Freitag, 16.04.2021

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Treuchtlingen: Kurtaxe und Wohnmobilstellplatz kosten künftig mehr

Die Preiserhöhungen gelten ab dem 1. Mai - 26.02.2021 06:01 Uhr

Ein Stellplatz am Kurpark wird diesen Sommer 13 statt zehn Euro kosten und die Kurtaxe wird von jetzt an zusätzlich abgerechnet: Damit versucht die Stadt, das touristische Angebot weniger verlustreich zu gestalten als bisher.

25.02.2021 © Foto: Rudi Beringer, Limes-Luftbild


Es sorgte schon eine Weile für leidige Diskussionen im Stadtrat: Das Thema Kurtaxe. Denn bei weitem nicht alle Betriebe, die Gäste beherbergen, fordern die fälligen Pauschalbeträge auch tatsächlich ein. Stattdessen entgeht der Stadt aktuell ein beträchtlicher Anteil der Einnahmen: "Unter der Hand" betreten und verlassen wohl einige Touristen Treuchtlingen, ohne je den bislang üblichen Beitrag von 50 Cent pro Übernachtung (ab 16 Jahren) entrichtet zu haben. Diesem Missstand versucht die Stadt nun mit einigen Neuerungen entgegenzuwirken.

Zunächst einmal stimmte der Tourismusausschuss einer Erhöhung der bisherigen Taxe um hundert Prozent einhellig zu. Demnach wird für Personen ab 16 Jahren künftig ein Euro pro Übernachtung fällig. Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren und Schwerbehinderte ab einem Grad der Behinderung von 50 Prozent zahlen 50 Cent (vormals 25 Cent).


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Für jüngere Kinder und Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung von 100 Prozent sowie ihre notwendigen Begleitpersonen fällt weiterhin keine Kurtaxe an. Gültig wird die Erhöhung laut Beschluss ab dem 1. Mai und de facto eben dann, wenn der Inlandstourismus wieder Fahrt aufnimmt.

Wie Stefanie Gruzca in der Sitzung anmerkte, sei man damit im Vergleich zum Fränkischen Seenland immer noch "sehr günstig", denn dort falle fast flächendeckend ein Betrag von 1,50 Euro pro Tag an.

Fast nur noch elektronisch

Zudem müssen die Gastgeber gemäß einer Anpassung der aktuellen Satzung die An- und Abreisedaten ihrer Übernachtungsgäste künftig zwingend elektronisch übermitteln. "Nur wenn die Gastgeber schon sehr alt sind, machen wir eine Ausnahme", so Gruzca.

Mit dieser Maßnahme will die Kur- und Touristinformation sich Mehrarbeit ersparen, die durch das elektronische Einpflegen eines gedruckten Meldescheins bislang regelmäßig anfiel. Ein weiterer Vorteil ist laut der Tourismuschefin, dass man durch die Vereinheitlichung in Echtzeit erfassen könne, wer und wie viele Personen sich gerade wo in Treuchtlingen aufhalten.

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Letzteres könnte insbesondere in der kommenden Urlaubssaison nützlich sein, sollte einmal ein Corona-Fall auftreten und eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen nötig werden. Neu aufgenommen wird in die Satzung außerdem ein Paragraf, der eigentlich nicht zwingend darin auftauchen müsste: Die zu entrichtenden Strafen, sollte ein Gastgeber die Übernachtungsgäste nicht oder nicht fristgerecht bei der Stadt melden. Im Falle dieser Ordnungswidrigkeit kann tatsächlich ein sattes Bußgeld von 5000 bis 10 000 Euro anfallen.

Campen wird teurer

Zum Stichtag 1. Mai wird außerdem die Stellplatzgebühr für den Wohnmobilstellplatz am Kurpark angehoben. Zu zahlen sind dann pro Tag 13 statt zehn Euro, außerdem ist die Kurtaxe jetzt nicht mehr inkludiert, sondern wird zusätzlich abgerechnet.

Vorgesehen war eigentlich auch der Umstieg auf eine Strom- und Wasserpauschale, wie es bei vielen anderen Stellplätzen üblich ist. Dies konnte allerdings aufgrund der dafür notwendigen Umrüstung der Stromsäulen erst einmal nicht umgesetzt werden, geplant ist diese nun erst vor der Urlaubssaison 2022.


So möchte Treuchtlingen attraktiver für Touristen werden


Die Erhöhung der Kurtaxe und der Stellplatzgebühren sowie die digitale Gästemeldung gehen allesamt auf einen Antrag der UFW im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für 2021 zurück. Das Ziel der Maßnahmen ist vor allen Dingen, die Einnahmen im touristischen Bereich zu erhöhen. Zudem soll der Stellplatz weniger defizitär sein, als es bislang der Fall ist. Derzeit investiert die Stadt, etwa bei der Erarbeitung der Stadtmarke oder den Planungen für die Therme, beachtliche Summen. 2019 hat die Stadt in einem Jahr rund 13 000 Euro über die Kurtaxe eingenommen. 2021 könnte es doppelt so viel sein – aber nur, wenn sich die Gästezahlen heuer ähnlich entwickeln.

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