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Verbot von Großveranstaltungen : Event-Szene in Nürnberg geschockt

Eventfirmen und Schausteller sind davon stark betroffen - 19.06.2020 16:26 Uhr

Die 2. Fußball-Bundesliga soll eigentlich Ende Juli in die neue Saison starten, im August will die Handball-Bundesliga loslegen, im September würden normalerweise Eishockey und Basketball folgen. Mit einem regulären Start vor ausverkauften Rängen haben die Verantwortlichen ohnehin nicht gerechnet, die Bundesligisten in der Region planen schon länger mit zahlreichen verschiedenen Szenarien.

Hoffnung auf Fans in im Stadion

Komplett auf Publikum zu verzichten könnte sich über einen längeren Zeitraum nicht einmal der Fußball leisten. Am Wochenende hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betont, dass es "wünschenswert" wäre, "wenn zumindest wieder einige Tausend Fans in die Stadien dürften". Mehr als diese schöne Hoffnung gäbe es nicht, heißt es beim 1. FC Nürnberg, dass Herrmanns Wunsch umgesetzt wird, dafür gibt es bisher "keine belastbaren Informationen".


Auch Vertreter der Hallensportarten machen sich dafür stark, mit Hilfe von Hygienekonzepten den Betrieb schrittweise hochzufahren. Ohne Zuschauereinnahmen rentiert sich der Spielbetrieb für die Ice Tigers, den HC Erlangen oder die Falcons nicht. Durch personalisierte Tickets könnten Infektionsketten relativ leicht nachvollzogen werden. "Wir können das im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen gewährleisten", sagt René Selke.


Vorsichtiger Optimismus nach Corona-Lockerungen für Sportler


Der Geschäftsführer der Erlanger Handballer ist "sehr, sehr optimistisch", dass sein Verein pünktlich und mit Fans im Rücken in die nächste Spielzeit starten darf. Die "Signale der Politik" seien eindeutig, sagt er; wie viele Zuschauer zu Beginn tatsächlich in die Arena dürfen, darüber lässt sich nur spekulieren.

Beim Concertbüro Franken (CBF), das einen großen Teil der Rock- und Pop-Konzerte im Großraum veranstaltet, gibt man sich aktuell gelassen und wartet die weiteren Entwicklungen ab. "Es muss eine Perspektive her, dass wir wieder normal veranstalten können, sonst macht das alles keinen Sinn", sagt Betreiber Axel Ballreich. "Den Hirsch für nur 100 oder 150 Besucher zu öffnen, das rechnet sich nicht. Das wäre nicht mal Geld wechseln, und nur als Beschäftigungstherapie fürs Personal können wir uns das leider nicht leisten."

Das Staatstheater Nürnberg wird am kommenden Donnerstag sein Spielzeitprogramm veröffentlichen und auf die neue Regelung eingehen. Alle Abonnements werden für die Saison 2020/21 ausgesetzt.

Viele Absagen - Ob wohl das Christkind kommt?

Nur für den Christkindlesmarkt besteht Hoffnung. Klassik Open Air, Altstadtfest und Häfalasmarkt, Norisring oder Trempelmarkt dagegen sind in Nürnberg für dieses Jahr abgesagt. Und auch auf das Herbstvolksfest in gewohnter Form werden die Menschen wohl verzichten müssen. "Wir können diese Entscheidung nicht mehr nachvollziehen, wir fühlen uns vom Freistaat im Stich gelassen", erklärt Lorenz Kalb, Vorsitzender des Süddeutschen Schaustellerverbandes.

Wie könne es sein, dass Messen stattfinden können oder Passanten in vollen Fußgängerzonen unterwegs sind, aber das Herbstvolksfest nicht über die Bühne gehen darf? "Wir verzichten auf ein großes Zelt und auf Partys, wir haben ein umfangreiches Konzept mit strengen Hygiene- und Abstandsregeln entwickelt. Wir sind nicht das Oktoberfest", meint Kalb und kommt zu dem Schluss: "Der Freistaat hat kein Herz für Schausteller."


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Die Schausteller hoffen jetzt auf einen "Freizeitpark" am Dutzendteich als Familienangebot während der Sommerferien. Die Stadt Nürnberg hat durchaus Sympathien für ein solches Projekt, aber der Freistaat muss dafür grünes Licht geben. Kalb berichtet von verzweifelten Schaustellerfamilien, die nicht mehr wissen, wie es weitergeht –die letzten Einnahmen stammen von Weihnachtsmärkten. "Wir müssen bislang nur Niederlagen verkraften, uns fehlt jegliche Perspektive", erklärt Kalb hörbar angeschlagen. Der Deutsche Schaustellerverband will das Veranstaltungsverbot deshalb anwaltlich prüfen lassen.

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glo/erl/kw/ja

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