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Donnerstag, 09.07.2020

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Treuchtlingen bekommt Wohnheim und Behindertenbeirat

Stadtrat billigt Neubau am Brühl, hätte aber gern Fernwärmeanschluss - Beiratsmitglieder gesucht - 22.06.2020 06:04 Uhr

In etwa so soll das neue Behindertenwohnheim am Treuchtlinger Brühl einmal aussehen – oben von der Straße aus, unten die Gartenseite in Richtung Altmühl. © Grafik: Stadt Treuchtlingen / Rummelsberger Dienste


Der L-förmige, zweigeschossige Flachdachbau des neuen Wohnheims am Brühl (auf Höhe der Galgenbuckstraße zwischen den Tennisplätzen des ESV und dem Fußweg zur Stadthalle) hält laut Bauamt alle Festsetzungen des Bebauungsplanes ein. Auch die alten Bäume nördlich der Sportplätze können wie angekündigt stehen bleiben. Das Baugrundstück liegt im Hochwassergebiet der Altmühl, soll aber barrierefrei, also ebenerdig werden. Deshalb wird es um bis zu eineinhalb Meter aufgefüllt.

Der Plan zeigt das neue Wohnheim der Rummelsberger als L-förmigen Bau nördlich der Tennisplätze und südwestlich des Kreisverkehrs. © Grafik: Ermisch & Partner


In die vier betreuten Wohngruppen sollen bis zu 24 Menschen mit Behinderung einziehen, die im Zuge des Umbaus des "Hauses Altmühltal" von Pappenheim nach Treuchtlingen umziehen. Sie sollen auch später am Brühl wohnen bleiben und in den "Altmühltal-Werkstätten" in der Gstadter Straße arbeiten. Schon jetzt leben in der Altmühlstadt etwa 15 Behinderte in Außenwohngruppen der Rummelsberger Diakonie.

Zweiter Bürgermeister Hans König (TBL) bemängelte im Zuge der Genehmigung lediglich, dass der Neubau nicht ans Fernwärmenetz der Altmühltherme angeschlossen wird. Stattdessen hat er eine Gasheizung. Stadtwerke-Chef Max Filser hielt dem entgegen, dass man für den Anschluss des Heims eine eigene Leitung vom Bad zum Brühl bauen müsste. Dies sei "für ein Einzelobjekt nicht wirtschaftlich". Klaus Fackler (UFW) bat dennoch darum, in der Sache nochmals das Gespräch mit den Rummelsbergern zu suchen – was Bürgermeisterin Kristina Becker so auch in den Beschluss aufnahm. Interessant bleibt zudem die Frage, ob die besonderen Schutzbedürfnisse des Behindertenheims auch in der anhaltenden Debatte um den Lärm der benachbarten Freiluftsporthalle eine Rolle spielen werden.

Sprachrohr für alle Treuchtlinger mit Behinderung

Darüber hinaus bekommt die Altmühlstadt bald einen Behindertenbeirat. Dessen Geschäftsordnung hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Eine Gruppe von engagierten Bürgern hat das neue Gremium ins Rollen gebracht. Es soll der Geschäftsordnung zufolge die Maßgaben der UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen, die Interessen behinderter Bürger vertreten, entsprechende Projekte fördern, den Stadtrat beraten und die Bevölkerung für die Belange von Menschen mit Behinderung sensibilisieren. Zu den erklärten Zielen der Gruppe gehören unter anderem mehr Barrierefreiheit in Öffentlichkeit und Behörden, behindertengerechtes Bauen sowie mehr behinderte Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. Der Beirat koste die Stadt nichts, sondern wolle vielmehr sogar „Gelder generieren“.

Fünf bis acht Stimmberechtigte aus der Bevölkerung sollen dem Gremium angehören. Sie müssen ihren Hauptwohnsitz in Treuchtlingen oder einem der Ortsteile haben und sollten möglichst unterschiedliche Formen der Behinderung repräsentieren, wie Christian Früh (UFW) im Stadtrat herausstellte. Dazu kommen bis zu drei Vertreter der örtlichen Sozialverbände, ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung als „Behindertenkoordinator“ sowie Susanna Hartl (SPD) als Integrations- und Gleichstellungsreferentin des Stadtrats. Die Mitglieder werden nicht gewählt, sondern auf die Dauer von drei Jahren berufen und tagen mindestens viermal im Jahr öffentlich.

Interessierte Bürger und Verbände können sich ab sofort bewerben, bereits in der nächsten Sitzung am 23. Juli will der Stadtrat die Beiratsmitglieder dann bestimmen. Besonders wiesen Hartl und CSU-Fraktionschef Uwe Linss darauf hin, dass das neue Gremium eng mit dem Seniorenbeirat und der „Projektgruppe Bürgerhaus“ zusammenarbeiten soll, die das Thema „Behinderung“ bisher begleitet haben. Zudem wünsche man sich gerade auch jüngere Menschen im Beirat.

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