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Treuchtlingen: Warum Kinder erst in der Schule getestet werden

Antworten aus dem Kultusministerium und von Seiten des Schulbusbetriebes - 16.05.2021 06:01 Uhr

"Warum werden die Kinder erst in der Schule getestet? Ist der Schulweg nicht auch schon ein Risiko?", fragte eine Leserin. Das sind die Antworten.

09.04.2021 © Sebastian Gollnow, NN


Mittlerweile wird seit geraumer Zeit an den Treuchtlinger Schulen getestet und eine gewisse Routine hat sich eingespielt. Auf einen Bericht des Treuchtlinger Kurier zu den Schnelltests an der Senefelder-Schule meldete sich eine Leserin, die selbst Schulbushelferin in einem Treuchtlinger Ortsteil ist. Sie stellte zur Diskussion, ob eine Testung, die erst in der Schule stattfände, für alle Buskinder nicht ein Risiko sei.

Zudem fragte sie, weshalb es nicht möglich ist, dass die Eltern selbst Schnelltests zuhause durchführen. Das sei in ihren Augen auch logistisch sinnvoll. Der Hintergrund: Wenn das Ergebnis in der Schule positiv ausfallen sollte, seien die Eltern meist längst auf der Arbeit und hätten Schwierigkeiten, ihr Kind aus der Schule abzuholen.

"Erhöhte Sicherheit beim Testen"

Ein Sprecher des Bayerischen Kultusministeriums hat nun zu diesen Fragen Stellung genommen. Demnach sei es theoretisch möglich, auch zuhause zu testen, in einigen Bundesländern Deutschlands würde dies sogar zugelassen.

Allerdings habe sich das Bundesland Bayern letztlich dagegen entschieden, um eine "erhöhte Sicherheit bei der Testdurchführung zu gewährleisten".

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Durch immer gleich ablaufende und regelmäßige Test-Routinen im Schulgebäude wolle man sicherstellen, dass "jedes Kind regelmäßig getestet ist und jeder Test unter kontrollierten Bedingungen stattfindet", formulierte der Sprecher. Die Lehrkräfte seien dafür eigens geschult worden und beaufsichtigen die Kinder bei jedem Test, um möglichst valide Ergebnisse zu erhalten.


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Als Alternative zum Test in der Schule ist es in Bayern immerhin möglich, in einem Schnelltestzentrum wie der Treuchlinger Altmühltherme einen PCR–Test zu machen. Ein handelsüblicher Antigen-Schnelltest für Zuhause ist als Nachweis für den Präsenzunterricht hingegen nicht ausreichend.

Ausreichend Abstand im Bus?

Was der Busaufsicht überdies Sorgen bereitete, sei der teilweise nicht ausreichende Abstand der Schüler in den Schulbussen. In dieser Sache gab Fuhrparkleiter Tobias Benzinger vom Treuchtlinger Busunternehmen Engeler Auskunft.

Seinen Angaben nach seien diese zum Zeitpunkt der Anfrage nur mit zehn bis 15 Schülern pro Bus gefahren, also als an den Grundschulen lediglich die 4. Klassen in Präsenz und ansonsten die Abschlussklassen unterrichtet worden sind. Seit Montag, den 10. Mai, hat sich diese Situation verändert, da nun alle Grundschulklassen im Wechselunterricht beschult werden und die Busse stärker ausgelastet sind.

"Weniger als 50 Prozent"

Engeler-Busse, die im Schulbusbetrieb zum Einsatz kommen, haben meist 70 bis 75 Sitzplätze. So ist selbst im Wechselunterricht Abstand im Schulbus möglich.

14.05.2021 © Foto: Engeler Reisen/Tobias Benzinger


Dennoch gilt: "In Summe betrachtet erreichen wir auf dem Großteil unserer Touren nicht im Ansatz 50 Prozent der Sitzkapazität." So stünde im Regelfall weiterhin jedem Schulkind ein Doppelsitz im Bus alleine zur Verfügung.

Engeler fährt schon seit geraumer Zeit corona-bedingt nur mit großen Schulbussen mit bis zu 75 Sitzplätzen. Zusätzlich werden dort täglich die Kontaktflächen desinfiziert. Sämtliche Busfahrer würden regelmäßige Corona-Tests durchführen, es gebe zudem im Inneren des Busses Trennwände, antivirale Hochleistungsfilter und Hand-Desinfektionsspender.

Schüler sitzen teilweise zusammen

Im weiteren Gespräch mit der Leserin stellte sich hiernach heraus, dass im entsprechenden Bus wohl die Abstände gewahrt werden könnten, die Kinder aber teilweise zusammensitzen wollen und sich auf den vorderen Reihen des Busses zusammendrängten. Dadurch sei wohl der Eindruck entstanden, dass "der Schulbus voll ist".

Wie Tobias Benzinger daraufhin anmerkte, seien den Busfahrern in diesem Punkt allerdings teilweise die Hände gebunden: Man müsse im fließenden Verkehr für die sichere Ankunft der Kinder sorgen – die Sitzsituation der Schulkinder währenddessen permanent zu kontrollieren und durchzusetzen, sei da schlichtweg unmöglich.


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