockneten und gerösteten Krabbeltiere gar nicht so schlecht, ein bisschen wie trockene Chips mit Nuss-Note. Das intensivste Aroma haben übrigens die eher unscheinbaren Mehlwürmer. . .

Mehr Mutige zieht gegenüber der Eis-Stand an. Mutige deshalb, weil das süße Gefrorene wahlweise pechschwarz, neonpink oder leuchtend blau ist – und auch Mund und Zunge entsprechend färbt. Aber auch Freunde konventionellerer Imbissgenüsse kommen an den rund zwei Dutzend Ständen mit Schweinebraten und Rippchen vom Spieß, Schaschlik, Spiralkartoffeln, diversen Pommes-Variationen, Waffeln und Mini-Pfannkuchen, Wein, Cocktails und vielem mehr auf ihre Kosten.

Dazu gibt es – anders als bei klassischen Streetfood-Festivals – Sitzgelegenheiten inklusive improvisiertem "Stadtstrand", ein Musik-, Kinder- und Unterhaltungsprogramm sowie sogar eine kleine Autoschau. Proppenvoll ist es auf dem hinteren Festplatz zumindest am Freitagabend noch nicht, gut besucht ist das von einem kommerziellen Veranstalter aus dem Augsburger Raum organisierte "Schlemmerfest" aber durchaus. Nur die Preise sind teils recht gesalzen: Wer zum Burger noch Pommes, ein Getränk und danach etwas Süßes möchte, kommt unter 25 Euro pro Nase nicht heraus.

Viele weitere Fotos gibt es unter www.nordbayern.de/treuchtlingen 

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