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Treuchtlingen: Neue Gebühren für Kindergärten

Buchungszeiten werden auf dem Papier teurer, Eltern erhalten aber staatliche Unterstützung - 06.08.2019 06:02 Uhr

Auch Eltern, die ihre Töchter oder Söhne in den städtischen Kindergarten Gundelsheim schicken (im Bild), zahlen künftig andere Betreuungsgebühren. © Archivfoto: Patrick Shaw


Eltern, die ihre Kinder für bis zu fünf Stunden in einen der städtischen Kindergärten schicken, müssen künftig keine Gebühren mehr bezahlen. Der Treuchtlinger Stadtrat hat für die drei städtischen Einrichtungen in Treuchtlingen, Wettelsheim und Gundelsheim eine neue Gebührensatzung beschlossen. Vorausgegangen war eine neue Förderung durch die bayerische Landesregierung: Seit 1. April 2019 erhalten Eltern einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro, die von den Kommunen automatisch von den Gebühren abgezogen werden.

Dadurch waren seit April auch Eltern von der Gebühr befreit, die ihre Kinder für bis zu sechs Stunden betreuen lassen. Doch die aktuell gültigen Gebühren stammen aus dem Jahr 2014 und wurden nun aufgrund von gestiegenen Personalkosten erhöht. Durch den staatlichen Zuschuss zahlen die Eltern nun dennoch weniger Geld als vor dem 1. April.

Spielgeld nun inbegriffen

Der Beitrag für eine bis zu fünfstündige Buchung beispielsweise beträgt laut neuer Satzung 100 Euro. Da aber genau 100 Euro als Förderung abgezogen werden, müssen Eltern für diese Buchungszeit nichts bezahlen. Auch das Spielgeld von 5 bis 7,50 Euro ist künftig im Beitrag erhalten, die einmalige Anmeldegebühr von 3 Euro entfällt.

Für jede weitere Stunde werden 10 Euro fällig, der Höchstbetrag, den die Eltern selbst zahlen müssen, sind 40 Euro bei einer acht- bis neunstündigen Buchung. Aufgrund der niedrigen Belastung entfällt die bisherige Geschwister-Ermäßigung, heißt es aus der Stadtverwaltung. Durch die neue Regelung sind die städtischen Kindergärten 2 bis 25 Euro günstiger als die kirchlichen Einrichtungen. Eltern, die ihre Kinder in diese Kindergärten schicken, profitieren jedoch auch von der staatlichen Förderung.

Durch die neuen Gebühren rechnet die Verwaltung nicht mit Mehrbuchungen, deshalb ist auch nicht geplant, mehr Personal einzustellen. Alle Stadtratsmitglieder bis auf Stefan Fischer (SPD) stimmten für die Änderung der Gebührensatzung. Fischer sagte, er lehne diese ab, da er der Überzeugung ist, dass es eine staatliche Grundaufgabe sei, den Bildungsweg ab dem ersten Lebensjahr komplett kostenfrei zu gestalten.

Der Stadtrat beschloss außerdem eine neue Gebührensatzung für die Mittagsbetreuung an der Grundschule. Nach den Sommerferien wird dort das Konzept der offenen Ganztagsschule umgesetzt. Für die Mittagsverpflegung in den gebundenen Ganztagsklassen und in der offenen Ganztagsschule werden nun neue Gebühren fällig. Der Besuch des offenen Ganztags von Montag bis Donnerstag beispielsweise kostet 46 Euro im Monat. Das Mittagessen kommt von einem örtlichen Dienstleister, die Stadt kann es kostendeckend anbieten. Die Zahlungen werden Voraus fällig, die Eltern können die gebuchten Tage zum 1. Januar und 1. Mai aufstocken.

Nicht ganz kostendeckend ist die Ferienbetreuung in den Oster-, Pfingst- und Sommerferien. Der Vorschlag von Klaus Fackler (UFW) und Uwe Linss (CSU), die Ferienbetreuung auch für alle Kinder, nicht nur für die Besucher des Ganztags, anzubieten, fand keine Zustimmung. Das Angebot sei bewusst auf die Kinder beschränkt, die von den Betreuern bereits gekannt werden. So müssten sich die Erzieher nicht individuell auf neue Kinder einstellen, heißt es aus der Verwaltung. 

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