Mittwoch, 26.02.2020

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Treuchtlinger Abwassergebühren steigen moderat

Nach sechs Jahren ohne Erhöhung zahlen die Bürger künftig sechs Prozent mehr - 27.11.2019 12:18 Uhr

Die Treuchtlinger Kläranlage ist Teil eines der größten Abwassernetze des Landkreises. Die Kosten für ihren Betrieb steigen kontinuierlich - und mit ihnen die Abwassergebühren. © TK-Archiv / Patrick Shaw


Drei Euro zahlen die Treuchtlinger derzeit pro Kubikmeter Abwasser. Ab Januar 2020 sollen es 3,18 Euro sein. Im Vergleich zu anderen Kommunen im Landkreis ist das viel – aber nur auf den ersten Blick. Denn Treuchtlingen erhebt anders als die Mehrheit der Gemeinden für den Ausbau des Kanalsystems keine Ergänzungsbeiträge. Sie sind im Kubikmeterpreis enthalten, während andernorts in unregelmäßigen Abständen Einmalzahlungen auf die Bürger zukommen. Dafür liegt die Verbrauchsgebühr laut Stadtkämmerer Dominik Wenzel beispielsweise in Ellingen nur bei 1,47 Euro pro Kubikmeter, in Gunzenhausen bei 1,88 Euro und in Weißenburg bei 2,17 Euro.

Dazu kommen dort, wo Regenwasser getrennt berechnet wird, noch zwischen 17 und 21 Cent pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche. Im Landkreis zahlen die Bürger durchschnittlich 2,08 Euro pro Kubikmeter Abwasser und 18 Cent pro Quadratmeter Fläche, landesweit 1,96 Euro und 61 Cent. So kommt ein Vier-Personen-Haushalt mit 140 Kubikmetern Abwasser und 230 Quadratmetern Grund in Treuchtlingen auf etwa 445 Euro im Jahr, im Landkreis auf 415 Euro und bayernweit auf 462 Euro. Lediglich in Pappenheim ist es auch ohne Ergänzungsbeiträge mit 372 Euro deutlich weniger.

Hauptgründe für die Erhöhung in Treuchtlingen sind laut Stadtkämmerei die jüngsten Investitionen in Kläranlage und Leitungsnetz, steigende Personal-, Sach- und Energiekosten sowie seit Jahren sinkende Abwassermengen. Knapp 690.000 Kubikmeter waren es noch vor zehn Jahren, heuer nur noch 636.000 Jahr, auf die die Kosten umgelegt werden. Bis 2022 rechnet Wenzel mit einem weiteren Rückgang auf 625.000 Kubikmeter.

Klärschlammtrocknung bleibt unsicherer Posten

Der Kubikmeterpreis lag 2009 noch bei 2,05 Euro, ab 2012 bei 2,51 Euro und seit 2014 bei 3,00 Euro. Damit nahm die Altmühlstadt heuer knapp 2,14 Millionen Euro ein und gab 2,07 Millionen wieder aus. Ebenfalls teurer geworden und in der Entwicklung noch gar nicht absehbar ist die Klärschlammtrocknung. Die Rücklagen in Höhe von 260 000 Euro werden den Kostendruck allerdings laut Wenzel "auf die nächsten drei Jahre etwas entschärfen".

Die künftige Gebühr setzt sich wie folgt zusammen: 99 Cent pro Kubikmeter für Abschreibung und Verzinsung (bisher 1,06 Euro), 90 Cent für Personal (bisher 75 Cent), 81 Cent für Betriebskosten (bisher 59 Cent), 42 Cent für Unterhalt (bisher 39 Cent), 22 Cent für Energie (bisher 18 Cent) und 28 Cent für sonstige Kosten (bisher 27 Cent). Positiv wirken sich Einleitungsgebühren von Nachbarkommunen, Straßen und Landwirtschaft sowie der Überschuss aus den Vorjahren in Höhe von umgerechnet 44 Cent pro Kubikmeter aus.

Auffällig ist laut Kristina Becker (CSU), dass "die Kläranlagen in Weißenburg und Gunzenhausen spürbar günstiger im Betrieb und insbesondere bei den Personalkosten sind". Sie sehe "ein strukturelles Problem". Bürgermeister Werner Baum warnte indes davor, "Äpfel mit Birnen zu vergleichen". Treuchtlingen habe mit 46.000 Einwohnerwerten "eine der größten Abwasseranlagen im Landkreis". Zudem seien die Bürger meist froh, keine unerwarteten Ergänzungsbeiträge zahlen zu müssen.

In Sachen Klärschlamm wies Baum darauf hin, dass die Bürgermeister des Landkreises im Gemeindetag ein Gutachten beantragt hätten. Bis dieses vorliegt, werde sich Treuchtlingen nicht weiter mit dem Thema beschäftigen.

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