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Treuchtlinger SPD: Ja ist denn heut’ schon Wahlkampf?

Europawahl, Stadtpolitik, Mineralwasser-Streit und Tierschutz beschäftigten die Sozialdemokraten - 21.05.2019 06:04 Uhr

Drinnen im Gasthaus „Mocambo“ tagte die Treuchtlinger SPD, draußen entrollte die Wettelsheimer Tierschützerin Barbara Engelhardt (links) zusammen mit Unterstützern aus den Reihen der Linken ein provokantes Transparent gegen lange Tiertransporte, Massentierhaltung und umweltschädliche Agrarsubventionen, die sie von der EU gebilligt sehen. „Davon müssen Sie mich nicht überzeugen, sondern die Wähler“, antwortete ihr der SPD-Europakandidat Matthias Dornhuber aus Fürth und verwies auf die derzeitige Verantwortlichkeit der konservativen EVP-Fraktion in der EU-Kommission. © privat


"Wir sind schon im Wahlkampf – besonders die Weißenburger sind schon mittendrin", schickte Ortsvorsitzender Sebastian Hartl in seinem Ausblick auf die ebenfalls bevorstehende Kommunalwahl eine Spitze in Richtung Nachbarstadt. Gemeint waren der Streit um die Mineralwasser-Förderrechte der Firma Altmühltaler und die harte Position samt Klagedrohung der Stadt Weißenburg mit ihrem ebenfalls "roten" Oberbürgermeister Jürgen Schröppel.

"Geht es hier wirklich noch ums Wasser, wenn einer Behörde unterstellt wird, dass sie ihre Arbeit nicht sauber macht?", fragte auch der vom Ortsvorstand bereits zur Wiederwahl vorgeschlagene Bürgermeister Werner Baum. Er sei sich "nach wie vor sicher, zusammen mit der Mehrheit im Stadtrat den richtigen Weg eingeschlagen zu haben". Auch in allen Umfragen habe sich "die Masse der Treuchtlinger dafür ausgesprochen, dass Altmühltaler wegen der Stadtentwicklung, des Verkehrs und der Gefahr für die Schüler aus der Stadt raus muss". Das gehe in der Debatte derzeit völlig unter. Bei der Bürgersprechstunde am Donnerstag, 23. Mai, ab 17 Uhr in der Stadthalle werde er versuchen, mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen.

"Darüber sollten wir aber nicht vergessen, was die SPD in den letzten Jahren in Treuchtlingen auf die Beine gestellt hat", so Baum weiter. Die Stadt weise neue Baugebiete aus, investiere in die Feuerwehren und die Therme. Das Gesundheitszentrum aufzugeben, sei ihm "als Sozialdemokrat und Gewerkschafter nicht leicht gefallen". Es sei aber trotzdem "wichtig und richtig gewesen", um der Stadt finanziell Luft zu verschaffen. Für die Ansiedlung der psychosomatischen Bezirksklinik zollte der Rathauschef nicht zuletzt Landrat Gerhard Wägemann (CSU) Dank.

Positiver Einschnitt in schweren Zeiten

Zufrieden blickte auch Sebastian Hartl auf sein erstes Jahrs als Ortsvorsitzender im Team mit Max Böhm zurück. Der Wechsel an der Spitze sei "schon ein tiefer Einschnitt gewesen, aber im positiven Sinn". Mit seinem Vorgänger Stefan Fischer, der neuen Fraktionschefin Kerstin Zischler und deren Vorgängerin Susanna Hartl stehe dem Ortsvorstand zudem nach wie vor viel Erfahrung zur Seite.

"Eine herbe Ernüchterung" war für Hartl indes das Abschneiden der SPD bei den Bezirks- und Landtagswahlen. "Da braucht man nichts schönzureden, das war miserabel", so der Vorsitzende. "Wir stehen im Moment nicht gut da, aber es passiert wirklich viel in der Partei." So arbeite die Treuchtlinger SPD sehr aktiv am neuen Grundsatzprogramm der Partei mit und habe sich an Anträgen für eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsordnung und ein gerechteres Rentensystem beteiligt. Auch das Volksbegehren zur Artenvielfalt sei "ein unheimlicher Erfolg" gewesen.

Bis zur Nominierungsversammlung für Bürgermeister Werner Baum haben die Sozialdemokraten nun laut Hart "noch viel zu tun". Baum selbst betonte, er wünsche sich "einen Wahlkampf mit Herz und Verstand – auch wenn der Verstand gerade manchmal etwas fehlt..."

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