Freitag, 21.02.2020

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VdK Treuchtlingen verzeichnet Rekord-Mitgliederzuwachs

Zahlreiche Mitglieder kamen aus dem aufgelösten Schambacher Ortsverein - 12.02.2020 06:00 Uhr

Gut ein Drittel der zu ehrenden Jubilare des Treuchtlinger VdK nahmen ihre Urkunden bei der Jahresversammlung in Empfang. © Foto: Jürgen Leykamm


"Die Rente ist sicher": Kaum ein Satz wird in Deutschland häufiger mit sarkastischem Blick auf die tatsächliche Situation zitiert, wie dieser, den der damalige Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm 1986 im Zuge der umstrittenen Rentenreform sprach. Die Sorge um die Vorsorge im Alter treibt heute viele Bürger um – und sorgt beim Sozialverband VdK seit Jahren für steigende Mitgliederzahlen. Auch in Treuchtlingen.

Der Zuwachs, den der Ortsverband im vergangenen Jahr verzeichnet hat, ist dennoch außergewöhnlich. Von 556 auf 712 wuchs die Mitgliederzahl, wie die Vorsitzende Brigitte Neumeier bei der mit rund 100 Gästen ebenfalls gut besuchten Jahresversammlung im Stammlokal "Mocambo" bekanntgab. Hauptgrund für das Plus ist Neumeiers Stellvertreter Gerhard Neupert zufolge allerdings die Auflösung der VdK-Außenstelle in Schambach. Weil sich dort kein neuer Vorstand gefunden hatte, wechselten die gut 100 Mitglieder letztes Jahr nach Treuchtlingen.

"Wir haben durch unsere Arbeit und unser Angebot aber auch etliche neue Mitglieder gewonnen", so Neupert im Gespräch mit unserer Zeitung. "Wer heute in Rente geht, bekommt oft weniger, wenn der VdK nicht nachhilft. Das zahlt sich aus." So liege das Interesse der Bürger an der Tätigkeit des Sozialverbands nicht zuletzt am "mangelnden Vertrauen in die ordnungsgemäße Arbeit der Deutschen Rentenversicherung". Bei vielen Rentnern reichen dem VdK-Vize zufolge "48 Prozent des letzten Lohns hinten und vorne nicht. Und gerade wer wenig verdient und privat vorsorgen müsste, kann das nicht."

Ehrenamtliche gesucht

Trotzdem hat auch der Treuchtlinger VdK ein Führungsproblem, der Vorstand ist reichlich ausgedünnt. "Wir würden uns sehr freuen, wenn wir neue Beisitzer gewinnen könnten", appellierte Neupert an die Versammlung. Ideal wären ein oder zwei Personen aus jedem Ortsteil.

Aus Altersgründen hatten sich in den Vorjahren etliche Vorstandsmitglieder aus dem Gremium verabschiedet, und auch Kassier Hans Lichei gibt nun aus privaten Gründen sein Amt ab, das er ein halbes Jahrzehnt lang innehatte. Für ihn ist allerdings schon ein Nachfolger in Sicht. Neuperts Dank galt indes einer besonderen ehemaligen Beisitzerin: Brigitte Neumeier rückte vor zwei Jahren aus diesem Amt zur Verbandschefin auf. Seither habe sie die Geschicke des VdK mit viel Herzblut geführt.

Um mehr Engagement warb der Stellvertreter indes für die derzeit fast ausnahmslos von den Vorstandsmitgliedern durchgeführte Herbstsammlung unter dem Motto "Helft Wunden heilen". Ihr Erlös kommt den Angeboten und Dienstleistungen des VdK zugute, mit denen der Verband "bei Behörden Türen öffnet, von denen ich nicht einmal gewusst habe, dass es sie gibt", so Neupert. Dass dies indes nicht immer fruchtet, zeigt das Hin und Her um die Behindertentoilette im Stammlokal "Mocambo".

Urkunden gab es bei der Jahresversammlung für insgesamt 34 Jubilare – für die meisten allerdings in Abwesenheit. Persönlich nahmen die Ehrung Herrmann Enzelberger und Elsbeth Oppelt für 25 Jahre Mitgliedschaft sowie Edmund Bayer, Monika Bayer, Lieselotte Durst, Marion Durst, Sieglinde Koerth, Helmut Lichei, Gerhard Neupert, Bernhard Rottelberger, Bettina Schmitt und Siegmund Stark für jeweils zehn Jahre Treue zum VdK entgegen.

Das aktuelle Jahresprogramm stellte Neumeier vor. So gibt es ab März an jedem vierten Dienstag im Monat eine Sprechstunde. Der nächste Stammtisch des VdK findet am Freitag, 14. Februar, im Gasthaus "Mocambo" statt, Beginn ist um 19 Uhr. Ein Kaffeetreff mit Filmvorführung ("Oskar und die Dame in Rosa") folgt am Montag, 23. März, um 14 und 20 Uhr im Kino Central.

JÜRGEN LEYKAMM UND PATRICK SHAW E-Mail

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