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Das Treuchtlinger Museum lockt mit einer Ausstellung zur Schule im Wandel der Zeit

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16.11.2022, 05:55 Uhr
:Im Museum Treuchtlingen wurde die Ausstellung Schulgeschicht(en) am Montagabend feierlich eröffnet. Diese kann man nun ein Jahr lang besichtigen. Foto: Vera Trescher

© Vera Trescher, NN :Im Museum Treuchtlingen wurde die Ausstellung Schulgeschicht(en) am Montagabend feierlich eröffnet. Diese kann man nun ein Jahr lang besichtigen. Foto: Vera Trescher

Die Schulzeit ist eine Zeit, die für die meisten Menschen sehr prägend gewesen ist. Und eine Zeit, die uns alle verbindet: Ein jeder von uns hat Jahre lang die Schulbank gedrückt und das Rechnen gelernt. In einer neuen Sonderausstellung im Treuchtlinger Museum kann man sich nun einen Eindruck davon verschaffen, wie sich die Schule im Laufe der Zeit verändert hat - und in Erinnerungen schwelgen, an die eigene Zeit.

Ausstellung läuft ein Jahr lang

Das Museum Treuchtlingen zeigt ab sofort und noch bis zum 27. Oktober 2023 zahlreiche Exponate, welche den Schulalltag damals und heute illustrieren. "Auch wenn sich die Institution Schule über die Jahrhunderte immer wieder gewandelt hat, in ihrem Kern blieb sie doch immer gleich: in der Vermittlung von Wissen an die nächste Generation", sagt die Leiterin des Museums, Sarah König, dazu.

Das Museum Treuchtlingen lädt ein zu einem Streifzug durch die Entwicklung des Schulwesens von den Anfängen bis in die Gegenwart. Bereits unter der Herrschaft der Pappenheimer in Treuchtlingen festigte sich die institutionelle Bildungs- und Wissensvermittlung mit der Einführung des Volksschulunterrichts im Jahr 1550. Im Königreich Preußen, zu dem Treuchtlingen von 1792 bis 1806 gehörte, wurde der Schulbesuch, der zunächst freiwillig war, verpflichtend.

Schule zu Kriegszeiten

Die Schulpflicht und stetig wachsende Bevölkerungszahlen führten im 19. Jahrhundert zu ganz neuen Herausforderungen für die Stadt. Der Schulraum wurde immer knapper und erschwerend kam hinzu, dass meist zu wenige Lehrer für zu viele Kinder verantwortlich waren.

Lange Zeit war daher das Schulzimmer für die Treuchtlinger Kinder aller Konfessionen im Rathaus untergebracht: evangelische, katholische und jüdische Schülerinnen und Schüler wurden hier gemeinsam unterrichtet.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts reichte der Raum allerdings bereits nicht länger für die mehr als 120 Kinder aus. Neue Schulhäuser wurden daher gesucht, gefunden und eingerichtet.

Schreiben lernen wie früher

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das geprägt war von Krieg, Entbehrungen und Zerstörung, litt auch das Schulwesen und musste mit schier unüberwindbaren Schwierigkeiten kämpfen. Einige Exponate zeugen auch von der Instrumentalisierung des Unterrichts durch die Nationalsozialisten. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erholten sich die Lehrenden und Lernenden und mit ihnen die Institution Schule selbst.

Sinnbild des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg ist sicherlich auch der Neubau der Senefelder-Schule ab den 1970er Jahren, heute die einzige staatliche kooperative Gesamtschule Bayerns. Diesem Thema ist ein eigener Bereich in der Schulausstellung gewidmet.

Geöffnet ist das Museum derzeit zu den regulären Winter-Öffnungszeiten, also von Mittwoch bis Freitag und am Sonntag, jeweils von 13 bis 17 Uhr. Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung am Montag, 14. November. Besucherinnen und Besucher sind nun herzlich eingeladen, vorbeizukommen.

Vorträge und Führungen

Um die Ausstellung ganzheitlich zu erfassen, ist es sicherlich ratsam, an einer Führung teilzunehmen. Hierzu können sich auch Einzelpersonen melden, für die dann ein Sammeltermin gesucht wird (Kontaktdaten zum Museum finden sich am Ende des Berichts).

Es gibt außerdem ein Rahmenprogramm zur Ausstellung: Am 10. Februar und 19. März finden jeweils um 17.30 Uhr Vorträge zum Thema "Von der "Kreidezeit" ins digitale Zeitalter – Die Entwicklung der Lehrmittel durch die Jahrhunderte" statt. Rednerin wird Anna Strübel, Dipl. Museologin, sein. Die Vorträge finden im Museumscafé statt, jeder Zuhörende zahlt 2,50 Euro Eintritt.

Es gibt außerdem vier Workshop-Termine, für all jene, die sich in der alten deutschen Schreibschrift, dem Sütterlin, üben wollen: Jeweils um 15 Uhr, am 11. Dezember 2022, 12. März 2023, dem internationalen Museumstag am 21. Mai und am 10. September (Tag des offenen Denkmals) finden Kurse statt.

Für Schulklassen gibt es besondere Workshops und Führungen zu den Themen "Schiefertafel und Griffel", "Sütterlin schreiben" und "Wie soll meine Schule morgen aussehen?".

Alle Führungen und Workshops sind individuell auch außerhalb der Öffnungszeiten auf Anfrage buchbar. Eine Anmeldung ist möglich unter Telefon 09142/960065 oder per Mail an museum@treuchtlingen.de. Der Treffpunkt für Führungen und Workshops ist immer das Erdgeschoss in der Entdecker-Werkstatt.

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