Protest mit Schildern

"Hände weg von unserem Wasser!": Altmühltaler-Kritiker bezogen vor Treuchtlinger Stadthalle Stellung

Lidia Piechulek

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10.3.2023, 11:00 Uhr
Vor der Treuchtlinger Stadthalle demonstrierten etwa ein Dutzend Menschen gegen die Privatisierung des Wassers. Wenig später begann die Veranstaltung in der Stadthalle.   

© Lidia Piechulek, NN Vor der Treuchtlinger Stadthalle demonstrierten etwa ein Dutzend Menschen gegen die Privatisierung des Wassers. Wenig später begann die Veranstaltung in der Stadthalle.  

Einige der Protestierenden dürften dem ein oder anderen Treuchtlinger schon aus Zeiten des Wasserstreits bekannt sein. "Das Wasser ist endlich und dessen muss sich jeder bewusst sein", sagte etwa Dorothee Bucka. Sie würden hier stehen, um darauf aufmerksam zu machen und außerdem gewissermaßen als Advokaten des Wassers auftreten: "Wir sind nur für das Wasser, und nicht gegen etwas."

Schluss mit kostenloser Förderung

"Schäff soll gar kein Wasser mehr kriegen", sagte ein anderer Bürger geradeheraus, der Teil dieser Zusammenkunft war. Gemeint ist die Firma Altmühltaler, die seit dem 1. März offiziell nicht mehr der Treuchtlinger Familie Schäff, sondern der Unternehmensgruppe Aldi Nord gehört.
Es gehe ihnen darum, zu zeigen, dass sie nicht einverstanden sind, dass Konzerne wie Altmühltaler das Wasser bekommen, das allen Bürgern gehört. Bitter stößt den Versammelten auf, dass "Altmühltaler auch noch umsonst Wasser fördern darf".

Diese Bürgerinnen fordern eine Mitsprache der Bürger bei der Verwendung des Wassers und einen schonenderen Umgang.

Diese Bürgerinnen fordern eine Mitsprache der Bürger bei der Verwendung des Wassers und einen schonenderen Umgang. © Lidia Piechulek, NN

Aktuell gibt es in Bayern nämlich keinen sogenannten "Wassercent". Das führt dazu, dass jeder, der einen Privatbrunnen besitzt, und Entnahmerechte genehmigt bekommt, kostenlos Wasser aus unterirdischen Vorkommen fördern kann.

Im eigentlichen Sinne ohne Kosten geschieht dies allerdings auch bei Altmühltaler Mineralbrunnen nicht: Denn dem Konzern entstehen Kosten durch die Gewinnung von Wasser, Verpackung, Personal und anderen Abfüllschritte. Diese Kosten werden über den Verkauf der Wasserflaschen beglichen, wobei ein Gewinn übrig bleibt.

Kundgebung war nicht angemeldet

Die eigentliche Ressource, das Wasser, darf aber im Rahmen der genehmigten Entnahmemengen kostenlos entnommen werden. Dies ist so lange der Fall, bis der Freistaat mit anderen Bundesländern gleichzieht und einen "Wassercent" einführt. Dieser bezeichnet eine landesspezifisch unterschiedlich ausgestaltete Abgabe für die Entnahme, das zu Tage fördern, Ableiten oder vergleichbaren Verwendungen von Grundwasser oder Wasser aus Oberflächengewässern.

Während ein Großteil der Besucherinnen und Besucher - vielleicht auch aufgrund des Regenwetters - relativ schnell an den Protestierenden vorbei und in die Stadthalle ging, kam es am Rande der Versammlung zu einem Polizeieinsatz: Die Treuchtlinger Polizei nahm die Personalien aller Anwesenden auf, um diese zur Prüfung an das Landratsamt weiterzugeben.

Ordentlich angemeldet worden war die Kundgebung offensichtlich nicht, wie Polizeichef Klaus Ziegler mitteilte. Aus den Reihen der Versammelten war zu hören, dass sie ihren Prostest korrekt anmelden wollten, ihnen es aber schwierig bis unmöglich gemacht wurde aufgrund widersprüchlicher Angaben der Stadtverwaltung und des Landratsamts.

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