Samstag, 07.12.2019

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Treuchtlinger Naturparkzentrum feiert 20. Geburtstag

Faszinierendes Altmühltal: Große Fotoausstellung zum Jubiläum des Infozentrums - 04.04.2019 06:04 Uhr

Ob Jura-Felsen, Trockenrasen, Totholz oder feuchter Buchenwald: Wie vielfältig die Natur im Altmühltal ist, zeigt bis Ende September die Jubiläums-Fotoausstellung „Faszination Naturpark“ im Infozentrum im Treuchtlinger Stadtschloss. © Patrick Shaw


„Vieles, was hier abgebildet ist, verschwindet gerade rapide“, goss die Leiterin des nördlichsten der vier Infozentren des Naturparks Altmühltal Wasser in den Wein der Jubiläumsgäste. Das sei im Altmühltal nicht anders als im nord­rhein-westfälischen Orbroich, Entstehungsort der viel zitierten „Krefelder Studie“. Zwischen 1989 und 2013 ist dort laut Marlit Bauch die Population an Fluginsekten um über 75 Prozent zurückgegangen – und das in einem Naturschutzgebiet.

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Faszination Altmühltal: 20 Jahre Naturparkzentrum Treuchtlingen

Ob Jura-Felsen, Trockenrasen, Totholz oder feuchter Buchenwald: Wie vielfältig die Natur im Altmühltal ist, zeigt bis Ende September die Jubiläums-Fotoausstellung „Faszination Naturpark“ im Informationszentrumzentrum im Treuchtlinger Stadtschloss.


Keinen Beweis, aber doch einen Anhaltspunkt für das bedrohliche Insektensterben lieferte beim Rundgang durch die Treuchtlinger Fotoschau „Faszination Naturpark“ auch das Gespräch zwischen einem Besucher und einem der Ausstellungsmacher. Auf der Tafel zum „Lebensraum Steinbruch“ fehle das Bild einer Heuschrecke. „Da haben wir keine einzige gesehen“, so die Antwort des Fotografen. Und auch der Honigbiene ergeht es ähnlich, ohne deren Zutun laut einem Schaubild der Ertrag an Obst, Gemüse und Futterpflanzen rapide sinkt: um ein Drittel bei Erdbeere und Raps, zwei Drittel bei Apfel und Kirsche bis hin zu nahezu Totalausfällen bei Möhre und Klee.

Nichtsdestotrotz gibt die als Wanderausstellung konzipierte Fotoschau „viele überraschende, manchmal auch unglaubliche Einblicke in unsere heimische Flora und Fauna“, wie Landrat Gerhard Wägemann lobte. Sie zeige, „dass naturnaher Tourismus möglich ist und in welcher hervorragenden Gegend wir leben“. Mit Blick auf die aktuellen Debatten um Artenschutz-Volksbegehren und Klimastreiks an Schulen verwies Wägemann darauf, dass sich der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen schon viel länger für den Natur- und Klimaschutz einsetze.

Weniger pflegen, mehr Natur

Lob für das 1999 gegründete Umweltzentrum sowie insbesondere für dessen Leiterin Marlit Bauch und die vielen ehrenamtlichen Naturparkführer gab es auch von Bürgermeister Werner Baum. Die Jubiläumsausstellung führe nicht zuletzt deren im vergangenen Jahr gestartetes Blühflächen-Projekt fort, in dessen Rahmen die Stadt ihre öffentlichen Grünflächen zunehmend „weniger pflegen und damit zum Überleben seltener werdender Arten beitragen“ wolle.

Die Aufnahmen der Ausstellung stammen von Hobbyfotografen, zu einem großen Teil aus dem Fotoclub Eichstätt. Ein Jahr lang haben sie „die Natur vor ihrer Haustür fotografiert“ – von Blumen in feuchten Auwiesen über Käfer und Schmetterlinge auf sonnigen Trockenrasen bis hin zum Wild in den dichten Wäldern sowie den Überlebenskünstlern an den schroffen Steinbruchwänden. „Anfangs waren wir bei der Bestimmung fast blank“, blickte Fotografin Gisela Hetzer zurück. Nun sei es „viel schöner, wenn man weiß, was man fotografiert“.

Zu jedem Bild gibt es Informationen zur Tier- oder Pflanzenart und deren Lebensraum, allerdings keine Angaben zur Fundstelle. „Die sollen die Besucher zusammen mit unseren Naturparkführern selbst erkunden“, so Marlit Bauch. Teils sei es „schier unglaublich, was die Fotografen auf einer einzigen Wiese entdeckt haben“.

Ebenfalls mit dabei bei der Ausstellungseröffnung war auch schon einer der künftigen Schützer der Naturschätze des Altmühltals: der neue Treuchtlinger Naturpark-Ranger Sebastian Prommnitz.

Die Ausstellung "Faszination Naturpark" im Treuchtlinger Informationszentrum Naturpark Altmühltal hat bis 30. September wochentags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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