Wegen Corona: Söder schließt Restaurants und Gartencenter

20.3.2020, 13:43 Uhr
Ministerpräsident Markus Söder kündigt weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus an.

Ministerpräsident Markus Söder kündigt weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus an. © Sven Hoppe, dpa

Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern ab Samstag weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Ministerpräsident Markus Söder sprach auf einer Pressekonferenz am Freitagmittag von "weitreichenden Ausgangsbeschränkungen". So bleiben Restaurants, Cafes und Biergärten ab Mitternacht zunächst für zwei Wochen geschlossen bleiben. Es werde zunächst für die nächsten 14 Tage nur noch "to go, Drive-in und Lieferungen" geben.

Die Beschränkungen gelten auch Betriebe wie Friseure, ebenso Bau- und Gartenmärkte. Es zeige sich, dass sie voller denn je seien, was den eigentlichen Zielen der Maßnahmen diametral entgegen laufe.

Außerdem werden Treffen mehrerer Personen auf öffentlichen Plätzen oder in Grünanlagen untersagt.

Genaues Regelwerk für die Unvernünftigen

"Wir sperren Bayern nicht zu, wir sperren Bayern nicht ein", betonte der Ministerpräsident zwar, aber man fahre das öffentliche Leben in Bayern nahezu vollständig herunter. Dies sei nach Meinung aller Experten die einzige Möglichkeit, um die Ausbreitung des Virus zu verlangen.

Für die Vernünftigen ändere sich nun gar nicht so viel, sagte Söder. Aber für die Unvernünftigen gebe es nun ein genaues Regelwerk.

Ausgangssperre: Polizei in Bereitschaft versetzt

Der Krisenstab hat nach Informationen der Nürnberger Nachrichten auch eine Ausgangssperre schon für dieses Wochenende erwogen, möglicherweise bereits ab Samstag, dann aber zunächst wieder verworfen. Sie bleibe als "ultimativ letzte Möglichkeit" weiter im Blick, heißt es. Das Innenministerium habe deshalb bereits alle Polizeieinheiten ab Sonntag in Bereitschaft versetzt.

Bayern, heißt es weiter, scheue im Moment noch einen Alleingang bei der Ausgangssperre. Sie solle nach Möglichkeit mit den anderen Ländern abgestimmt und koordiniert ausgerufen werden. Gelinge diese Absprache allerdings nicht, werde Bayern vorangehen und notfalls einseitig eine Ausgangssperre ausrufen.

Werden ab Montag auch Betriebe geschlossen?

Söder, heißt es, setze wohl auf die Gesprächsrunde am Sonntag, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten aller Länder das weitere Vorgehen abstimmen will.


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Unklar bleibt, wie weit die Ausgangssperre gehen soll. Es gebe Stimmen im Krisenstab, heißt es, die für einen radikalen Schnitt plädierten, der dann auch den Stillstand für alle Firmen und Betriebe bedeute. Das finde bislang aber keine Mehrheit. Andere Staaten, die den Shutdown bereits vollziehen, lassen weiterhin die Menschen zur Arbeit gehen.


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