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Uffenheimer Landwirtschaftsschule bleibt - Es trifft Ansbach

Aufwertung in der Bezirkshauptstadt? Noch ist die Zukunft unklar - 09.07.2020 19:53 Uhr

Für ein paar Stunden stand das Aus der Uffenheimer Landwirtschaftsschule schon fest, dann intervenierten die regionalen Politiker. Jetzt bleibt sie doch geöffnet.

© Foto: AELF


Am Dienstag hatte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) verkündet, der Standort in Uffenheim müsse seinen landwirtschaftlichen Schulbetrieb einstellen. Hintergrund: Bayern bildet den landwirtschaftlichen Nachwuchs derzeit an 27 Standorten aus. Seit Jahren sinken aber die Schülerzahlen. Zuletzt meldeten sich nur noch rund 400 Interessierte. Im Schnitt sind das nicht einmal mehr 15 Schüler pro Schule.

Das Land schließt deshalb an sieben Standorten den landwirtschaftlichen Zweig. Andere Abteilungen wie die Hauswirtschaftslehre bleiben weiter erhalten. Uffenheim hätte es noch dieses Jahr getroffen. In den vergangenen Jahren waren die Anmeldungen hier so niedrig gewesen, dass ganze Jahrgänge ausfallen mussten.
Dass es nun anders kommt, verdanken die Uffenheimer vor allem den örtlichen Politikern.

Ohnehin Aufwertung in Ansbach?

Das Landwirtschaftsministerium bestätigte auf Nachfrage, dass sich vor allem "die politischen Vertreter im Bezirk Mittelfranken mehrheitlich für den Schulstandort Uffenheim ausgesprochen" hätten. Im Gegenzug plädierten sie dafür, am Standort Ansbach "auf eine Landwirtschaftsschule zu verzichten"." Ansbach, so das Hauptargument, sei ohnehin eher städtisch, Uffenheim dagegen ländlich geprägt.

Im Hintergrund schwingt allerdings auch die Überlegung mit, dass Ansbach in den kommenden Jahren ohnehin weiter aufgewertet wird. So soll der Bayerische Verwaltungsgerichtshof komplett von München nach Ansbach umziehen. Vier Senate tagen dort bereits. Die anderen 24 sollen nun folgen, so hat es die Staatsregierung bei ihrem jüngsten Paket zur Behördenverlagerung beschlossen.

Mitarbeiter wechseln nach Ansbach

Auch wenn sich Richterverbände mit aller Macht dagegen wehren, stellt sich VGH-Präsidentin Andrea Breit hinter die Umzugspläne. Ansbach sei "eine reizende Stadt", die in ein schiefes Licht gerate, sagte sie unlängst. Außerdem stehe bislang kein Zeitplan fest. Noch ist nicht einmal ganz sicher, wo das Gericht in Ansbach überhaupt unterkommen kann. Derzeit arbeiten dort 13 Richter, und das bereits seit 1995. Mit dem Umzug werden weitere 120 Mitarbeiter und Richter des Verwaltungsgerichtshofs nach Ansbach wechseln. Dazu kommen noch einmal 40 Stellen bei der Landesanwaltschaft, die ebenfalls mit umziehen soll.

Deshalb also halten die regionalen Politiker die Landwirtschaftsschule am Standort Ansbach eher für verzichtbar als die in Uffenheim. Umgekehrt ist der Schwenk ein wichtiges Signal für Uffenheim, das als Standort für die Landwirtschaftsschule damit auf absehbare Zeit gesichert bleibt. Das Landwirtschaftsministerium kann mit beiden Varianten leben. So oder so werden sieben Schulen im Land geschlossen.

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