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Züge unter Dampf und mit Treuchtlingens Namen

"150 Jahre Eisenbahn in Treuchtlingen": Sonne, Zugtaufe und viele Gäste zum Jubiläm - 29.09.2019 18:17 Uhr

Schnaufend, mit einer großen Rauchwolke und unter den Augen hunderter Schaulustiger setzt sich die historische Dampflok S3/6 3673 „Stolz der Bayern“ im Treuchtlinger Bahnhof in Bewegung. Die Lok aus dem Jahr 1918 zog einst Luxuszüge wie den Orientexpress – diesmal ging es allerdings „nur“ durchs schöne Altmühltal. © Patrick Shaw


Zum Geburtstag gibt es Geschenke. Zum Treuchtlinger Eisenbahn-Geburtstag hatte die DB Regio gleich einen ganzen Zug mitgebracht. Den nagelneuen Doppelstöcker der Baureihe ET 445 mit der Nummer 445084 tauften die Geistlichen Jana Menke und Konrad Bayerle zum Auftakt des Jubiläumsfests auf den Namen "Treuchtlingen".

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150 Jahre Eisenbahn in Treuchtlingen - Das Jubiläumsfest

„Treuchtlingen ist so recht ein Kind der Eisenbahn und mit der Eisenbahn gewachsen und groß geworden.“ Mit diesem Zitat des einstigen bayerischen Verkehrsministers Heinrich Ritter von Frauendorfer aus dem Jahr 1906 eröffnete Bürgermeister Werner Baum fast exakt 113 Jahre später das große Jubiläumsfest „150 Jahre Eisenbahn in Treuchtlingen“.


Trotzdem hatte Bürgermeister Werner Baum als Gastgeber nicht nur Dank, sondern auch weitere Wünsche im Gepäck. Früher seien im Treuchtlinger Bahnhof jährlich bis zu 200 000 Güterwagen rangiert worden. Heute seien es null. "In Zeiten, in denen zunehmend über die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene gesprochen wird, stünde es Treuchtlingen gut zu Gesicht, dass hier wieder Güterzüge Einzug halten", so der Rathauschef.

Teil 1 unserer Bahn-Serie: Boom und Unzucht: 150 Jahre Bahn in Treuchtlingen

Zu Teil 2 geht es hier: Treuchtlingen um 1900: Bahn-Boom und Bier für Kinder

Das ist freilich vorerst wohl nur ein ferner Traum des ehemaligen Eisenbahners, der in seiner Rede die Historie des nach wie vor überregional bedeutenden Bahnknotenpunkts fast vollständig aus dem Effeff wiedergab. Konkretere Wünsche Baums sind dagegen "wieder getaktete ICE-Verbindungen und mehr Zughalte im Deutschlandtakt".

Mehr Abendverbindungen in Aussicht?

Und zumindest auf letztere konnte ihm Netzmanager Mario Heinrich Hoffnung machen: Über zusätzliche Abendverbindungen verhandle die DB Regio gerade mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. Das freute sicherlich auch EVG-Bereichsleiter Paul Eichinger, der im Namen der in Treuchtlingen aktuell noch rund 60 Bahn-Angestellten sprach (früher waren es zeitweise über 1000).

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150 Jahre Eisenbahn in Treuchtlingen: So fing alles an

Im Herbst 1869 fuhr der erste Zug von Treuchtlingen über Weißenburg nach Pleinfeld. Bau und Eröffnung der Strecke waren insbesondere für das kleine Treuchtlingen ein Meilenstein, der die nächsten 100 Jahre Stadtgeschichte prägen sollte.


Hauptattraktion für die vielen hundert Festbesucher war indes die ziemlich genau 100 Jahre alte Dampflok vom Typ S3/6 "Stolz der Bayern". Dreimal machte sich die "alte Dame", die einst Luxuszüge wie den Orientexpress zog, mit zahlreichen Gästen an Bord schnaufend und rauchend auf den Weg nach Eichstätt und zurück (dezent unterstützt von einer helfenden E-Lok am Zugende).

Die Bahn in Treuchtlingen, Teil 3: Treuchtlingen um 1900: Bahn-Boom und Bier für Kinder

Und Teil 4 unserer Bahn-Serie: Treuchtlingen: Von der Eisenbahn- zur Altmühlstadt

Rund um den Bahnhof war derweil eine kleine Budenstadt mit Informationen, Sammlerstücken, Musik und Imbissen geboten. Es gab Führungen durchs Stellwerk, Fahrten mit Mini-Zug, Park- und Dorfexpress sowie eine kleine Ausstellung mit historischen Fotos und Kunstwerken der Kindergartenkinder im ehemaligen Bahnhofslokal. Wer tiefer in die Geschichte der Eisenbahnerstadt eintauchen wollte, war zudem im Volkskundemuseum richtig.

 

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