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Samstag, 20.04.2019

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Windischhausen: Debatten um Defi, Dellen und DSL

Straßen, Leitungen und die Lebensrettung waren Themen der Bürgerversammlung - 13.04.2019 06:04 Uhr

Ähnlich wie hier an der Trafostation in Schlittenhart könnten künftig auch in Windischhausen und Heumödern öffentlich zugängliche Defibrillatoren zur Herz-Lungen-Wiederbelebung angebracht werden. © Patrick Shaw


Von den 154 Einwohnern Windischhausens (Vorjahr: 151) und 57 Bürgern Heumöderns (60) wollten bei der diesjährigen Bürgerversammlung nicht einmal 20 hören, was sich in Dorf und Stadt so alles tut. So informierte Windischhausens Ortssprecher Hans König über Putzschäden im Leichenhaus und die Einstellung eines neuen Wasserwarts, mit dem der Zweckverband "für die nächsten Jahre sehr gut aufgestellt" sei. Zudem bemängelte er den Zustand des Wegs zwischen der Untermühle und Wettelsheim.

Bürgermeister Werner Baum, zugleich Vorsitzender der ILE-Region Altmühltal, räumte ein, dass sich in Sachen Wirtschaftswege "derzeit nichts tut". Die Wege an der Untermühle und von Windischhausen zum Auernheimer Sportplatz seien als "Kernwegenetz"-Projekte vorgeschlagen, die Mittel aber schon bis Ende 2020 verbraucht. Auch ohne Zuschüsse wolle die Stadt jedoch die Feld- und Wirtschaftswege dort erhalten, wo sie mangels Bewirtschaftung kaum noch gepflegt werden.

Solarpark: Verhandlungen laufen

Ebenfalls nicht viel sagen konnte das Stadtoberhaupt zum geplanten Solarpark am Holzberg nördlich von Windischhausen. Die Anträge für das 20 Hektar große Photovoltaik-Areal mit rund 13 Megawatt Nennleistung (etwa der Verbrauch einer Kleinstadt) seien gestellt, aktuell gehe es um die Ausgleichsflächen. "Die Stadt hat sie nicht, die Planer können sie aber überall zukaufen, sogar in anderen Bundesländern", so Baum. Außerdem werde noch über die Abführung des Stroms verhandelt, die wohl der Nürnberger N-Ergie-Konzern übernehme, weil die Leitungskapazitäten der Stadtwerke nicht reichen.

Mit letzteren hatte auch der Vorsitzende des Nahwärmeverbunds ein Hühnchen zu rupfen. Kürzlich hätten die Stadtwerke eine DSL-Leitung zu einem Privathaus verlegt, ohne an den gleichzeitig möglichen Wärmeanschluss zu denken. "Sie haben völlig Recht, das hätte nicht passieren dürfen", stimmte ihm Stadtwerke-Chef Max Filser zu. Nach etlichen Mitarbeiterwechseln, die vermutlich zu der Kommunikationspanne geführt hätten, werde man sich künftig um eine engere Zusammenarbeit mit den Ortsausschüssen bemühen.

Bedenken wegen des Maibaums

Im Namen der Feuerwehr der beiden Orte bedankte sich Vorsitzender Klaus Ziegler für den neuen Telefonanschluss im Gerätehaus, den die Stadt und die Firma Felkatec "nach einiger Diskussion" kostenlos verlegt hätten. Bauchgrimmen hat Ziegler indes nach dem Unglück im nahen Wettelsheim in Sachen Maibaum-Aufstellen. Auf der Vorrichtung im Dorf stehe, dass dies nur mit "Schwalben" (Stangen) zulässig sei, die Feuerwehr benutze aber Hebezeug und Seilwinde. Der Bürgermeister versprach Klärung, wobei es wohl nur darum gehe, die Stangen zur seitlichen Stabilisierung einzusetzen. "Hauptverantwortung und Versicherungsschutz liegen bei der Stadt", so Baum.

Lebensrettend könnte auch die Anschaffung von zwei öffentlich zugänglichen Defibrillatoren sein – je einer für Windischhausen und für Heumödern. Die Stadt werde die Dörfer bei der Anschaffung unterstützen und hoffe wiederum auf Spenden der örtlichen Banken, erklärte Baum.

Knatternde Gefahr im Wald

Besorgt äußerte sich ein Dorfbewohner über die vielen Motocrossfahrer: "Da steht man im Wald, und plötzlich knattert es neben einem." Ebenso um die Sicherheit geht es bei einer Kinder-Warnmarkierung in Unterheumödern, die sich Ortssprecher Ludwig Hüttinger wünscht.

Abschließend bedankte sich Hans König bei den Vereinen beider Dörfer für den guten Zusammenhalt. Etwas befremdet zeigte er sich von der Verwahrlosung eines Privatanwesens im Umfeld der Kirche, das die Besitzer seit Jahren verfallen ließen. Für Samstag, 13. April, rief er die Dorfbewohner zur Aktion "Sauberes Dorf" auf (Treffpunkt: 9.30 Uhr am Feuerwehrhaus). 

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