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Treuchtlingen: Grundschüler pflanzen 5000 Bäume

Projekt läuft seit 16 Jahren - Beitrag zur Artenvielfalt im Möhrenbachtal - 03.04.2019 15:05 Uhr

Unter Anleitung von Mitarbeitern und FÖJlern des Wasserwirtschaftsamtes in Ansbach hat eine Grundschulklasse am Möhrenbach Bäume gepflanzt. © Benjamin Huck


Malerisch mäandert der Möhrenbach durchs Tal zwischen Gundelsheim und Möhren dahin. Gut 20 Jungen und Mädchen laufen an diesem sonnigen Morgen am Bach entlang, Setzlinge, kleine Schaufeln und Gießkannen in der Hand. Auf dieser Fläche, die im Sommer mit Brennnesseln überwuchert ist, soll schon in ein paar Jahren ein kleines Wäldchen wachen – mit Roterlen, Winterlinden und Schlehen.

Die Treuchtlinger Grundschule pflanzt an diesem Tag in einer gemeinsamen Aktion mit dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach und dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken Bäume am Möhrenbach. Seit 2003 haben die Schüler schon 5000 Bäume und Sträucher im Gegemeindegebiet ins Erdreich gesetzt. Den Beginn der Aktion markierte vor 16 Jahren die Anlage des Grabener Auwalds. Seit 2011 tragen die Schulklassen ihren Teil zur Erweiterung der Artenvielfalt am Möhrenbach bei.

Die bepflanzten Flächen selbst befinden sich im Eigentum des staatlichen Wasserwirtschaftsamts. Andreas Lebender ist dort für die Gewässer­entwicklung zuständig. Er zeigt sich begeistert über den Durchhaltewillen der Grundschule. „Wir machen immer mal wieder Projekte mit Grundschulen, doch meistens dauern die nur ein Jahr“, so Lebender. Er meint, dass die längerfristige Zusammenarbeit oft am mangelnden Interesse mancher Lehrkräfte scheitere.

In Treuchtlingen muss sich Lebender sich keine Sorgen machen, hat er doch mit Rektor Herbert Brumm einen „blühenden“ Unterstützer in Sachen Umwelt. Für den Pädagogen ist der praktische Unterricht auf der Wiese auch wichtig, um die Kinder für Umweltthemen und ihre Heimat zu sensibilisieren. „Sie sollen lernen, welche Pflanzen es gibt und dass die Natur zu schützen ist“, so Brumm. Er treffe immer wieder ehemalige Grundschüler, die zwar schon längst erwachsen sind, sich aber immer noch lebhaft an die Pflanzaktion erinnern.

An diesem Aktionstag, so wie an allen in den Jahren zuvor, wurden an die 300 Setzlinge gepflanzt, meist unter Anleitung der FÖJler des Wasserwirtschaftsamts. Die Behörde übernimmt auch die Kosten für das Projekt, um die Nachsorge der Gewächse kümmert sich die Fluss- und Seemeisterstelle. Die Mitarbeiter werden allerdings angehalten, wenig in die Entwicklung der Bäume einzugreifen. „Nur bei langanhaltender Trockenheit wie im vergangenen Sommer wird zusätzlich gegossen“, sagt Lebender.

Die Kinder selbst sind mit Eifer an der Sache und stecken wie wild die kleinen Setzlinge in die vorbereiteten Löcher. Mit einer kleinen Schaufel kommt Erde darauf, anschließend wird die Stelle gegossen, damit sich der Baum schön entwickelt.

Wer fertig ist, kann noch auf tierische Erkundungsreise gehen: Claudia Beckstein vom Landschaftspflegeverband zeigt den Jungen und Mädchen, was alles am Ufer und im Wasser des Möhrenbachs lebt. Kleine Bachmuscheln und zunächst fies aussehende Edelkrebse mit ihren Scheren kommen zum Vorschein. Doch die Kinder sollen sich vor den Tieren nicht fürchten, sondern sie als Teil der Natur wertschätzen lernen. „So werden wir auch unserem Anspruch als Umweltschule gerecht“, ist Grundschulrektor Herbert Brumm überzeugt. 

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