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Treuchtlingen empfing rührige Jugendarbeiter

"Mit Geld nicht zu bezahlen": Ehrenamtspreis des Landkreises für sechs engagierte Personen und zwei erfolgreiche Gruppen - 20.02.2016 07:59 Uhr

Die Träger des diesjährigen Ehrenamtspreises der Jugendarbeit im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Andreas Renger, Manfred Naß, Thea Keil, Werner Krauß, Paul Kerczynski und Philipp Sand (vorn, von links), hier mit Jugendpfleger Dominik Haußner (hinten links) sowie KJR-Chef Matthias Richter und Landrat Gerhard Wägemann (von rechts).

© Patrick Shaw


„Vielseitig, flächendeckend und mit Geld nicht zu bezahlen“ ist die Jugendarbeit in Altmühlfranken nach Worten des Landrats. Dies würdigte Wägemann, indem er unter seinem Hemd das orangene T-Shirt der letztjährigen Aktion „Landkreishelden“ des Kreisjugendrings trug und kurz entblößte. „Die Jugend will sich bei gesellschaftlichen Aufgaben einbringen“, ergänzte Treuchtlingens dritter Bürgermeister Klaus Fackler mit Blick auf die Bedeutung des Ehrenamts bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms – und erntete dafür spontanen Applaus.


Dass Rathauschef Werner Baum nicht im Saal, sondern bei der gleichzeitigen Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu gleichwertigen Lebensverhältnissen im ländlichen Raum war (Bericht folgt), wertete Fackler ebenfalls positiv. Schließlich sei die Jugendarbeit einer der Faktoren, die die junge Generation mit ihrer ländlichen Heimat verbinde. Zwei junge Leute, auf die dies augenscheinlich zutrifft, standen danach als Duo „Oceanside“ aus der Band-Schmiede des Vereins „Eber-Hart“ auf der Bühne.

„Die CSU: konservativ und tolerant im Rahmen ihrer Möglichkeiten“: Comedian Martin Frank nahm in Treuchtlingen spöttisch Landrat Wägemann und MdL Manuel Westphal aufs Korn.

© Patrick Shaw



Dass es dem Kreisjugendring gerade wegen des großen Einsatzes vieler Jugendlicher für die Asylsuchenden diesmal „besonders schwergefallen ist, einzelne Projekte herauszuheben“, betonte KJR-Chef Matthias Richter. Die Träger der acht mit je 200 Euro dotierten Einzel- und der beiden mit je 400 Euro belohnten Gruppenpreise stünden deshalb „stellvertretend für die großartige Arbeit aller im Landkreis in der Jugendarbeit Tätigen“.


Einzelpreis Nummer eins ging an Manfred Naß aus Ellingen. Drei Jahrzehnte lang habe sich der Geehrte im Kaninchenzuchtverein B511 Weißenburg sowie auf Kreis- und Bezirks­ebene als Jugendleiter für den Nachwuchs stark gemacht und dabei „dem abfälligen Spruch von den vermeintlich kleingeistigen Kaninchenzüchtern jede negative Bedeutung genommen“, so Laudator Karlheinz Mößner.


Den zweiten Einzelpreis erhielt Andreas Renger aus Geislohe. Er ist seit 15 Jahren in der Evangelischen Landjugend tätig, davon sieben Jahre im Kreisvorstand sowie von 2012 bis 2015 als Landesvorsitzender. In dieser Zeit habe Renger den Verband als „oft unterschätzte politische Größe“ gestärkt, so Preisredner Frank Schleicher. Die Landjugend helfe jungen Leuten, „ihre Identität zu finden und Verantwortung zu übernehmen“. Dabei vermittle sie „ein Lebensgefühl, das den ländlichen Raum zur Heimat werden lässt“.


Thea Keil aus Stopfenheim ist Preisträgerin Nummer drei, weil sie seit 28 Jahren die Kinderbetreuung in der Sonntagsschule der evangelisch-methodistischen Kirche in Weißenburg organisiert. Dabei stehen für sie christliche Werte und „Herzensbildung“ an erster Stelle, wie Laudator Achim Schubarth erklärte.

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Empfang der Jugendarbeit in Treuchtlingen

„Vielseitig, flächendeckend und mit Geld nicht zu bezahlen“ ist die Jugendarbeit in Altmühlfranken laut Landrat Gerhard Wägemann. In der Treuchtlinger Stadthalle fand heuer zum siebten Mal der „Empfang der Jugendarbeit“ des Landkreises samt Verleihung des Ehrenamtspreises statt. Von Comedian Martin Frank musste sich die Prominenz dabei diesmal einigen Spott gefallen lassen.



Ein örtliches „Urgewächs“ ist Werner Krauß aus Alesheim, dessen Verdienste die zweite Bürgermeisterin Gerda Wenderlein würdigte. Seit zehn Jahren ist Krauß Jugendausbilder im Schützenverein „Frohsinn“ und hat dort drei Nachwuchsteams aufgebaut.


Paul Kerczynski aus Göppersdorf ist längst eine feste Größe im Laufsport des Landkreises. Ihm überreichte Karl-Heinz Oberhuber den Preis für über 20 Jahre an der Spitze von „Arriba Göppersdorf“. Der Verein hat derzeit 95 Mitglieder – 15 mehr als der Ort Einwohner – und habe in der Ära Kerczynski allein 17 Mal den Landkreislauf gewonnen. Im Jugendbereich sei er „eine richtige Talentschmiede“.


Der sechste Einzelpreisträger kommt aus dem Bereich Musik. Philipp Sand aus Ellingen ist seit 2007 Leiter der Ellinger Deutschordenskapelle, gibt Schnupperunterricht in den benachbarten Grundschulen und hat dort vor fünf Jahren die Bläserklassen eingeführt. Darüber hinaus leitet Sand, der „nebenher“ Polizist ist, den katholischen Kirchenchor und spielt selbst ein halbes Dutzend Instrumente.


Als Gruppe ehrte der Landkreis die Jugendfeuerwehr Weißenburg für ihre Nachwuchsarbeit.

© Patrick Shaw


Als Gruppe nahm die Weißenburger Jugendfeuerwehr den Ehrenamtspreis in Empfang. Die jungen Brandschützer zeichnen sich seit der Gründung vor 24 Jahren als sehr aktive Gruppe aus, deren Programm in der Region seinesgleichen sucht. Ob Brandschutzwoche oder Kirchweihumzug, Moscheebesuch oder Bollerwagen-Bau – an Aktivitäten für den Nachwuchs mangelt es bei der Wehr nicht.


Die Solnhofener „Kirchweihbären“, hier zusammen mit Bürgermeister Manfred Schneider und Landrat Wägemann, erhielten den Ehrenamtspreis für die eigenverantwortliche Renovierung und den Betrieb des Jugendzentrums im örtlichen Sportheim.

© Patrick Shaw


Das gilt schließlich auch für die „Kirchweihbären“ aus Solnhofen, die Rathauschef Manfred Schneider vorstellte. Die Gemeinde habe die 20 jungen Erwachsenen für den Preis vorgeschlagen, nachdem diese in über 900 Stunden ehrenamtlicher Arbeit das komplette Jugendzentrum im alten Sportheim renoviert hatten. Sogar die Möbel hatten die „Bären“ selbst gezimmert und dem Gemeinderat ein eigenes Betriebskonzept vorgelegt.


Die Lachmuskeln der Gäste hielt abschließend Comedian Martin Frank auf Trab. Er plauderte aus dem Nähkästchen eines niederbayerischen Landeis, sang mit dem Publikum Mundart-Arien und hatte schnell Landrat Wägemann und MdL Manuel Westphal auf dem Kieker, denen er allerlei Schlüpfrigkeiten unterstellte. Die politische Heimat der beiden kommentierte er süffisant: „Die CSU – konservativ und tolerant im Rahmen ihrer Möglichkeiten.“

Patrick Shaw

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