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Wolferstadt: Großeinsatz unter besonderen Umständen

Von dem Scheunenbrand in Wolferstadt werden die Feuerwehren beim Wemdinger Stadtfest überrascht. - 02.06.2019 13:33 Uhr

Vom Dachstuhl der Scheune in der Dorfmitte von Wolferstadt lässt das Feuer nur ein verkohltes Skelett stehen. Auch die Feuerwehren aus den mittelfränkischen Nachbargemeinden Polsingen und Treuchtlingen helfen beim Löschen. © Wolfgang Widemann


Ein Wolferstadter Bürger bemerkt die Rauchsäule als erster, die am Freitagabend gegen 21 Uhr mitten im Dorf aus einem landwirtschaftlichen Anwesen aufsteigt. In einem großen Stadel lodern bereits die Flammen. Sofort löst der Mann bei der direkt benachbarten Gemeindeverwaltung die Sirene aus und klingelt an der Haustür des Anwesens. Dessen Bewohner haben von dem Feuer noch gar nichts mitbekommen.

Wie die Donauwörther Zeitung berichtet, eilen rund 130 Einsatzkräfte aus drei Regierungsbezirken zu dem Brand, darunter die Feuerwehren aus Wolferstadt, Hagau und Zwerchstraß sowie aus dem benachbarten Treuchtlingen, Polsingen, Döckingen, Otting, Weilheim und Wemding. Auch das Treuchtlinger Rote Kreuz stellt einen Rettungswagen, der aber nicht benötigt wird. Polizei und Notarzt sind ebenfalls vor Ort.

Als die Helfer eintreffen, brennt die rund 300 Quadratmeter große Scheune bereits lichterloh. Viele der Feuerwehrler kommen direkt vom Stadtfest im benachbarten Wemding, der Wolferstadter Kommandant Hubert Gehring erfährt dort per Handy von dem Brand und eilt sofort zurück. Auch Wolferstadts zweiter Bürgermeister Markus Deffner bricht den Festbesuch umgehend ab. Die Wemdinger Wehr rückt aus einer Halle im Industriegebiet aus, die sie erst vor eineinhalb Wochen wegen des Stadtfests als provisorische Unterkunft bezogen hat.

Ausreichend Waser dank Güllegrube

In Wolferstadt ist rasches Handeln angesagt. Die Scheune befindet sich im Dorfzentrum, dicht umher stehen andere Gebäude, darunter der Dorfladen. Die Löschmannschaften konzentrieren sich auf den Schutz des an den Stadel angebauten Wohnhauses, was gelingt. Hilfreich ist dabei, dass die Gemeinde direkt vor dem Anwesen eine alte Güllegrube gepachtet hat, die als Wasserreserve dient. Zudem ist in der Scheune nur Brennholz gelagert, allerdings wird ein Traktor zum Raub der Flammen.

An den Löscharbeiten beteiligt sind auch die Drehleitern der Feuerwehren aus Wemding und Treuchtlingen. Mit ihrer Hilfe gelingt es, das Feuer nach etwa einer Dreiviertelstunde zu bändigen. Gegen 23.30 Uhr kann der Einsatz beendet werden.

Die Ursache für den Brand ist zunächst unklar. Wahrscheinlichster Grund scheint ein technischer Defekt zu sein. Die Kriminalpolizei aus Dillingen ermittelt. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 250 000 Euro. Auf dem Dach des Stadels war eine große Fotovoltaikanlage montiert, die ebenso wie das Gebäude völlig zerstört wird. Das Gebäude ist akut einsturzgefährdet, am Samstag wurde deshalb mit einem Bagger der verkohlte Dachstuhl abgetragen.

Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.

 

tk / Wolfgang Widemann E-Mail

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