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Treuchtlingen: Neue Triebzüge werden getestet

Go-Ahead will wie die Deutsche Bahn neue Modelle von Siemens einsetzen - 26.03.2020 05:57 Uhr

Ein Go-Ahead-Zug vom Typ Flirt im Stuttgarter Hauptbahnhof. Dort gab es bei dem neuen Betreiber seit Juni 2019 immer wieder Probleme und Verspätungen. In Treuchtlingen wird ein anderes Zugmodell zum Einsatz kommen, es wird derzeit getestet. © Foto: Fabian Sommer/dpa


In gut zwei Jahren soll mit Go-Ahead Bayern erstmals ein privater Eisenbahnanbieter mit seinen Zügen in Treuchtlingen halten. Das Tochterunternehmen des gleichnamigen britischen Verkehrsunternehmens soll ab Dezember 2022 die Strecke von Augsburg über Donauwörth, Treuchtlingen und Ansbach nach Würzburg übernehmen. Derzeit finden zwischen Augsburg und Treuchtlingen Testfahrten mit den neuen Siemens-Zügen der Baureihen Mireo und Desiro HC statt. Diese will auch die Deutsche Bahn in Baden-Württemberg einsetzen.

Wie wichtig solche Testfahrten sind, zeigte sich in Baden-Württemberg. Dort hat Go-Ahead vergangenes Jahr mehrere Strecken übernommen, auch den zweistündig verkehrenden Regionalexpress zwischen Stuttgart und Nürnberg. Doch die passenden Züge des Herstellers Stadler (Modell Flirt 3) waren zur Inbetriebnahme nicht verfügbar. Die modernen Fahrzeuge seien nicht rechtzeitig für einen ausgiebigen Testbetrieb geliefert worden, teilte Go-Ahead mit. Die Folge: Das Unternehmen musste auf alte Regionalbahnwagen der Bahn (sogenannte "Silberlinge") zurückgreifen. Ab wann sie eingesetzt werden und alle Zugführer geschult sind, ist ungewiss.

Für Treuchtlingen greift das Unternehmen zum Teil schon auf geprüfte Züge zurück. Das Modell Desiro HC ist seit einem Jahr im Ruhrgebiet mit Fahrgästen unterwegs. In der Region will GoAhead allerdings eine fünfteilige Doppelstock-Variante mit 538 Sitzplätzen (und 45 Fahrradstellplätzen) einsetzen, die noch nicht im Regelverkehr fährt.

Ähnlich sieht es mit dem Modell Mireo aus, eine Neuentwicklung von Siemens, die seit 2018 gebaut wird. Der dreiteilige Triebzug soll 216 Sitzplätze und 18 Stellplätze für Fahrräder bieten. Bislang ist bundesweit noch keiner dieser Züge im Einsatz, ab Juni 2020 sollen zwischen Offenburg und Basel im Auftrag der Deutschen Bahn die ersten Passagiere mitfahren können.

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Aktuell ist Go-Ahead, deren bayerische Zentrale sich in Augsburg befindet, auf der Suche nach Mitarbeitern – vom Triebfahrzeugführer über Zugbegleiter bis hin zu Disponenten und Planern. Zudem sind Stellen für die Werkstatt ausgeschrieben.

Wie sich der Betreiber im Freistaat schlägt, ist ab Dezember 2021 zu sehen. Dann übernimmt das Unternehmen des E-Netz Allgäu. Die Strecke von München über Memmingen nach Lindau wird gerade elektrifiziert, dort sollen auch die Züge von Stadler zum Einsatz kommen. Doch egal ob Flirt, Mireo oder Desiro: Die Triebzüge von Go-Ahead sollen im heimatlich blau-weißen Design durch Schwaben und Franken rollen.

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