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Treuchtlinger SPD will Parkhaus und Bürgerbeteiligung

Die Stadtratskandidaten stellten bei ihrer Nominierung auch ihr gemeinsames Wahlprogramm vor - 04.12.2019 12:18 Uhr

Ortsvorsitzender Sebastian Hartl und Stadtratsfraktionschefin Kerstin Zischler stellten die Anliegen der Treuchtlinger SPD-Stadtratskandidaten vor. © Robert Maurer


Die Punkte, die sie bei der Nominierungsversammlung in Auernheim vorstellten, hätten die Kandidaten in mehreren Treffen gemeinsam entwickelt, betonte Hartl. Sie sind eine deutliche Unterstützung dessen, was sich Bürgermeister Werner Baum für seine neuerliche Kandidatur als Projekte auf die Fahne geschrieben hat, gehen teils sogar darüber hinaus.

Die Genossen sprechen sich laut Hartl klar für die Unterstützung einer landkreisweiten Volkshochschule aus. Treuchtlingen arbeite schon jetzt gut mit Gunzenhausen zusammen. Ein klares Bekenntnis gibt es auch zur Stadtbücherei, die für die SPD eine "ganz wichtige Institution" darstellt, wie Hartl ausführte.


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Das geplante Hotel an der Altmühltherme werden wohl alle Parteien und Gruppen als wichtiges Ziel im Wahlkampf anführen. Die Sozialdemokraten wollen darüber hinaus im Tourismus auch Treuchtlingen als "Marke" etablieren, wie Zischler erklärte. Die Stadt habe viel Potenzial, doch inmitten der Urlaubsregionen Fränkisches Seenland, Naturpark Altmühltal und Geopark Ries werde sie kaum wahrgenommen. "Wir wollen hier eine Identität schaffen."

Für die weitere Stadtentwicklung sei es sehr wichtig, dass die Firma Altmühltaler ausgesiedelt wird, betonte Hartl. Das Unternehmen sei natürlich ein enorm wichtiger Arbeitgeber, doch der Schwerlastverkehr sei auch eine enorme Belastung. Was die Bebauungspläne angeht, würden die Sozialdemokraten dort gern mehr Begrünung festgeschrieben sehen.

Unter dem Schlagwort "Gesundheit" ging Zischler kurz auf die geplante psychosomatische Fachklinik ein und setzte als Ziele die Verankerung des Medizinischen Versorgungszentrums und die Ansiedlung weiterer Fachärzte. Wie die Sozialdemokraten das konkret umsetzen wollen, führte sie nicht aus.

Weg vom Auto

Die SPD-Kandidaten wollen sich außerdem für ein Parkhaus am Bahnhof einsetzen, weil das wichtig sei, um die Menschen dazu zu bringen, das Auto stehen zu lassen und die Bahn zu nutzen, erläuterte Hartl. Das sei auch ökologisch gewollt. Schon jetzt habe der Treuchtlinger Bahnhof ein Einzugsgebiet, in dem rund 100.000 Menschen leben. Deshalb sollten sich nach Ansicht des Ortsvorsitzenden auch die Bahn und der Landkreis an den Kosten für ein solches Projekt beteiligen.

Ein weiterer Punkt in Sachen Infrastruktur ist für die SPD ein funktionierendes Radwegenetz. "Nur so bekommen wir die Bürger dazu, ihr Auto stehen zu lassen und das Rad zu nutzen." Auch das sei eben ökologisch sinnvoll, so Hartl.

Der Wald müsse auf vorbildliche Weise dem Klima angepasst werden, führte Zischler aus. Treuchtlingen verfüge über erhebliche Waldflächen und müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen. Aber auch bei der Bebauung müssten Konzepte genutzt werden, um auf den Klimawandel zu reagieren, sagte sie und nannte Dachbegrünungen, Zisternenförderung und Nahwärmenetze als Ideen.

Digitalisierung und Familie

Für die Kleinkinder hätte die SPD gern mehr Hortplätze und spezielle Spielplätze, für die Jugend einen selbstverwalteten Jugendtreff, für muslimische Frauen die Wiedereinführung des Frauenbadetags in der Therme, und ganz generell solle in sämtlichen Belangen auf die Barrierefreiheit geachtet werden.

Als IT-ler ist Sebastian Hartl überdies der Bereich der Digitalisierung ein Anliegen. Er sähe es gern, wenn Treuchtlingen hier voranginge, um den Bürgern den ein oder anderen Gang ins Rathaus zu ersparen.

Die Thementische aus dem "Stadtentwicklungsprozess 2030" haben sich aus Sicht des Ortsvorsitzenden "extrem gut bewährt" und sollten unbedingt fortgeführt werden. Darüber hinaus wünsche er sich aber die Möglichkeit einer digitalen Beteiligung über die Homepage der Stadt. Dafür gebe es clevere Software, mit der andere Städte schon gute Erfahrungen gemacht hätten. Hartl: "So bekommen wir kluge Ideen von außen. Aber die Souveränität der Entscheidung bleibt trotzdem beim Stadtrat."

ROBERT MAURER E-Mail

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