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Samstag, 24.08.2019

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Treuchtlinger Beer-Pong-Club bei der Deutschen Meisterschaft

Vier Jungs aus Treuchtlingen und Umgebung traten an - Die WM heuer ausgelassen - 10.08.2019 05:58 Uhr

Für die Crew des BC Franken um die beiden Teams „MAC“ und „Team Warriors“ war in der Göppinger Werfthalle bei den „German Series of Beer Pong“ dieses Jahr nichts zu holen. Martin Wagner, Christian Schwenk, Michael Neubauer und Christian Rudat (v.l.) hatten trotzdem jede Menge Spaß beim Wettkampf. © Foto: Privat


Michael Neubauer brauchte nicht lange, um eines dieser Klischees zu widerlegen, das möglicherweise an jemandem haftet, zu dessen liebsten Beschäftigung es gehört, sich auf Beer-Pong-Turnieren mit Gegnern aus aller Welt zu messen. "Eine Spezi bitte", sagte Neubauer, als die Bedienung am Tisch im Biergarten am Wettelsheimer Keller die Bestellung aufnahm. Alkoholfrei statt Bier also.

Und genau dieser Punkt ist Michael Neubauer denn auch ziemlich wichtig. "Viele denken ja, es wird bei den Beer-Pong-Turnieren nur gesoffen", sagt der 30-Jährige, "aber wir wollen nicht, dass das in den Dreck gezogen wird."

Beer Pong war ursprünglich ein Partyspiel in den Vereinigten Staaten. Inzwischen hat es überall auf der Welt Fuß gefasst. Während es früher tatsächlich darum ging, den Gegner möglichst schnell betrunken zu machen, hat sich mittlerweile aber ein ziemlich großer Meisterschaftsbetrieb entwickelt.

Und der 30-jährige Michael Neubauer gehört – ebenso wie seine Mannschaftskameraden Christian Rudat, Martin Wagner und Christian Schwenk, zu den erfolgreichsten Beer-Pong-Spielern Deutschlands. Gerade erst sind die Spieler des BC Franken von den Deutschen Meisterschaften in der Göppinger Werfthalle zurückgekehrt. 60 Tische, 213 Teams und ein internationales Teilnehmerfeld. Denn auch Spieler aus anderen Nationalitäten dürfen an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen.

Freitags fand das Einzelturnier mit einem Starterfeld von 180 Spielern statt. Für Neubauer, der bereits viermal an den Beer-Pong-Weltmeisterschaften teilgenommen hatte, war dort allerdings in der Vorrunde Schluss. "Es sind einfach oft auch ziemlich knappe Entscheidungen", sagt Neubauer.

Die Konkurrenz schläft nicht

Am Samstag stand dann das Haupt-Event, das Team-Turnier auf dem Programm. "Es war die größte Deutsche Meisterschaft, die jemals stattgefunden hat", sagt Neubauer, der bei jenem Wettbewerb mit seinem Partner Christian Rudat vom Team MAC unter die Top 12 gekommen war. Christian Schwenk und Martin Wagner bildeten das "Team Warriors" des BC Franken und schafften es im Doppel immerhin auf Platz acht.

"Von 213 Teams ist das schon okay aber es war noch Luft nach oben", sagt Martin Wagner, der es sich am Dienstagabend am Wettelsheimer Keller ebenfalls gemütlich gemacht hat. Die Top 6 seien aber eigentlich schon drin gewesen, merkte er an. Doch es sollte nicht sein. Die anderen Teams schlafen nicht. Während die süddeutschen Teams in der Vergangenheit noch führend waren, mausern sich vor allem die Serben mehr und mehr zu echten Beer-Pong-Spezialisten. "Die stehen fleißig am Tisch, trainieren viel daheim. Zur Zeit kaufen sie uns den Schneid ein bisschen ab", sagt Neubauer.

Zudem erfreuen sich die Beer-Pong-Wettbewerbe immer größerer Beliebtheit. Es würden immer wieder Spieler auftauchen, die man noch nie zuvor gesehen habe, obwohl man schon so lange dabei sei. "Und die legen dann ein Spiel auf den Tisch, wo du dir nur denkst. ,Wow.‘", sagt Wagner. Die Duelle, die es früher zwischen vier, fünf Teams in der Spitze gegeben habe, gebe es mittlerweile zwischen 20, 25 Teams.

Beer-Pong ist viel Psychologie

"Und bei den letzten 20 Teams steht keiner mehr da, der irgendwelche Glückstreffer macht. Jeder weiß hier, dass die Gegner spielen können. Und entweder man hat die mentale Stärke oder nicht. Es ist viel Psychologie", sagt Wagner und ergänzt: "Von der Ablenkung her ist ja alles erlaubt, Hauptsache, die Hose bleibt an."

Neubauer und Wagner sind beide schon Vize-Europameister, der Europameistertitel ist also noch eines ihrer anvisierten Ziele. "Bei einem guten Tag hätten wir schon das Zeug für diesen Titel, aber es zählen eben viele Faktoren dazu. Es sind ja auch ziemlich lange Turniertage immer", sagt Neubauer. Die deutschen Meisterschaften in Göppingen starteten zum Beispiel nachmittags um 16 Uhr, ausgeschieden sei man gegen Mitternacht. "Und das Finale ist dann um 3 Uhr."

Hochzeitsantrag in Las Vegas

Noch länger als die Turniere wäre allerdings wohl wieder der Flug nach Las Vegas gewesen. Dort fand die WM dieses Mal ohne die Beer-Pong-Spieler aus Treuchtlingen und Umgebung statt. "Das hat zeitlich einfach nicht gepasst", sagt Wagner und blickt zu seiner Freundin, die im Biergarten gegenüber von ihm sitzt.

Im letzten Jahr hatte er ihr auf der Las-Vegas-Reise einen Heiratsantrag gemacht. Die Flitterwochen wollten die beiden dann aber doch nicht schon wieder beim Beer Pong verbringen. "Da muss jetzt auch mal was anderes her", sagt Wagner. Seine Freundin sah das offenbar genauso. 

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