Donnerstag, 06.05.2021

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Treuchtlingen möchte die Agenda 2030 lokal umsetzen

Aktuell laufen Gespräche in den Fraktionen - Das Ziel ist ein gemeinsamer Antrag - 30.04.2021 06:01 Uhr

Radfahren ist bei Touristen im Altmühltal sehr beliebt. Die Stadt Treuchtlingen hat ebenfalls bereits ein Konzept für ein ausgedehntes Radwegenetz vorbereitet.

29.04.2021 © Foto: Naturpark Altmühltal/Dietmar Denger


Ursprünglich hatte die SPD/JGB-Stadtratsfraktion einen entsprechenden Vorstoß unternommen. Dieser liegt wenige Monate zurück. Doch bald zeichnete sich ab, dass der ursprüngliche Antrag zu einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen werden könnte mit einem im Ergebnis von einer breiten Mehrheit getragenen Beschluss.

Ein Antrag aller Fraktionen?

Damit dies eintreten kann, so kristallisierte sich heraus, bedarf es noch Modifizierungen, um die Anliegen der Altmühlstadt besonders hervorzuheben. Derzeit ist man dabei, eine gemeinsame Beschlussvorlage aller Fraktionen zu erarbeiten. Im Juni, vielleicht auch schon im Mai, könnte es soweit sein, ließ Bürgermeisterin Dr. Kristina Becker auf Anfrage des Treuchtlinger Kurier wissen.

Susanna Hartl, SPD-Stadtratsmitglied, erinnerte gegenüber unserer Zeitung daran, dass ein endgültiger Beschluss immer wieder vertagt worden sei, zuletzt in der Stadtratssitzung im April. Schließlich sollen alle Fraktionen Zeit haben, sich intensiv mit dem Vorhaben auseinanderzusetzen und ihre Vorstellungen einzubringen. Einen entsprechenden Moderationsprozess habe Hubert Stanka, Ratsmitglied der Freien Wähler, übernommen. Vor allem auch deshalb, um örtliche Bezüge fest einfließen zu lassen, ehe endgültig abgestimmt wird.

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Im ursprünglichen Antrag erinnerten die Sozialdemokraten zusammen mit der Jungen Liste an die im Jahr 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossene Resolution "Transformation unserer Welt: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" ("Sustainable Development Goals"). 17 "Goals", also Ziele, sind darin aufgelistet, für deren Umsetzung vor allem der kommunalen Ebene besondere Verantwortung zukommt, "denn sie erreicht die Menschen ganz nah in ihrem Alltag".

Zwischenzeitlich hat der Deutsche Städtetag eine Musterresolution vorgelegt, der sich die Kommunen anschließen können.

Ein breites Spektrum an Themen

Doch nicht nur die Musterresolution soll für Treuchtlingen künftig Gültigkeit haben, wenn Bürgermeisterin Becker nach dem entsprechenden Stadtratsvotum ihre Unterschrift darunter setzen wird. In Treuchtlingen hat man überdies bereits etliche Felder identifiziert, die dem Segment Nachhaltigkeit zuzuordnen sind und somit bereits den Zielen der Resolution der Vereinten Nationen entsprechen, also etwa der Umbau der Wälder, um sie "klimafest" zu machen, oder den Einsatz regenerativer Energien. Man kann sich vorstellen, dass die Themen bezahlbarer Wohnraum und öffentlicher Nahverkehr ebenfalls eine Rolle spielen können.

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CO2-Bilanz: So viel leisten Bayerns Wälder für das Klima

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Als die Stadt Treuchtlingen vor kurzem daran ging, eine "Marke Treuchtlingen" zu konzipieren, tauchten die beiden Themen Nachhaltigkeit und Gesundheit besonders oft in der Analyse auf, so dass sie sich wohl prägend auf die Stadtentwicklung auswirken dürften. Den Treuchtlingerinnen und Treuchtlingern liegt das Thema nachhaltige Entwicklung also offenbar ganz besonders am Herzen.

Das Ziel, Wasserstoff Modell-Region zu werden, ein innerörtlich verbessertes Radwegenetz sowie naturnaher und verträglich wachsender Tourismus untermauern dies.

Testen Sie Ihr Wissen in unserem Nachhaltigkeits-Quiz

© Patrick Pleul dpa

Finden Sie heraus, wie gut Sie sich in Sachen Umweltschutz, Klimawandel oder Nachhaltigkeit auskennen. Wir haben acht Fragen aus unserem Alltag herausgepickt mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten - aber nur eine davon stimmt. Am Ende sehen Sie, wie Sie abgeschnitten haben.

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

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Frage 1/8:

Wie lange dauert es, bis ein Kaugummi verrottet?

Mehrere Jahre - wenn überhaupt. Denn damit Kaugummi so schön gummiartig ist, braucht es sogenannte Polymere - und die basieren auf Erdölbasis. Zusammen mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen, künstlichen Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern kauen wir am Ende auf einer Substanz, die biologisch nur schwer abbaubar ist. Die ökologisch bessere Alternative sind also Lutschpastillen.

© Lukas Schulze, NZ

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Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

© dpa

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Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

© Colourbox.de

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

© Ina Fassbender/dpa

Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

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Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

© colourbox.de

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

© Patrick Pleul dpa

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Das sind die 17 Punkte der Agenda 2030

1. Armut in allen ihren Formen und überall beenden

2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

4. Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

5. Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.

6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

8. Dauerhaftes, breitenwirksames Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdiges Arbeiten für alle fördern

9. Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

10. Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.

11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

13. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

14. Ozeane, Meer und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.

16. Friedliche und inklusive Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

17. Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.

Die verschiedenen Ziele sind jeweils mit konkreten Forderungen unterfüttert.

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