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Treuchtlingen: Erstmals Corona-Mutation bestätigt

Eine Frau wurde positiv auf den "südafrikanischen" Virustyp getestet - 05.02.2021 11:18 Uhr

Die neuen Corona-Varianten sind ansteckender als der ursprüngliche Erreger. Ihre frühzeitige Erkennung ist entscheidend für die Eindämmung, die Testauswertung in den Laboren dauert jedoch mehrere Tage.

15.01.2021 © Alissa Eckert;Dan Higgins, dpa


Ein weiteres Familienmitglied der Frau sei ebenfalls positiv auf den veränderten Covid-Erreger getestet worden, so Pressesprecherin Claudia Wagner. Bei dieser Person stehe die Bestimmung des exakten Virustyps aber noch aus – die nötige DNA-Sequenzierung sei in Auftrag gegeben.

Die gesamte Familie der von der Mutation betroffenen Frau befindet sich laut Landratsamt in häuslicher Quarantäne. Einen direkten Bezug zu einem Heim, einer Schule oder einer sonstigen öffentlichen Einrichtung gebe es bislang nicht. Weitere Ermittlungen zur Quelle der Infektion und zu möglichen Kontaktpersonen seien derzeit noch im Gange.


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Die N501Y-Variante des Coronavirus wurde kürzlich erstmals in Südafrika entdeckt und gilt – ebenso wie die "britische" Mutation B.1.1.7 – als deutlich ansteckender als der bisher grassierende Erreger. Im Großraum Nürnberg häuften sich in den vergangenen Tagen die Verdachtsfälle beider Varianten – bestätigt ist aktuell ein gutes Dutzend. In mehreren Heimen fanden Reihentests statt. Identifizieren lassen sich die mutierten Virus-Varianten nur mit speziellen PCR-Tests, die unter anderem das Fürther Klinikum und die Uniklinik in Erlangen durchführen.

Bestimmung dauert sehr lang

Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, dass insbesondere die dynamische Verbreitung der „britischen“ und der „südafrikanischen“ Varianten besorgniserregend sei. Die leichtere Übertragbarkeit könne das Gesundheitssystem an seine Grenzen bringen. Mit der Bewertung der Mutationen müsse man indes vorsichtig sein: Es gebe Tausende Subtypen, und anhand der Genstruktur könne man noch wenig zu Infektiosität, Übertragbarkeit, Pathogenität sowie Auswirkungen auf Therapie und Impfung sagen. Dafür bedürfe es weiterer Untersuchungen.


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Die hohen Ansteckungsraten erschweren allerdings die Rückverfolgung der Infektionsketten, denn die aufwändige Gesamtgenom-Sequenzierung zur Bestimmung der exakten Mutation dauert bis zu zwei Wochen. Dafür arbeiten Kliniken und Testzentren mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim und externen Laboren wie dem Weidener Labordienstleister Synlab zusammen.

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