US-Armee schickt zusätzliche Soldaten in die Region

7.9.2018, 17:55 Uhr
In der Region ist die US-Armee unter anderem in Grafenwöhr und Katterbach stationiert. Ob die Stützpunkte aufgestockt werden, ist unklar.

In der Region ist die US-Armee unter anderem in Grafenwöhr und Katterbach stationiert. Ob die Stützpunkte aufgestockt werden, ist unklar. © U.S. Army/Seth Plagenza

Die US-Streitkräfte verlegen ungeachtet des Streits um Militärausgaben in der Nato 1500 zusätzliche Soldaten nach Deutschland. Diese sollten "für die Stärkung der Nato und der europäischen Sicherheit im Einsatz sein", teilte US-Botschafter Richard Grenell am Freitag in Berlin mit. Derzeit sind etwa 33.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert.

Die Stationierung der zusätzlichen Kräfte sowie ihrer Familien soll nun in diesem Jahr beginnen und bis 2020 abgeschlossen sein. Sie werden dem Vernehmen nach in zwei Bundesländer verlegt: nach Grafenwöhr, Katterbach und Hohenfels (Bayern) sowie nach Kaiserslautern und Baumholder (Rheinland-Pfalz). Genaue Zahlen mit Blick auf Franken und die Oberpfalz nannte der Botschafter zunächst aber nicht. 

Erst im vergangenen Jahr stockte das US-Verteidigungsministerium im fränkischen Katterbach auf. 2600 zusätzliche Kräfte berief das Militär in den kleinen Ort, stärkte so seine Hubschrauber-Einheiten. Anwohner, angeführt von der Initiative "Etz langt's" protestierten dagegen. Besonders der Lärm der Helikopter, die immer wieder zu Übungen ausrücken, ist ihnen ein Dorn im Auge. 

"Ein Zeichen der Vitalität" 

Äußerungen von US-Präsident Donald Trump hatten zuletzt Fragen zur künftigen Rolle der USA in der Nato aufgeworfen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen begrüßte die Verlegung zusätzlicher Kräfte. "Die US-Entscheidung, die militärische Präsenz bei uns in Deutschland zu verstärken, ist ein willkommenes Zeichen für die Vitalität der transatlantischen Beziehungen", erklärte die CDU-Politikerin in Berlin. "Und sie ist auch ein Bekenntnis zur gemeinsamen Sicherheit."

Trump hatte beim Nato-Gipfel im Juli in Brüssel mit einem Alleingang in Verteidigungsfragen gedroht, sollten die Bündnispartner ihre Verteidigungsausgaben nicht erhöhen. Offen ließ er allerdings, wie das konkret aussehen könnte. Theoretisch denkbar wäre in einem solchen Fall eine Reduzierung des Nato-Engagements der USA – zum Beispiel, indem sie zur Abschreckung Russlands in Europa stationierte Truppen zurückziehen. Nach einer Krisensitzung bei dem Gipfel hatte Trump allerdings zugesichert, weiter zur Nato zu stehen.

Spekulationen um Truppenabzug

"Diese zusätzlich dauerhaft stationierten Mitglieder der US-Streitkräfte werden mit ihren Familien nach Deutschland kommen und hier für die Stärkung der Nato und der europäischen Sicherheit im Einsatz sein", erklärte Grenell. "Die Amerikanerinnen und Amerikaner sind entschlossen, das transatlantische Bündnis zu stärken, und Präsident Trumps Zusage, die Verteidigungsfähigkeit der Vereinigten Staaten zu erhöhen, trägt erheblich dazu bei", teilte er mit.

Das US-Verteidigungsministerium hatte jüngst schon einen Bericht zurückgewiesen, in dem über Überlegungen zu einem US-Truppenabzug aus Deutschland spekuliert wurde. 

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