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Trotz steigender Corona-Zahlen: Hunderte Intensivbetten sind frei

Kapazitäten können bei Bedarf erhöht werden - 29.10.2020 12:38 Uhr

In vielen Krankenhäusern kann die Zahl der Intensivbetten mit Beatmungsgeräten erhöht werden.

19.10.2020 © Roland Weihrauch, dpa


Das Bayerische Gesundheitsministerium versichert, dass aktuell ausreichend Intensivbetten in Bayern zur Verfügung stünden. Am Dienstag gab es 675 freie Intensivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit. 114 Corona-Patienten wurden beatmet. Vor einigen Wochen waren es 60 gewesen.

Bei Bedarf kann die Zahl der Intensivbetten auf 1000 erhöht werden. "Die Auslastung der Krankenhauskapazitäten wird tagesaktuell überwacht", heißt es aus dem Ministerium. Kommt es in einigen Regionen zu Engpässen werden diese so schnell erkannt und Patienten können verlegt werden.

Nur noch im Notfall Operationen

Im Erlanger Uniklinikum ist die Auslastung "derzeit moderat", heißt es. Im Krankenhaus gibt es aktuell 104 Intensivbetten, die auch für schwer verletzte Patienten gedacht sind. 83 Betten sind derzeit belegt, drei mit Covid-19-Patienten. Man sei auf die Aufnahme einer größeren Anzahl an Covid-19-Patienten so gut es geht vorbereitet, erklärt der Sprecher der Uniklinik.

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Konkret bedeutet dies, dass die Klinik innerhalb weniger Tage die Zahl der Intensivbetten auf bis zu 200 aufstocken könnte. Bis zu 150 Patienten könnten dann beatmet werden. Ein Viertel der Betten würde für andere Notfälle vorgehalten. Der Sprecher weist darauf hin, dass bei der Erhöhung der Intensivbetten kein normaler Klinikbetrieb mehr möglich wäre. So könnten nur noch im Notfall Operationen und überlebenswichtige Behandlungen durchgeführt werden, weil sich die verfügbaren Fachkräfte auf die intensivmedizinische Behandlung der Covid-19-Patienten konzentrieren.

Nürnberg sieht sich "gut gerüstet"

Am Klinikum Nürnberg werden momentan 41 Patienten behandelt, die an Covid-19 erkrankt sind. Sieben von ihnen liegen auf der Intensivstation, sechs müssen beatmet werden. Das Klinikum sieht sich mit Blick auf die zweite Welle „gut gerüstet“. Zusätzliche Intensivbettplätze könnten „rasch“ geschaffen werden. „Das Hochfahren der Kapazitäten folgt einem Stufenkonzept, in dem sichergestellt ist, dass nach Bedarf mehr Räume, Personal und apparative Ressourcen bereitgestellt werden können“, erklärte eine Sprecherin gestern.


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„Bundesweite Rechenmodelle rechnen mit sehr hohen Zahlen für den Dezember“, sagt Oberarzt Dr. Stefan John, Leiter des Funktionsbereichs Intensivmedizin an der Klinik für Innere Medizin 8, Schwerpunkt Kardiologie. Er betonte, dass das Alter der Patienten entscheidend sei. Jene über 60 würden schwerer erkranken und länger intensivpflichtig bleiben. Es sei daher nicht allein die Zahl der Infizierten entscheidend, sondern auch das Alter der betroffenen Personen.

Es braucht ausreichend Personal

Im Klinikum Fürth werden gerade zwölf Patienten, die an dem neuartigen Corona-Virus erkrankt sind, behandelt, teils wegen anderer Beschwerden. Auf der Intensivstation liegt aktuell ein weiterer Patient. Im Fall der Fälle könnten zunächst 32 Patienten beatmet werden, im "Eskalationsfall" könnte die Zahl der Intensivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit verdoppelt werden. Es bleibt jedoch ein großes Aber: Denn für die Behandlung der Patienten muss ausreichend Personal zur Verfügung stehen.

Muss das Klinik-Personal mehr Patienten auf der Intensivstationen betreuen, fehlt es an anderer Stelle. So können nur noch sehr dringende Operationen durchgeführt werden.

28.10.2020 © Kabel Eins, dpa


In der Region betreibt Diakoneo mehrere Kliniken - darunter die Klinik Hallerwiese in Nürnberg oder das Krankenhaus Schwabach. An allen Standorten befinden sich Intensivbetten. Wie viele es insgesamt will, will Diakoneo nicht mitteilen. Nur so viel: Derzeit liegt kein einziger Covid-19-Patient auf der Intensivstation.

Fast 49 Prozent mussten beatmet werden

In Deutschland versucht die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin täglich einen Überblick darüber zu geben, wie viele Patienten mit Covid-19 in Deutschland versorgt werden. Dabei ist sie auf die Meldungen aus den Krankenhäusern angewiesen. Demnach wurden am Mittwoch 1574 Menschen behandelt, die an Covid-19 erkrankt waren. Fast 49 Prozent mussten davon beatmet werden.


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