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Montag, 17.06.2019

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Treuchtlinger Nothelfer in Blau suchen Nachwuchs

Beim "Tag der offenen Tür" zeigten sich die Sorgen des Technischen Hilfswerks - 03.06.2019 06:04 Uhr

Mitgliederwerbung fängt klein an: THW-Helfer Tobias Kittsteiner (links) zeigte auch den Jüngsten den Umgang mit dem Greifer. © Patrick Shaw


Die Einsatzwagen blitzen in der Sonne auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) in der Gstadter Straße. In den Garagen duftet es nach Würstchen, zwei Kinder spielen Ball und versuchen sich an der Greifzange in der Mitte des Hofs. Ansonsten ist der aber verwaist. Am "Tag der offenen Tür" finden nur wenige Neugierige den Weg zu den Nothelfern in Blau.

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Blick hinter die Kulissen beim Treuchtlinger THW

Beim "Tag der offenen Tür" warb das Treuchtlinger THW mit Informationen, Fahrzeug- und Gerätepräsentationen sowie Kinderspielen für den Dienst an der Allgemeinheit.


Mit "Fahrzeug- und Gerätepräsentationen, Spielen für Kinder, Speisen und Getränken" hatte der THW-Ortsverband für seinen Infotag geworben. Bei der Ausstellung "WIR in Altmühlfranken" im April hatten noch etliche Besucher Broschüren mitgenommen und ihr Kommen zugesagt. Doch nun stehen Treuchtlingens Ortsbeauftragter Uwe Halbmeier und seine Mannschaft fast allein auf dem Hof, unterhalten sich mit ihren Unterstützern vom Förderverein und hoffen auf eine Trendwende.

Zivildienst fehlt und Zeitgeist drückt

Denn der Trend verheißt nichts Gutes für die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation. Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht sank die Zahl der Aktiven vor acht Jahren spürbar, und mit der Nachwuchswerbung tun sich die Helfer in Zeiten von Individualismus, Digitalisierung und schwindender Verwurzelung ebenso schwer wie viele andere Organisationen.

Dabei ist der Ortsverband hoch aktiv: Mit seinen zwei Bergungsgruppen und der "Fachgruppe Elektroversorgung" war er in den vergangenen Jahren bei der Instandhaltung des Main-Donau-Kanals, beim Bau einer Behelfsbrücke in Eichstätt oder erst heuer beim Schneechaos in Südbayern gefragt. Die Fachgruppe mit ihrem mobilen Notstromaggregat ist zudem die einzige ihrer Art im Regionalbereich Ingolstadt.

"Viele unserer Einsätze sind aber nicht vor der Haustür, weshalb wir zu wenig wahrgenommen werden", bedauert Uwe Halbmeier. Am Tag der offenen Tür bemühten sich er und sein Team deshalb besonders um die Jüngsten. Denn auch wenn es nicht viele waren – wer erst "angebissen" hat, bleibt dem THW meist treu.

Mehr über das Treuchtlinger THW gibt es unter www.thw-treuchtlingen.de 

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