Waldbrände und Beobachtungsflüge: Droht Franken die Dürre?

25.4.2020, 18:36 Uhr
In Franken gerieten in den letzten Wochen auffallend viele Waldstücke in Brand.

© Thomas Frey via www.imago-images.de, imago images/Thomas Frey In Franken gerieten in den letzten Wochen auffallend viele Waldstücke in Brand.

Sportstätten und Vereine mussten im Zuge der Corona-Krise ihren Betrieb einstellen - das gilt auch für Luftsportvereine. Wer trotzdem Sportflugzeuge am Himmel entdeckt, braucht aber nicht gleich einen Regelverstoß zu erwarten. Die Piloten könnten nämlich im Dienst der Luftrettungsstaffel unterwegs sein, die an diesem Wochenende auf Beobachtungsflügen über die Region ziehen. Sie halten nach Waldbränden Ausschau, die derzeit verhäuft auftreten. Erst in der Nacht zum Samstag brannte es im Landkreis Lichtenfels, wenige Tage zuvor in der Nähe des Nürnberger Flughafens.


Wegen extremer Trockenheit: Zahlreiche Waldbrände in der Region


© Quelle: Deutscher Wetterdienst

Deshalb hat die Regierung von Mittelfranken gemeinsam mit dem Waldbrandbeauftragten der Bayerischen Forstverwaltung vorbeugend die Beobachtung aus der Luft angeordnet. In den nächsten Tagen werden nämlich hohe Temperaturen erwartet, zudem gab es seit Wochen keine nennenswerten Niederschläge. Die Waldböden sind ausgetrocknet und schon kleinste Funken genügen, um ein Feuer auszulösen. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes verdeutlicht, wie ernst die Lage ist: Am Nürnberger Flughafen liegt der Wert für den Sonntag und Montag bei 4, 5 wäre die Höchststufe. In weiteren Teilen des Landes sieht es ähnlich aus.

Droht jetzt auch noch die Dürre?

Mit anhaltender Trockenheit wächst in ganz Deutschland die Gefahr einer Dürre. "Die letzten beiden Jahre waren außergewöhnlich trocken. Die Böden brauchen nun Regen. Ihre Wasserspeicher sind nur zum Teil wieder aufgefüllt worden", sagte Klimaforscher Mojib Latif, der am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel forscht, der Rhein-Neckar-Zeitung (Samstag). Der Landwirtschaft drohe eine Missernte: "Die Bauern haben aber noch Hoffnung. Wenn es in den kommenden zwei bis drei Wochen kräftig regnet, kann dies den trockenen April ausgleichen."

Auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach hieß es am Samstag: "Die derzeitige Wetterlage erinnert etwas an den Dürresommer 2018." Allerdings werde das derzeitige Hoch zunehmend abgebaut, über dem Westatlantik setze sich ein tiefer Luftdruck fest. "Dabei wird mit einer südwestlichen Strömung ab Dienstag zunehmend feuchte Subtropikluft nach Mitteleuropa geführt, in der es wiederholt zu schauerartigem Regen und auch Gewittern kommt."

Die Menge, die die Landwirtschaft braucht, ist aber zunächst nicht in Sicht: "Abgesehen von einigen lokal kräftigen Gewittergüssen wird aber auch diese Wetterlage zunächst nicht den großen Regen bringen, so dass sich die Dürrelage nur langsam entspannt." Am 29. April will der DWD seine vorläufige Wetterbilanz für den laufenden Monat veröffentlichen.

Trockenheit als Vorbote des Klimawandels

Für den Waldbestand sind nicht nur die Feuer eine Gefahr: "Sollte die Trockenheit anhalten, kann es zu massivem Baumsterben in Deutschland kommen. Das bedroht unsere Ökosysteme und die langfristige Rohstoffgrundlage unserer Industrie. Holzindustrie und Forstwirtschaft sind deshalb extrem besorgt", sagte Denny Ohnesorge, Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie. Bereits in den letzten beiden Jahren hätten die heimischen Wälder unter extrem hohen Temperaturen, Niederschlagsmangel und Schädlingsbefall gelitten.


Waldbrandgefahr in der Region: Darauf sollten Sie achten


"Nach drei Jahren Trockenheit kann man nicht mit Sicherheit vom Klimawandel sprechen", ergänzte Latif. Aber es deute alles auf den Klimawandel hin, wenn man die Trockenheit, die Durchschnitts-Temperaturen und die Niederschläge betrachtet.

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