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Treuchtlinger UFW stellen "fast perfekte Liste" vor

Die "Unabhängigen" treten mit elf Frauen, 13 Dörflern, aber ohne Bürgermeisterkandidaten an - 13.12.2019 06:04 Uhr

Die Stadtratskandidaten der Treuchtlinger UFW (von links): Norbert Fleischmann, Serge Yameogo, Klaus Fackler, Ulrike Rauscher, Roland Schmid, Kathrin Kaiser, Ralf Bresa, Christian Früh, Manfred Kreß, Hubert Stanka, Ruth Seelig, Alexander Krämer, Regina Müller, Karl Herzner und Udo Klier. © Patrick Shaw


Die 15 Stimmberechtigten (ohne Wahlleiter Klaus Fackler, aber mit einem Gast, da bei den UFW jeder mit abstimmen darf, der nicht für eine andere Partei kandidiert) begrüßte Spitzenkandidat Hubert Stanka nur knapp, bevor er schnurstracks zur Sache kam. Die Liste aufzustellen sei viel Arbeit gewesen, weil die UFW keine Parteistruktur im Hintergrund haben, erklärte er. Und zur Grundausrichtung: "Wir setzen auf unabhängige Politik ohne Parteilinie, auf Ehrlichkeit, Transparenz und Sachlichkeit".


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Einen Bürgermeisterkandidaten stellen die UFW allerdings nicht, auch wenn "wir wissen, dass sich das viele Bürger wünschen würden", so Stanka. Er selbst wolle sich ehrenamtlich für die Stadt einsetzen, aber nicht als hauptberuflicher Rathauschef. Auch dieses Eingeständnis gehöre zur geforderten Ehrlichkeit.

Auf den Listenplätzen zwei und vier folgen mit Manfred Kreß und Christian Früh zwei amtierende Stadtratsmitglieder. Ersterer bezeichnete die UFW als "Zünglein an der Waage", denn "wenn eine der beiden großen Parteien die absolute Mehrheit hätte, würde vieles schlechter laufen". Und auch Früh machte deutlich, wie wichtig ihm die Unabhängigkeit ist: Als er in den 1980er Jahren im Allgäu in der Jungen Union gewesen sei, habe ihn das bald "dermaßen abgeschreckt, dass ich gesagt habe: Nie mehr in eine Partei!"

Dritter Bürgermeister auf letztem Platz

Das Trio der Amtsinhaber vervollständigt Treuchtlingens dritter Bürgermeister und UFW-Fraktionschef Klaus Fackler. Er tritt nach 24 Jahren im Stadtrat demonstrativ auf dem letzten Listenplatz an, weil er überzeugt sei, "dass jedes politische Amt auf Zeit vergeben ist und nicht zur Gewohnheit werden sollte". Er wolle jüngeren und insbesondere weiblichen Bewerbern den Vortritt lassen – und wenn er dann trotzdem nach vorn gewählt werde, sei das "ein absolut ehrliches Ergebnis". Dass Fackler zugleich auf der Kreistagsliste der Grünen steht, ist für den parteilosen Gundelsheimer kein Widerspruch: "Mir ist Umweltschutz wichtig, und die Freien Wähler sind mir auf Kreisebene der Partei zu nahe."

Weitere stadtbekannte Gesichter sind Treuchtlingens Jugendarbeit-Urgestein Norbert Fleischmann sowie Ester Hirschmann, die von 2002 bis 2014 bereits Ratsmitglied war und nach sechs Jahren Pause erneut kandidiert. Recht bekannt ist auch Ruth Seelig auf Listenplatz drei. Die Wettelsheimerin war früher in der Touristinformation tätig und zehn Jahre lang Leiterin der Stadtbücherei. Sie ist "überzeugt vom Konzept, dass bei den UFW jeder nach seiner eigenen Überzeugung entscheiden kann".

Miteinander die Stadt voranbringen

Oft zu hören gab es bei den übrigen Kandidaten, dass Treuchtlingen "eine Stadt ist, aus der man etwas machen kann". Es werde "viel gemosert, aber wenig getan", bedauert Regina Müller. Deshalb brauche es im Stadtrat "ein gutes Miteinander", so Ulrike Rauscher. Unzufrieden sind Roland Schmid aus Möhren (dessen Frau Katja auf Platz drei bei der CSU kandidiert) mit der Behandlung der Dörfer und Alexandra Schwierz vom Heunischhof mit der Kinderbetreuung. Über sie dürften "nicht nur Männer über 60 entscheiden", begründet die 29-Jährige ihre Bewerbung.

Für Heiterkeit sorgte Alexander Krämer mit der Feststellung, dass er auf seinen Geburtsort Weißenburg "im Moment nicht sehr stolz" sei und "zu allem eine Meinung habe, manchmal sogar eine eigene". Die ersten Wahlaussagen der UFW, aber ausdrücklich "noch nicht das fertige Programm", stellte abschließend Manfred Kreß vor. Darüber stehen als Motto die Schlagworte "Offenheit und Einigkeit".

Die Stadtratskandidaten der Treuchtlinger UFW:

1. Hubert Stanka, 58, Geschäftsführer, Dietfurt

2. Dr. Manfred Kreß, 66, Hausarzt, Wettelsheim

3. Ruth Seelig, 54, Erzieherin, Wettelsheim

4. Christian Früh, 68, Konrektor i.R., Dietfurt

5. Ulrike Rauscher, 67, Fachlehrerin i.R., Treuchtlingen

6. Serge Yameogo, 38, Wirtschaftsingenieur, Wettelsheim

7. Marion Rosenwirth, 56, Verwaltungsangestellte, Möhren

8. Roland Schmid, 48, Polizeibeamter, Möhren

9. Verena Held, 28, Entwicklungsingenieurin, Treuchtlingen

10. Michael Uhlig, 44, Bankbetriebswirt, Treuchtlingen

11. Regina Müller, 35, Diplom-Sozialpädagogin, Treuchtlingen

12. Udo Klier, 51, Heizungs- und Lüftungsbauer, Wettelsheim

13. Uschi Lechner, 52, Dozentin, Treuchtlingen

14. Alexander Krämer, 49, Handelsvertreter, Treuchtlingen

15. Kathrin Kaiser, 27, Physiotherapeutin, Treuchtlingen

16. Ralf Bresa, 51, Finanzbeamter, Treuchtlingen

17. Lisa Stanka, 30, Auszubildende, Dietfurt

18. Alexandra Schwierz, 29, Agraringenieurin, Heunischhof

19. Karl Herzner, 62, Architekt, Treuchtlingen

20. Ramon Truchero, 49, selbständig, Treuchtlingen

21. Norbert Fleischmann, 60, Heilerziehungspfleger, Möhren

22. Barbara Seuberth, 58, Lehrerin, Auernheim

23. Ester Hirschmann, 58, Lehrerin, Treuchtlingen

24. Klaus Fackler, 56, Agraringenieur, Gundelsheim

Ersatzkandidatin:

25. Renate Früh, 70, Rentnerin, Dietfurt

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