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Dienstag, 16.07.2019

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Waldlust Schambach wird 100 Jahre alt

Verein feiert am Wochenende ein großes Fest mit Sonnwendfeuer - 19.06.2019 11:57 Uhr

Ausflüge in die nähere Umgebung gehörten zu den Hauptaktivitäten der Waldlust Schambach, die am Wochenende ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum feiert. Unser Archivfoto aus den 1980er Jahren zeigt eine Wanderung zur Wasserscheide bei Graben. © Foto: Archiv Waldlust Schambach


Am kommenden Wochenende ist in Schambach ein großes Fest angesagt: Die "Waldlust" feiert ihr 100-jähriges Bestehen.

"Am Sonntag, den 22. Juni 1919 trafen sich im damaligen Gasthaus Kühnlein nachmittags um zwei Uhr 17 Herren mit dem Ziel, der Schambacher Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg wieder etwas Abwechslung und Unterhaltung zu bieten", schreibt der Verein in seiner Chronik. Nach dem Vorbild der Nachbarstädte Weißenburg und Treuchtlingen gründeten die Schambacher einen "Waldlust"-Verein, dessen erster Vorsitzender Karl Neubauer war – für ganze 36 Jahre.

Zahlreiche Theateraufführungen, Wanderungen und Ausflüge standen in dieser Zeit auf dem Programm des Vereins. Dabei sollte auch das gesellige Zusammensein nicht zu kurz kommen. Das rege Vereinsleben sprach sich schnell herum, sodass sich auch Leute aus den umliegenden Ortschaften um eine Aufnahme bemühten. Damals stießen laut Vereinschronik etliche Osterdorfer, Dietfurter, Dettenheimer und Treuchtlinger dazu.

Die Inflation in den 1920er Jahren schlug auch in Schambach voll zu. So sollte der Vereinsdiener als Entlohnung 12 000 Mark pro Jahr erhalten, doch allein der Monatsbeitrag – der am Preis für eine Maß Bier angelehnt war – stieg bald auf über 1000 Mark.

Kaum zehn Jahre nach der Inflation folgte die nächste Katastrophe: die Machtergreifung durch das Nazi-Regime. "Es gab keine Vereinsvorstände mehr, sondern Vereinsführer", erinnert die Waldlust in ihrem Rückblick auf die damalige Zeit. Die Vereinsfahne wurde vorsorglich einem Vorstandsmitglied geschenkt, um einer Beschlagnahmung vorzubeugen. Obwohl überwiegend in Grüntönen gehalten, habe sie der Reichsführung offenbar zu viel Rot und Schwarz enthalten, heißt es in der Chronik.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich der Gründungsvorstand bei der amerikanischen Militärregierung um eine neue Zulassung des Vereins, die 1946 genehmigt wurde. So ging es langsam wieder aufwärts, und es standen erneut Theateraufführungen, Wanderungen, Ausflüge und Radtouren an.

Die schnelle technische Entwicklung während des "Wirtschaftswunders" führte allerdings dazu, dass "nicht nur in unserem Verein, sondern überall das gesellschaftliche Zusammensein immer weniger Wertschätzung erhält", schreiben die Schambacher in ihrer Rückschau.

Dort ist auch von einem Verlust die Rede: Zwar hatte die ursprüngliche Vereinsfahne den Krieg überstanden, dennoch ist das Original seit Jahrzehnten nicht mehr auffindbar. Nach einer regnerischen Trauerfeier am 24. Mai 1974 sei die Fahne zum Trocken aufgehängt worden – und war am Ende des Tages auf einmal weg. Das Verschwinden konnte bis heute nicht geklärt werden. In der Zwischenzeit wurde freilich eine neue Fahne besorgt.

Bereits seit 1981 ist nun Friedrich Kühnlein Vorsitzender des Waldlust-Vereins – und damit das erst fünfte Mitglied auf diesem Posten. Der im selben Jahr gegründete Verein "Waldlust Wettelsheim" wird in der Chronik übrigens nicht erwähnt. Dennoch bestehen enge freundschaftliche Verbindungen in den Rohrachort. So nahmen die Schambacher erst im Mai ihrerseits an der 100-Jahr-Feier der Wettelsheimer teil.

Das Festprogramm am Wochenende

In Schambach wird zum Waldlust-Jubiläum am Wochenende im Festzelt am Knipfer gefeiert. Auftakt ist am Freitag, 21. Juni, um 19 Uhr bei der Plattenparty mit DJ Haufi und dem Sonnwendfeuer.
 
Am Samstag, 22. Juni, um 17.30 Uhr treffen sich die Vereine an der Brücke zum anschließenden Totengedenken auf dem Friedhof. Um 18 Uhr folgt der Einzug ins Festzelt samt anschließender Begrüßung und Verlesen der Vereinschronik. Danach geht es über zum bunten Abend mit der Pfraunfelder Blasmusik.
 
Der Sonntag, 23. Juni, startet um 9 Uhr mit einem Gottesdienst im Festzelt. Um 10 Uhr geht’s zum Frühschoppen mit anschließendem Mittagessen. Ab 14 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen sowie Unterhaltungsmusik mit „Jurablech“. Die kleinen Besucher können sich derweil in der Hüpfburg austoben. 
 
Der eng befreundete Verein Waldlust Wettelsheim ist ebenfalls vertreten. Seine Mitglieder treffen sich am Samstag um 16.45 Uhr und am Sonntag um 8.30 Uhr, jeweils in der Marktstraße, um in Fahrgemeinschaften nach Schambach zu fahren. tk

  

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