Kranke Gewächse pflegen

Gartentipp im Dezember: So kommen die Pflanzen gut durch den Winter

Gerhard Durst

4.12.2022, 19:00 Uhr
Der Gemüsegarten im Kreislehrgarten sieht auch im Herbst immer noch prächtig aus. 

© Gerhard Durst, NN Der Gemüsegarten im Kreislehrgarten sieht auch im Herbst immer noch prächtig aus. 

Wer es nach dem eher milden November noch nicht ganz geschafft hat, sollte nun zügig seinen Garten winterfest machen. Sind wirklich alle Wasserleitungen im Garten abgesperrt und entleert? Sind die Wasserbecken leer? Die Veredlungsstellen bei Rosen geschützt? Alle empfindlichen Pflanzen im Winterquartier?

Gut durch den Winter

Im Kreislehrgarten in Weißenburg sind die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen. Es gibt zum Ende der Gartensaison aber draußen im Garten immer noch einiges zu tun, damit alle Pflanzen gut durch den Winter kommen.

Die kurzen Tage und langen Nächte lassen ausreichend Zeit finden, um Ideen zu entwickeln und für das nächste Gartenjahr zu planen.

Die kurzen Tage und langen Nächte lassen ausreichend Zeit finden, um Ideen zu entwickeln und für das nächste Gartenjahr zu planen. © Gerhard Durst, NN

Solange der Boden nicht gefroren ist, kann weiter gepflanzt werden. Wer Streuobst (Hochstämme) pflanzen möchte, hat dank der kürzlich gestarteten Aktion „Streuobst für alle“ die Möglichkeit, über den örtlichen Obst- und Gartenbauverein die Obstbäume sogar kostenlos zu beziehen. Allerdings muss dieser Sammelbestellungen durchführen und diese Aktion vor der Bestellung vom Amt für Ländliche Entwicklung genehmigen lassen. Welche Baumarten und Sorten gefördert werden bzw. zu empfehlen sind, darüber informiert die Kreisfachberatung im Landratsamt.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich in den nächsten Wochen Gedanken zu machen, wo Streuobstbäume gepflanzt werden könnten. „Bei Neupflanzungen auf Streuobstwiesen sind die Wurzeln mit Drahthosen und Wühlmauskörben zu schützen“, rät der Praktische Gartenratgeber der Gartenbauvereine.

Kranke Pflanzen pflegen

„Jetzt sollten nicht nur Pflanzen neu gepflanzt werden, sondern auch kranke Pflanzen gepflegt“, darauf weist Kreisfachberaterin Carola Simm hin. Dazu werden befallene Triebe großzügig zurückgeschnitten. Gesunde Stauden können stehen bleiben. Die oberirdischen Pflanzenteile schützen den Wurzelbereich und damit das Herz der Stauden vor Frost.

Rosenkohl schmeckt am besten, wenn er einmal Frost erlebt hat.

Rosenkohl schmeckt am besten, wenn er einmal Frost erlebt hat. © Gerhard Durst, NN

Ferner weist Simm noch einmal darauf hin, dass alle, die ein Herz für Tiere haben, ihren Garten nicht zu sehr aufräumen sollten. Dazu werden Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen nicht vollständig entsorgt. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten.

Im Gemüsegarten bleiben Kohl, Schwarzwurzeln, Wurzelpetersilie und Feldsalat noch bis zu den ersten Frösten stehen oder werden im Frühjahr geerntet. Der Gartenkalender rät, überwinternde Gemüse wie Feldsalat, Spinat, Lauch, Grün- und Rosenkohl mit Reisig, Vlies oder Lochfolie zu schützen oder einzuschlagen. Chinakohl und Zuckerhut bleiben im kühlen Keller länger haltbar, wenn sie mitsamt Wurzelballen geerntet und in Zeitungspapier eingewickelt werden.

Alarm bei eingerollten Blättern

Der Praktische Gartenratgeber erinnert daran, immergrüne Laubgehölze bei Dauerfrost hinsichtlich ihrer Wasserversorgung zu kontrollieren. Eingerollte Blätter, etwa bei Rhododendron, sind ein Alarmzeichen. Als Gegenmaßnahme gilt, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vorsichtig mit lauwarmem Wasser zu gießen.

Auf den freien Flächen im Gemüsegarten wird Gründünger oder eine Mulchschicht aus Ernterückständen ausgebracht, dann darf der Boden im Nutz- als auch im Ziergarten ruhen. Vielleicht nutzt man die Zeit, um die alle vier bis sechs Jahre empfohlenen Bodenproben zu nehmen und untersuchen zu lassen.

Die Stämme der Obstbäume sind zum Schutz vor Wintersonne zu bedecken oder zu kalken. Die Obstlager sind weiterhin zu kontrollieren, um Ausbreitung von Fäulnis zu unterbinden.

Planen fürs neue Jahr

Will man Neues ausprobieren, gilt es, sich über neue Gemüsesorten zu informieren. Oder sich ganz generell Gedanken für das kommende Gartenjahr zu machen, zum Beispiel eine Anbauplanung erstellen. Vielleicht reift die Absicht, ein Naschbeet für und mit Kindern anzulegen. Da helfen Tipps aus dem Gartenratgeber ebenso wie Gartenbücher und Pflanzenkataloge. Umfangreiches Informationsmaterial und viele Erfolgsrezepte für mehr Artenvielfalt können unter www.vielfaltsmacher.de des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege eingesehen werden.

Immer gilt: den naturnahen „Wintergarten“ genießen! Erst jetzt und besonders bei Reif werden interessante Wuchsformen deutlich. Trockene Frucht- und Blütenstände, die in den Staudenbeeten stehen gelassen wurden, dürfen gerne bewundert werden.