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Treuchtlingen: Industriestraße wird ab Montag saniert

Bauarbeiten sollen bis Ende Juli 2021 andauern - 08.09.2020 05:57 Uhr

Der Belag der Industriestraße gleicht an manchen Stellen einem Flickenteppich. Schon seit einigen Jahren wurde im Stadtrat über die Sanierung des Straße diskutiert, am nächsten Montag sollen die Arbeiten starten.

© Foto: Benjamin Huck


Ab nächster Woche wird in der Industriestraße noch mehr gewerkelt, als es eh schon in den dort ansässigen Unternehmen geschieht. Denn am Montag, 14. September, beginnt der Leitungs- und Straßenbau in der Industriestraße durch die Firma Hirschmann.

Noch in diesem Jahr werden der Regenwasserkanal (etwa 440 Meter lang) erneuert und die Gas-, Wasser-, Strom- und Datenleitungen hergestellt, teilt die Stadtverwaltung mit. 2021 folgen dann die Asphalt- (2850 Quadratmeter) und Pflasterflächen (etwa 525 Quadratmeter). Während der gesamten Bauzeit bis voraussichtlich Ende Juli 2021 wird die Industriestraße gesperrt sein. Den Anwohnern wird die Zufahrt ermöglicht.

Die Industriestraße ist ein Projekt, um das im Treuchtlinger Stadtrat schon seit Jahren diskutiert wurde. Nachdem die Stadt den Ausbau vor knapp drei Jahren wegen der Kosten und der damals unabsehbaren Entwicklung in Sachen Straßenausbaubeiträge aufgeschoben hatte, soll er nun umgesetzt werden. Die Stadtverwaltung hatte 2017 zusammen mit den Anliegern zwei Varianten erarbeitet – eine mit dem Fußweg entlang der Nordseite der Industriestraße (also auf der Seite der Firma Alfmeier) und auf Höhe der Tankstelle beidseitig sowie eine mit dem Gehsteig im Süden (also auf der Seite des Parkplatzes und Getränkemarktes). Beide haben eine für Lastwagen ausreichende Asphaltbreite von etwa 6,50 Meter, der gepflasterte Gehweg wird 1,50 Meter breit mit Absenkungen für Gehbehinderte.

Verschiedene Varianten standen zur Auswahl

Im Unterschied zur zweiten Variante würde es bei einem nordseitigen Fußweg allerdings im westlichen Bereich zwischen der Firma Alfmeier und der ehemaligen Klempnerei Neumeier wegen des dort nötigen Schrammbords relativ eng. Im Osten wäre die neue Straße auch bei parallel zur Fahrbahn parkenden Autos breit genug für den Begegnungsverkehr. Hauptnachteil der südlichen Gehweg-Version wäre, dass Fußgänger sowie dort parkende Mitarbeiter und Besucher der Firma Alfmeier stets die Straße überqueren müssten, um zum Werkseingang zu gelangen. Wer auf der Nordseite parkt und aus dem Auto steigt, stünde dann ohnehin erst einmal auf der Fahrbahn.

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Die Anlieger hatten sich deshalb im November 2017 für mehrheitlich die erste Variante (Gehweg im Norden) ausgesprochen. Sie sollte laut der damaligen Schätzung rund 528 000 Euro kosten. Durch den aktuellen Bauboom und die mittlerweile nötige striktere Beprobung des Erdaushubs steigt dieser Betrag nun auf zirka 595 000 Euro. Version zwei schlägt mit etwa 3000 Euro mehr zu Buche. In der aktuellen Finanzplanung sind für das Projekt bereits 650 000 Euro vorgesehen, dazu kommen noch rund 271 000 Euro für den Kanalbau und 20 000 Euro für die Straßenbeleuchtung.

Grundsätzlich ist der Vollausbau für die Stadt dennoch auf lange Sicht wirtschaftlicher als eine regelmäßige Instandsetzung, wie eine Hochrechnung auf die durchschnittliche Lebensdauer von 50 Jahren ergibt. Zudem erfüllt der derzeitige Straßenaufbau die Belastungskriterien nicht.

Verzögerung wegen Straßenausbaubeiträge

Der damalige Bürgermeister Werner Baum plädierte im Stadtrat dafür, dem Wunsch der Anlieger zu folgen und den Ausbau nach Variante eins in Angriff zu nehmen – auch wenn die Ausgleichszahlungen des Freistaats die inzwischen abgeschafften Straßenausbaubeiträge nicht vollständig auffangen. Diese hätten der Stadt im Fall der Industriestraße rund 250 000 Euro eingebracht, nun erhält sie aus München voraussichtlich pauschal etwa 200 000 Euro im Jahr.

Das sorgte im vergangenen Jahr auch für kritische Stimmen vonseiten der CSU und TBL, die davor warnten, dass sich die Stadt mit dem Vorhaben "finanziell und personell ganz schön aus dem Fenster lehnt", und anregten, den Ausbau erneut zu verschieben. So lange die Straße noch ohne Zwischenfälle befahrbar sei, müsse man eben Abstriche machen. Dennoch stimmten die Ratsmitglieder am Ende geschlossen für den Ausbau.

Ohne Corona hätten die Bauarbeiten in der Industriestraße schon im Juni beginnen können. Doch wegen der unsicheren Lage, wurde der Baustart nun auf den 14. September festgelegt.

beh/psh E-Mail

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