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Treuchtlinger UFW setzt auf Hubert Stanka

Früherer TK-Chef tritt bei Kommunalwahl an - Bürgermeister-Kandidatur "nicht auszuschließen" - 16.04.2019 06:04 Uhr

Hubert Stanka (links) soll für die UFW in den Treuchtlinger Stadtrat einziehen – und das längst nicht allein, wenn es nach Fraktionschef Klaus Fackler (rechts) geht. © Patrick Shaw


Welche Rolle genau das ist, wird laut Fraktionssprecher Klaus Fackler "demokratisch entschieden, wenn die Liste komplett ist". Es freue ihn aber "außerordentlich, dass Hubert Stanka den Weg zu uns gefunden hat". Das sei "ein Ritterschlag für die UFW", könne der einstige Lokalzeitungschef doch "mehr als jeder andere einschätzen, was in den letzten 20 Jahren im Stadtrat wichtig war". Die Kandidatur des 57-Jährigen, der zudem Vorsitzender des Dietfurter Dorfvereins und Gründer des Weißenburger Motorsportveranstalters "Baboons" ist, sehe er "als unmittelbare Bewertung der Arbeit der UFW".

Diese war bis vor kurzem eine Fraktion der Freien Wähler (FW). Um sich gegen die parteipolitische Positionierung der Landes-FW in der Koalition mit der CSU abzugrenzen und Eigenständigkeit zu betonen, benannten die Stadtratsmitglieder Klaus Fackler, Christian Früh und Manfred Kreß ihre Fraktion zu Jahresbeginn in "Unabhängige Freie Wählergemeinschaft" (UFWG) um. Das "G" ist nun noch weggefallen, offizieller Name ist "UFW – die Unabhängigen".

Die drei Ratsmitglieder hatten damals betont, dass es aussichtsreiche Kandidaten für ihre Liste gebe, die aber die Unabhängigkeit der UFW zur Bedingung gemacht hätten. Einer davon ist Hubert Stanka. "Parteiliche Unabhängigkeit ist für mein Engagement in der Kommunalpolitik eine Grundvoraussetzung. Ich setze mich für offene Diskussionen über Parteigrenzen hinweg ein, für transparente politische Entscheidungen und dafür, dass diese den Bürgern auch erklärt werden", erläutert er.

Unabhängigkeit statt Parteiräson

Es widerspreche seinem demokratischen Verständnis, wenn Beschlüsse "nur in kleinen Führungszirkeln gefasst werden und dann von Mandatsträgern Parteiräson vorausgesetzt wird", so der designierte Spitzenkandidat. Gerade angesichts der heutigen, oft unüberschaubaren Informationsflut müsse man "den Leuten Politik besser erklären".

Stanka glaubt, "dass viele Bürger ähnlich empfinden und Parteistrukturen manche davon abhalten, sich politisch zu engagieren". Im kommunalen Bereich sei dies zwar weniger gravierend, aber auch in Treuchtlingen gebe es "Gräben zwischen den Stadtratsfraktionen", die zu überwinden eines der Ziele der UFW sei. Dazu gehöre vor allem, "immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger zu haben und Entscheidungen stets auf ihre Zukunftsorientierung und Umweltverträglichkeit abzuklopfen".

Einer politischen Richtung möchte sich Stanka deshalb nicht zuordnen lassen. "Es geht um lokale Themen. Wir werden in manchen Punkten ökologisch oder links sein, in anderen konservativ." Der Umweltschutz stehe bei der UFW aber traditionell weit oben auf der Agenda.

Vor Ort die Welt retten

"Ökologie beginnt in der Lokalpolitik. Wir können nicht darauf warten, dass die Bundespolitik die Welt rettet", sagt Fackler. Das Biomasseheizkraftwerk, der Nahwärmeverbund mit der Therme, der Naturpark und der Artenschutz seien logische Schwerpunkte der UFW. Und "linke" Politik? "Wenn die darin besteht, bezahlbare Wohnungen zu bauen, dann ja", so der Fraktionschef.

"Das Mega-Thema schlechthin" ist Fackler zufolge in den nächsten Jahren jedoch die Treuchtlinger Stadtmitte, vor allem wenn die Firma Altmühltaler ganz an die Heusteige umziehe. Damit einher geht laut Stanka die Verkehrsplanung, die "analog zu Dietfurt nicht nur in einem kleinen Gremium diskutiert werden sollte". Wichtig sei es allerdings, daneben die Dörfer nicht zu vergessen.

Erklärtes Hauptziel der UFW für die Kommunalwahl ist nach Facklers Worten, "dass wir deutlich wachsen und nicht mehr nur die kleine Juniorfraktion bleiben". Mehr Frauen und mehr junge Leute sollen sich bei den "Unabhängigen" engagieren.

Bürgermeisteramt im Visier?

Ob die UFW einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schickt, ist indes noch offen. Hubert Stanka, bei dem Klaus Fackler "fest davon überzeugt ist, dass er dem nächsten Stadtrat angehören wird", will diesbezüglich "nichts ausschließen". Die Frage stelle sich aber erst, wenn die Kandidatenliste komplett sei. Auch die amtierenden Stadtratsmitglieder wollen sich erst dann dem Votum der Mitstreiter stellen, wobei Stanka hofft, "dass die drei weitermachen".

Die Themenfindung für das Wahlprogramm startet bei der UFW im Mai. "Dabei werden sich auch einige Schwerpunkte verschieben", kündigt Fraktionschef Fackler an. Im Kreistag wolle man dagegen weiterhin eng mit den Freien Wählern kooperieren, die für die Unabhängigkeit ihrer Treuchtlinger Kollegen ohnehin "sehr viel Sympathie" hätten.

Mehr Informationen über die UFW gibt es unter www.ufw-treuchtlingen.de oder beim ersten offenen Treffen am Freitag, 3. Mai, um 19.30 Uhr in den Wallmüllerstuben. 

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