Donnerstag, 03.12.2020

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Wie weihnachtlich wird’s trotz Virus?

Treuchtlingen putzt sich heraus, ein Ersatz für die Schlossweihnacht ist aber nicht in Sicht - 11.11.2020 06:04 Uhr

Zweieinhalb Wochen sind es noch bis zum ersten Advent. Doch in der Treuchtlinger Innenstadt ist das Bauhof schon fleißig dabei, die Weihnachtsbeleuchtung an den Häusern anzubringen. Knapp zwei Wochen dauert das meist – daher der frühe Start.

10.11.2020 © Patrick Shaw


Seit Anfang dieser Woche sind die Mitarbeiter des Stadtbauhofs nämlich fleißig dabei, die großen Tannenbaum-Hälften mit den romantischen Lichterketten an den Häusern rund um Rathaus- und Wallmüllerplatz, Haupt- und Bahnhofstraße aufzuhängen. Sie werden dann allabendlich in der frühen Dunkelheit heimelig warmes Licht auf die Straßen und Plätze werfen und so zumindest ein bisschen Vorweihnachtsflair verbreiten.


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Eher düster sieht es unterdessen mit dem erhofften Aufstellen einzelner Marktstände in der Stadtmitte aus, die als kleiner Ersatz für den Weihnachtsmarkt dienen sollten. "Wir haben den Anbietern Standorte auf Wallmüller- und Rathausplatz, in der Bahnhofstraße und am Schloss angeboten, aber die Rückmeldung ist sehr verhalten", bedauert Touristinfo-Leiterin Stefanie Grucza. Bisher gebe es nur eine feste Zusage.

Handwerksstände kaum möglich

Erhofft habe man sich vor allem Essens- und Getränkestände, wenngleich noch unklar sei, ob auch Alkohol ausgeschenkt werden darf. Buden mit Handwerkserzeugnissen und Weihnachtsdeko seien dagegen problematisch, da deren Betreiber für den freien Verkauf außerhalb eines Marktes eine Reisegewerbekarte bräuchten – was ein erheblicher bürokratischer Aufwand wäre und die Einnahmen schmälern würde.

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"Wir hoffen noch auf Lockerungen aus dem Landratsamt", so Gruzca. Anders als im benachbarten Weißenburg hätten die örtlichen Gastronomen ebenfalls kaum Interesse an einem vorweihnachtlichen Verkauf vor den Lokalen bekundet.

Zu wenig "Durchsatz"

Die eigentliche Schlossweihnacht rund um das Stadtschloss hatte Treuchtlingen als einen der letzten Weihnachtsmärkte in der Region vor zwei Wochen abgesagt, nachdem es auch mit einem ausgeklügelten Infektionsschutzkonzept samt Besucherobergrenze und "Einbahnverkehr" kaum Aussicht auf eine Genehmigung gab. Zudem war bei den angefragten Fieranten die Skepsis groß, ob sich der Standbetrieb lohnen werde, wenn nur maximal 200 Besucher gleichzeitig das Marktgelände betreten dürften. Wenn sich von diesen dann noch die Hälfte länger dort aufhalte, sei der "Durchsatz" zu gering.


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Irritierend findet es Stefanie Grucza, dass von Seiten der Staatsregierung rund einen Monat nach dessen Ankündigung immer noch kein Corona-Konzept für Weihnachtsmärkte vorliege. Unter dem Strich ist die Straßenbeleuchtung damit vorerst das einzige sichtbare Zeichen der Vorweihnachtszeit in Treuchtlingen. "Wir geben aber noch alles, damit sich das ändert", verspricht Stefanie Grucza.

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