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Treuchtlingen: Modellbahn-Miniaturland sucht Halle

Modelleisenbahnlandschaft muss wegen Eigenbedarfs Standort verlassen - 14.11.2018 06:11 Uhr

Bernd Fackler hat die Modellbahnanlage in der Elkan-Naumburg-Straße in mühevoller Detail­arbeit aufgebaut. Bis Ende März 2019 wird sie an ihrem angestammten Standort verschwunden sein. © Patrick Shaw


Was manche Bastler im kleinen Stil im Keller haben, hat Bernd Fackler im großen Umfang in einer Halle: Sein Miniaturland, eine 34 Meter lange und 14 Meter breite Modelleisenbahn, ist heutzutage ziemlich einzigartig. "In Bayern gibt es nur in Straubing eine ähnlich große Anlage", so Fackler. Doch in Treuchtlingen ist die Zukunft ungewiss.

Das Miniaturland muss bis Ende März 2019 die Halle in der Elkan-Naumburg-Straße verlassen, der Eigentümer hat Eigenbedarf angemeldet. Für Fackler ist es bereits der zweite Umzug innerhalb von zehn Jahren. 2008 musste er den ebenfalls angemieteten Ort in Pappenheim verlassen, am 1. November des Jahres eröffnete er in Treuchtlingen.

Für Fackler ist die Entscheidung gefallen: Entweder, er findet eine Halle zum Kauf - oder er verkauft seine ganze Modellbahnlandschaft. "Mieten werde ich nicht noch einmal", so Fackler. Denn jeder Umzug ist ein Kraftakt, der bis zu drei Monaten dauern kann. Die Anlage ist nämlich nicht einfach zu zerlegen, da müssen Fackler und seine Helfer schon mit der Säge ran. Beim letzten Umzug waren es 36 große Einzelteile, die von Pappenheim nach Treuchtlingen geschafft wurden.

Die Anlage hat es schließlich in sich: Auf mehr als zweieinhalb Kilometern Schiene sind im computergesteuerten Wechsel 218 Züge unterwegs, davon bis zu 28 gleichzeitig. Es gibt 160 Weichen, 15 Kilometer Kabel, Höhenunterschiede von bis zu 1,20 Metern und neun "Schattenbahnhöfe", in denen die Züge versteckt auf ihren Einsatz warten.

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Sie ist das ultimative Spielzeug für Groß und Klein: die Modelleisenbahn. Vor 125 Jahren stellte die Firma Märklin ihre erste „Uhrwerkbahn“ vor. Seither haben die winzigen Schienenwelten ihren festen Platz im Hobbykeller und unter dem Christbaum. Eine der größten Anlagen Deutschlands ist das Treuchtlinger „Miniaturland“ von Bernhard Fackler.


Unter der sichtbaren Landschaft ist ein komplexes System von Schienen installiert, weshalb Fackler die Form der Anlage nicht einfach ändern kann. Die Mindestanforderungen für die Halle sind die Maße 40 mal 14 Meter, sie sollte einigermaßen gut erreichbar sein, etwa an einem Radweg, denn vor allem Touristen machen Halt bei ihm - von Ostern bis September machen sie 80 Prozent der Besucher aus. Natürlich spielt auch das Geld eine Rolle:  Mehr als 100.000 Euro darf die Halle nicht kosten, eventuelle Renovierungsarbeiten schon eingerechnet. "Sonst lohnt sich das nicht", sagt der 66-Jährige.

Begonnen hatte Bernd Facklers Leidenschaft schon im Kindesalter. Anfang der 1950er Jahre erstand sein Vater die erste Modelleisenbahn. "Damals war das Luxus hoch drei", blickt Fackler zurück. Im Kinderzimmer mussten zwei der drei Buben in ein Stockbett umziehen, um Platz für die Platte zu schaffen. Die Begeisterung hielt an, und Anfang des neuen Jahrtausends war Facklers eigene Modellbahn so groß, dass sogar seine Frau sagte: "Aus den Sachen müssen wir was machen!"

In Treuchtlingen fahren die Züge jedoch noch, und zwar täglich außer montags von 13 bis 18 Uhr. Auch an den beiden Weihnachtsfeiertagen öffnet das Miniaturland, nur nicht an Heiligabend und Silvester.

Fackler ist zuversichtlich, dass er eine neue Unterkunft findet. Falls es doch nicht klappt, steht ein großer Ausverkauf der fast 800 Loks und an die 2000 Wagen im Maßstab 1:87 (H0) an, so Fackler: "Nur die Lok, mit der ich angefangen habe, werde ich behalten." Wer eine passende Halle für Bernd Fackler kennt, erreicht ihn unter Telefon 09143/837851 oder 0170/4741840.

In einer früheren Version des Artikel hieß es, dass Bernd Fackler die Halle bis Ende 2019 verlassen muss. Richtig muss es heißen: "bis Ende März 2019". 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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