Outdoorsport-Möglichkeiten sind gefragt 

Was derzeit im Heumöderntal "am Brodeln" ist

13.7.2021, 05:22 Uhr
Die Situation im Heumöderntal sorgt schon länger für Unmut bei Anwohnern und Einheimischen. Nun gibt es neue Entwicklungen.

Die Situation im Heumöderntal sorgt schon länger für Unmut bei Anwohnern und Einheimischen. Nun gibt es neue Entwicklungen. © Foto: Benjamin Huck

Zuletzt hatte die Berichterstattung im Nachgang zur Waldstadtratssitzung für mehrere Zuschriften gesorgt. Nun stellt die Stadt in einem Schreiben klar, dass die neue Lifttrasse weder genehmigt, noch final geplant ist. Anlass genug, um noch einmal einen Überblick über den aktuellen Sachstand im Heumöderntal zu geben. Fakt ist, dass sich die sechs offiziellen Mountainbiketrails großer Beliebtheit erfreuen, weshalb vor allem an den Wochenenden ein hohes Besucheraufkommen vorhanden ist. Dies sei – so geht es aus dem Schreiben des Rathauses hervor – auf der einen Seite sehr erfreulich.

"Auf der anderen beschert dies den Anwohnern der Uhlbergstraße deutlich mehr Verkehr und die begrenzten Flächen werden zum Parken verwendet", heißt es weiterhin. Diese Problematik ist den Betreibern der Talstation und der Stadt Treuchtlingen schon länger bekannt. Aus diesem Grund schilderte man vor dieser Saison Ausweichparkplätze im Stadtgebiet aus.

Illegale Trails in ganz Bayern

Zudem ist ein Mountainbike-Streckennetz zwischen und rund um die Kommunen Treuchtlingen, Pappenheim und Solnhofen in Planung. Hierbei wird beabsichtigt, die Mountainbikefahrer ergänzend zu den Heumöderntrails in der näheren Region zu verteilen. Der ausschlaggebende Punkt für dieses interkommunale Projekt sei die mangelnde Besucherlenkung gewesen, welche im gesamten oberen Altmühltal für Konflikte sorgt. "Durch eine Vielzahl an illegalen Trails in ganz Bayern müssen Kommunen legale Alternativen schaffen", heißt es aus dem Rathaus.


Neuer Lift im Heumöderntal stößt auf Widerstand


Die Mountainbiker sollen nun gezielt auf die vorhandene Trail-Infrastruktur geleitet und illegale Trails bestmöglich zurück gebaut sowie mit Hinweisschildern (auf denen beispielsweise "Hier bitte nicht" steht) versehen werden.

So sollen Bodenerosionen, die zumeist durch nicht fachgerecht angelegte Trailstrukturen entstehen, sowie Konflikte mit anderen Interessensgruppen – Jägern, Förstern und Spaziergängern – vermieden werden.

Für Diskussionen hatte zuletzt auch die Debatte rund um einen neuen Schlepplift im Heumöderntal gesorgt. In dieser Hinsicht sei noch alles offen, heißt es aus der Verwaltung. Wie bereits berichtet wurde, ist der bestehende Lift am Skihang nicht mehr funktionstüchtig.

Ursprünglich brachten Christian Wißmüller und Axel Rosenbauer die Möglichkeit ins Spiel, einen gebrauchten Lift zu erwerben, der nicht nur von den Wintersportlern, sondern auch von den Radfahrern genutzt werden könnte. Diese Idee stellten beide Initiatoren der Stadt Treuchtlingen und den städtischen Gremien vor.

Verschiedene Gutachten nötig

Um den erworbenen Lift im Heumöderntal aufbauen zu können, ist allerdings eine Genehmigung nach dem Bayerischen Eisenbahn- und Seilbahn-Gesetz erforderlich. Bestandteil des Genehmigungsverfahrens ist ein Lageplan, in welchem unter anderem die Bahnachse, Zufahrten, Wege und sonstige Verkehrsanlagen, Waldflächen und Stromzuführungsleitung eingetragen sind. Zur Prüfung der Umweltverträglichkeit müssen auch verschiedene Gutachten erstellt werden.

"Hierdurch wird sichergestellt, dass notwendige Eingriffe in die Natur kompensiert beziehungsweise minimiert werden", heißt es aus dem Rathaus. Die Ergebnisse der gesammelten Gutachten werden Ende 2021 erwartet.


E-Mountainbike-Premiere mit Hindernissen


Auch die Vorhaltung einer entsprechenden Anzahl an Parkplätzen ist Teil des laufenden Genehmigungsverfahrens. Die zuständige Behörde ist das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden die Behörden und Stellen, die Träger öffentlicher Belange sind, durch das Landratsamt angehört, hierzu gehört auch die Stadt Treuchtlingen.

In einem frühen Stadium der Planungen wurde auch mit dem Betreiber des Wildgeheges, Oswald Bayer, eine Teilverlegung des Damwildgeheges nach Norden in den Wald hinein diskutiert. Dies käme letztlich auch dem Rehwild zugute, welches sich dann vermehrt in den Wald zurückziehen könnte.

Falls eine Ausdehnung nach Norden stattfindet, würde das Gehege im Osten um die gleiche Fläche schrumpfen. Bezüglich des Geheges wurde bis zum heutigen Zeitpunkt aber noch keinerlei Beschluss gefasst, da noch keine endgültigen Betriebskonzepte der Betreiber – des Lifts und der Trails – vorliegen.

Die Stadtverwaltung hat gegenüber dem Treuchtlinger Kurier zugesichert, dass sich der Stadtrat und verschiedene Ausschüsse nach der Sommerpause intensiv mit dem schon länger bestehenden Thema "Mountainbiken im Heumöderntal" beschäftigen werden.

Die Bürger reden mit

Dann soll auch diskutiert werden, wie Besucherströme gelenkt, Fußgänger und Radfahrer getrennt und wie ein "Wildwuchs" von Fahrradaktivitäten vermieden werden können. Das Gremium werde sich außerdem mit dem Problem des E-Mountainbikes im Gelände beschäftigen und dazu Stellungnahmen des DAV, von Förstern und Jägern anhören, heißt es weiterhin. Das Genehmigungsverfahren zum Schlepplift obliegt der Kreisverwaltungsbehörde, also dem Landratsamt. Dieses hört auch die Träger öffentlicher Belange an. Auch eine Bürgeranhörung sieht das Verfahren vor; Bürger können dann die Unterlagen einsehen und ihre Bedenken schriftlich einreichen.Die Anregungen und Einwände sind im Rahmen dieser Anhörung dann nach Gesetzeslage vom Landratsamt zu beurteilen.

Sobald alle Informationen vorliegen, möchte die Stadt Treuchtlingen in jedem Fall eine Informationsveranstaltung anbieten. In dieser sollen die Betreiber der Liftanlage und Trails ihre Lagepläne und Betriebskonzepte, welche momentan noch bearbeitet werden, öffentlich vorstellen. "Wünschenswert wäre eine sorgfältige Abwägung aller Interessen, jung oder alt, Fußgänger oder Radfahrer, bei gleichzeitigem, verantwortungsvollem Umgang mit unseren beschränkten natürlichen Ressourcen", so die Bürgermeisterin. Für sie ist klar, dass eine Lösung nur durch den Dialog aller Beteiligten gefunden werden kann.

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