Montag, 23.11.2020

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Teurer Flickenteppich: Wie geht´s mit der Schlesierstraße weiter?

Pläne zu Kanalleitungen müssen nachgereicht werden - Entschluss vertagt - 23.10.2020 06:01 Uhr

Beim Ortstermin an der Schlesierstraße ließ sich der Bauausschuss vom Ingenieurbüro Christoph Kuhn die Unterschiede zwischen Teil- und Vollausbau erklären.

22.10.2020 © Foto: Lidia Piechulek


Etliche Risse zeichnen die Straße, der Deckel des Revisionsschachts hebt sich fünf bis zehn Zentimeter vom Rest des Straßenbelags ab. Der Asphalt in der Schlesierstraße am Treuchtlinger Patrich ist nur an wenigen Stellen eben, zum Bordstein hin fällt er in alle Richtungen ab. Das ist mittlerweile zu einem Problem geworden, das nicht nur ein Schönheitsmakel ist: Bei Starkregen fließt das Wasser direkt in einige der Gärten, die unmittelbar hinter dem Wendehammer am Straßenende beginnen.

Eine dunkle Asphaltpassage markiert die Stellen, an denen die Stadtwerke schon vor gut zwei Jahren aktiv geworden sind. Bei den akuten Sanierungsarbeiten habe man festgestellt, dass der Unterbau in teilweise schlechtem Zustand und die Oberflächen rissig sind. Wasser dringt ein. Aus diesem Grund zog die Stadt zum damaligen Zeitpunkt das Ingenieursbüro Tiefbau Christoph Kuhn hinzu, das nun verschiedene Varianten für einen Ausbau ausgearbeitet hat.

Die "technisch beste Lösung" sei seiner Meinung nach der Vollausbau, erklärte Bauamtsleiter Jürgen Herbst, während der versammelte Bauausschuss den "Flickenteppich" in der Schlesierstraße in Augenschein nahmen. Das Problem: Diese Variante würde mit gut 260.000 Euro zu Buche schlagen. Die Reaktionen der Stadtratsmitglieder zeigten deutlich, dass an einen solchen Betrag angesichts der klammen Kassenlage der Kommune nicht zu denken ist.

Keine Garantie für Reparatur

Die günstigere Variante wäre ein Teilausbau, bei dem das vor zwei Jahren sanierte Teilstück kaum verändert, aber der Unterbau der Schlesierstraße um 15 Zentimeter verstärkt würde. Kostenpunkt: knapp 204.000 Euro. Zu guter Letzt präsentierte Planer Christoph Kuhn den Anwesenden die "Spar-Variante": eine oberflächliche Sanierung der Straßenstruktur. Kuhn machte jedoch deutlich, dass die Baufirma bei dieser Alternative keine Gewährleistung übernehmen werde, denn dort halte man die Maßnahme nicht für den richtigen Weg. Selbst die günstigste Variante würde zudem etwa 186.000 Euro kosten.


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Den Ratsmitgliedern war der Widerwillen gegenüber diesen Plänen in der folgenden Sitzung deutlich anzumerken. So plädierte eingangs Stefan Fischer (SPD) dafür, die Entscheidung zu vertagen. Man müsse zunächst weitere Informationen über die unterhalb der Schlesierstraße befindlichen Kanalleitungen erhalten. Denn müssten diese innerhalb der nächsten zehn Jahre neu gemacht werden, wäre ein Ausbau der Straße zum derzeitigen Zeitpunkt ohnehin nicht sinnvoll.

Hubert Stanka (UFW) merkte an, dass auch berücksichtigt werden müsse, dass die Straße in ihrer gesamten Bauart nicht zeitgemäß sei. Ihm zufolge würde für eine derart wenig genutzte Straße ein einzelner Gehweg vollkommen ausreichen. Statt des zweiten Bürgersteigs könnten ein Blühstreifen entstehen oder die Fahrbahn verbreitert werden.

Lieber später und günstiger

Auf Wunsch der Stadtratsmitglieder stand eine Entscheidung über die drei Ausbauvarianten letztlich nicht auf der Agenda. Stattdessen beauftragte das Gremium das Ingenieurbüro Kuhn damit, günstigere Optionen auszuarbeiten. Unabhängig von optischen Mängeln gelte es insbesondere, den überstehenden Deckel des Revisionsschachts noch vor dem Winter abzusenken sowie die Wasserführung im Wendehammer zu verbessern, so der Tenor der Ausschussmitglieder. Bis Informationen zu den Kanalleitungen vorliegen, wurde eine Entscheidung im Ausschuss zurückgestellt.

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