Donnerstag, 22.04.2021

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Vielfältige Arbeit der Integrationslotsinnen gewürdigt

Lage hat sich entspannt - Nur wenige Neuzugänge im Landkreis - 13.11.2018 18:26 Uhr

Die Integrationslotsinnen Kathrin Okafor, Anke Schug und Sonja Schneider-Rasp (v. l.) berichteten über ihr breites Arbeitsspektrum.

13.11.2018 © Harald Munzinger


Zum Stand 24. Oktober hätten 453 Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Wohnungen gelebt, wozu noch 106 anerkannte Flüchtlinge kämen, die berechtigt seien, aus Gemeinschafts- oder dezentralen stattlichen Unterkünften auszuziehen. Bei der Suche nach geeigneten Wohnungen würden sie von Richard Eisen aus der Sozialhilfeverwaltung nach wie vor sehr stark unterstützt. Seit 2016 hätten 487 anerkannte Flüchtlinge in insgesamt 132 Wohnungen vermittelt werden können, worauf man im Amt sehr stolz sein könne. Klein dankte zugleich allen Vermietern, die anerkannten Flüchtlingen privaten Wohnraum zur Verfügung stellten. Aktuell sind nach seinem Bericht noch 70 von einst 122 Wohnungen für die staatliche dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen angemietet. Bis zum Jahresende liefen 16 Mietverträge aus, weitere 47 im nächsten Jahr, ließ Klein das Gremium wissen.

Da der Landkreis von der Bezirksregierung angehalten sei, zur Vermeidung von Leerständen "nur bei zwingendem Bedarf auslaufende und geeignete Mietverhältnisse zu verlängern", seien für Flüchtlinge "weiterhin Umzüge nicht zu vermeiden". Dabei sei man bemüht, diese so verträglich zu gestalten und die betroffenen Personen in ihren Wohnorten zu belassen, was allerdings aufgrund von Familiengrößen und Staatszugehörigkeiten und des vorhandenen Wohnraumes nicht immer möglich sei. Der Sozialamtsleiter appellierte in diesem Zusammenhang an die ehrenamtlichen Helfer und sonstigen Beteiligten, "Verständnis für eventuelle Umzüge aufzubringen".

Integrationslotsinnen erfahren hohe Anerkennung

Landkreis und Kreisstadt stehen in diesem von der Regierung von Mittelfranken eigens dafür errichteten Gebäudekomplex in Neustadt Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge zur Verfügung.

13.11.2018


"Großer Dank" an Unterstützerkreise Trotz der geringen Zugänge sei die Hilfe der Landkreisbürger für die Integration der Flüchtlinge zwingend notwendig, erklärte Richard Klein, verbunden mit seinem "großen Dank" an die zahlreichen Unterstützerkreise und ehrenamtlichen Helfer im Landkreis: "Ohne diese wäre die Betreuung und Integration der Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlinge nicht möglich".

Zwei Drittel der Asylsuchenden befinden sich nach Kleins Feststellung im Klageverfahren, das angesichts der Überlastung der Gerichte zwei bis drei Jahre dauern kann. Dass sich derzeit im Landkreis überwiegend Iraker und Iraner alleinstehend oder in Familien – "alles querbeet" - aufhielten, ließ Richard Eisen auf Anfrage aus dem Ausschuss wissen. Über ihre Arbeit berichteten die Integrationslotsinnen Anke Schug, Kathrin Okafor und Sonja Schneider-Rasp und erfuhren für diese von Landrat Walter Schneider sowie Ausschussmitgliedern hohe Anerkennung. Diese galt diversen Veranstaltungen für MigrantInnen und Einheimischen in Kooperation mit Organisationen vor Ort, sowie mit Ehrenamtlichen und MigrantInnen am Beispiel von so genannten "Aktenpartys" zur Klärung von Steuerangelegenheiten im Zusammenwirken mit dem Finanzamt Uffenheim.

"Kochen um die Welt“

Ferner nehmen sich die Integrationslotsinnen der "Mieterqualifizierung" und Unterstützung bei der Wohnungssuche oder dem Bewerbungstraining für Geflüchtete an, wobei sie Unterstützung vom Freiwilligen Sozialen Schuljahr erfahren. Großen Helferkreis geschaffen Die Liste der Kooperationspartner reicht von Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bis zur Volkshochschule, von den Beratungsdiensten der Wohlfahrtsverbände oder Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft bis zur Schuldnerberatung. Die Integrationslotsinnen freuten sich über einen schon großen Helferkreis und Angebote vom "Frauencafé in Uffenheim als Begegnungsort mit Informationen über Frauenthemen über eine Initiative im Raum Markt Erlbach-Trautskirchen über das Erleben der Natur beim Imkern oder Angeln die Sprache zu erlernen, bis zu Spiel- und Basteltreffen für Kinder in der Bad Windsheimer "Schneiderscheune" oder dem Neustädter "Integrations-StadtGarten".

In Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg interviewten Studierende Geflüchtet in Uffenheim für das "Forschungsprojekt zur Integration im ländlichen Raum, worüber Dr. Stefan Kordel am 27. November bei der nächsten Integrationskonferenz berichten wird. Aktiv wurden die Integrationslotsinnen, unter denen Anke Geiter im Rahmen ihres Masterstudiums ein Integrationskonzept erstellt, auch in der Öffentlichkeitsarbeit und Spendenakquise oder bei der Vermittlung von ehrenamtlichen Sprachkursen, Fahrrädern, Kleidern und Möbeln. Auf einer umfangreichen Liste geplanter Vorhaben finden sich unter anderem "Kochen um die Welt“, der Austausch von "Flüchtlingsgeschichten" in Seniorenkreisen, Fahrrad- und Ferienkurse, ein Gartenprojekt in Bad Windsheim oder "Veranstaltungen zur vorurteilsfreien Bildung und Erziehung".

Harald J. Munzinger

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