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Mittwoch, 12.05.2021

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Wasserstoff: Treuchtlingen schließt Vertrag mit GP Joule

Die nächsten Schritte im Überblick - 17.04.2021 06:01 Uhr

Die Aufnahme zeigt eine Anlage, wie sie von GP Joule in Nordfriesland gebaut worden ist. Samt Elektolyseur und Wasserspeicher (zwei davon sind links im Bild zu sehen) wird sie in Treuchtlingen zunächst nur halb so groß sein – sie ist aber beliebig ausbaubar.

01.03.2021 © Foto: GP Joule


Anders als sonst üblich wurde bei der Sondersitzung des Gesamtstadtrats am Donnerstagabend zunächst nicht öffentlich über die Wasserstoff-Thematik diskutiert. Es ging darum, einen Gesellschaftsvertrag zu unterzeichnen und gemeinsam mit dem Buttenwiesener Unternehmen GP Joule eine GmbH zu gründen. Diese wird es nun geben und sie trägt den Namen "Neue Energien Treuchtlingen GmbH".

Die Stadtverwaltung und die Bürgermeisterin werden den Vertrag nun unterzeichnen und einen Kredit aufnehmen, um die notwendigen außerplanmäßigen Mittel in das Projekt einzubringen. Im ersten Schritt kommt auf die Stadt einehaftungsbeschränkte Einlage von 12.500 Euro zu. Denselben Anteil bringt auch die Firma GP Joule als Stammkapital in die Gesellschaft mit ein.


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Wie Bürgermeisterin Kristina Becker gegenüber dem Treuchtlinger Kurier betonte, sehe man in der Gründung der Gesellschaft klare Vorteile, da so das Risiko gleichmäßig auf beide Parteien verteilt sei und man zugleich von der Expertise von GP Joule im Bereich der erneuerbaren Energien profitieren könne. Zudem würde es eine wichtige Hilfestellung bei der Beschaffung von Fördermitteln geben, auf welche die Gemeinde auch dringend angewiesen ist.

Nun kommt das Gutachten

Sobald es für die Fördermittel eine Zusage gibt, soll eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben und durchgeführt werden, angedacht ist hierfür die Jahresmitte. Da dieses Gutachten mit extrem hohen Kosten verbunden ist (100.000 bis 200.000 Euro), ist eine Förderzusage entscheidend. Dann würden 70 bis 90 Prozent der Kosten gefördert, und die Eigeninvestition der Stadt auf 10.000 bis 20.000 Euro reduziert.

Die hohen Kosten der Machbarkeitsstudie sind darin begründet, dass ihr Ansatz sehr umfassend ist. Grob zusammengefasst, wird das gesamte Stadtgebiet neu überplant werden. Dabei werden vorhandene Strukturen im Bereich von PV-Anlagen, Windkraftanlagen, Biogasanlagen und das Stromnetz der Stadtwerke erfasst und die Projekte, die beispielsweise in den nächsten Jahren im Bereich der Nahwärme und der erneuerbaren Energien geplant sind, mit einkalkuliert.


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Außerdem werden Flächenpotenziale für künftige Anlagen im gesamten Gemeindegebiet ausgemacht. Es geht also darum, aufzuzeigen, welches Wärme- und Energienetz es aktuell gibt, welche Potenziale Treuchtlingen hat und wie der bisherige Energiemix optimiert werden kann.

Fraktionsmitglieder sitzen im Aufsichtsrat

Die Bürgermeisterin begründete ihre Wahl für GP Joule erneut damit, dass es sich bei dem Unternehmen um ein (im Gegensatz zu Siemens) relativ kleines handle, das aus der Region stammt und damit wirbt, dass die Projekte in Form einer Beteiligung möglichst bürgernah umgesetzt werden sollen.


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Die Gesellschaft „Neue Energien Treuchtlingen GmbH“ besteht aus einer Geschäftsführung und einem Aufsichtsrat sowie der Gesellschafterversammlung. Mitglieder im Aufsichtsrat sind laut Vertrag ein Mitglied von GP Joule sowie vier Personen, die aus den Fraktionen des Stadtrats berufen werden. Darüber hinaus wird es einen Vertreter aus der lokalen Industrie und einen Vertreter aus dem Bereich der Windenergie geben.

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