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Dienstag, 25.06.2019

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Streuobstwiesen sollen populärer werden

Landschaftspflegeverband Mittelfranken plant mehrere Themenwege im süd-westlichen Landkreis - 18.11.2018 07:19 Uhr

Die alte Kulturform der Streuobstwiese soll durch einen Themenweg um Treuchtlingen wieder stärker in den Fokus rücken. Vor allem Apfelbäume sind beim Streuobst beliebt. © Carmen Jaspersen/dpa


Die Streuobstwiese am Rande eines Dorfes war einst typisch für ganz Franken. Doch nach der Flurbereinigung sind viele Bäume zu Gunsten großer landwirtschaftlicher Flächen verschwunden, zudem ist der Arbeitsaufwand zum Erhalt der einzelnen Bäume größer als etwa in einer Plantage. Rund um Treuchtlingen sind jedoch noch einige Obstbäume erhalten oder wurden sogar wieder angepflanzt, so unlängst geschehen in Bubenheim.

Sieben Etappen

Der LPV möchte den Fokus wieder auf diese Bewirtschaftungsform richten und plant deswegen einen Streuobstweg von Treuchtlingen über Markt Berolzheim, Meinheim, Dittenheim und Gnotzheim. Das Thema hat die Arbeitsgruppe Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) Altmühlfranken vorgeschlagen, Diana Schmidt vom LPV hat den aktuellen Stand des Projekts nun in der jüngs­ten Bauausschusssitzung vorgestellt. Ursprünglich sollte die 30 Kilometer lange Strecke am Treuchtlinger Bahnhof starten und in Gnotzheim enden. Das Problem der Tageswanderung: In Gnotzheim wäre es mit der Unterkunft sowie der Rückkehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig geworden.

Deshalb werden nun sieben Schleifenwege eingerichtet, von denen Treuchtlingen zwei bekommt. Der erste führt vom Bahnhof über den Patrich, Wettelsheim, Bubenheim, den Viersteinberg und den Karlsgraben zum Kurpark und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Der zweite startet ebenfalls am Bahnhof, von dort geht’s nach Wettelsheim und zum Biberbiotop Richtung Windischhausen und wieder zurück. Die fünf bis 13 Kilometer langen Routen sollen auf teils bestehenden Wanderwegen geführt werden.

Außerdem sind unterwegs Hinweistafeln geplant – allerdings nicht zu viele. „Die lesen heutzutage eh nicht mehr viele Menschen“, so Schmidt. Allerdings sollen QR-Codes, die mit einem Smartphone gelesen werden können, die interessierten Wanderer auf zusätzliche Informationen im Internet hinweisen.

Statt mit Schildern möchte der LPV den Weg so oft wie möglich mit Führungen bespielen, damit auch viele Menschen das Angebot wahrnehmen. Wichtig ist dem gemeinnützigen Landschaftspflegeverband, dass die örtliche Gastronomie, Bäckereien und Metzgereien mit ihren regionalen Spezialitäten, sowie die Vereine vor Ort miteinbezogen werden.

Mitsprache für Vereine

Das Naturparkinfozentrum und deren Leiterin Marlit Bauch unterstützen das Vorhaben des LPV, so sollen demnächst auch Naturführer zum Thema Streuobstwiesen ausgebildet werden. Und die örtlichen Obst- und Gartenbauvereine sollen ebenfalls zu Wort kommen.

Für das Vorhaben hat der LPV drei Förderanträge gestellt und auch das Landratsamt mit ins Boot geholt, das sich mit 30 Prozent an den Kosten beteiligt, was nicht selbstverständlich sei, wie Schmidt betont. Konkret bedeutet das für Treuchtlingen Kos­ten von maximal 4800 Euro für den Lehrpfad mit Beschilderung, etwa 200 Euro für 25 neue Obstbäume – wobei die Summe auch steigen kann, je nachdem, wie viele Bäume die Stadt möchte – sowie 1500 Euro für die Netzwerkarbeit, also insgesamt 6500 Euro. 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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