Mit Kindern über Rassismus sprechen

Wie wollen schwarze Menschen benannt werden? Autorinnen gaben Workshop in Gunzenhausen

17.11.2022, 11:00 Uhr
Die beiden Autorinnen Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar haben mit ihrem Buch ein gesellschaftliches Thema verständlich aufgearbeitet und dazu nun in der Bücherei einen Workshop gegeben.

© Stadt Gunzenhausen, NN Die beiden Autorinnen Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar haben mit ihrem Buch ein gesellschaftliches Thema verständlich aufgearbeitet und dazu nun in der Bücherei einen Workshop gegeben.

Manche fühlen sich verunsichert und fragen sich, was sie wann und in welcher Form "überhaupt noch sagen dürfen". An dieser Stelle setzen die beiden Autorinnen Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar ein, die mit ihrem Buch "Gib mir mal die Hautfarbe - mit Kindern über Rassismus sprechen" ein gesellschaftliches Brandthema verständlich und zeitgerecht aufgearbeitet haben, schreibt die Stadt Gunzenhausen einer Pressemitteilung.

Als schwarze, in den 1980er Jahren geborene Frauen haben sie selbst erlebt, wie unbedarft ihr persönliches Umfeld mit Symboliken und Sprache umgeht, oftmals nicht wissend, wie verletzend ein solches Verhalten für Betroffene sein kann.

Mittlerweile habe die Gesellschaft dazugelernt, allerdings herrsche in großen Teilen Unsicherheit, heißt es weiter. Die Autorinnen wollen aufklären und haben dazu einen Workshop für Eltern, Lehrkräfte und Erzieherinnen sowie Erzieher auf die Beine gestellt. Initiiert von der Buchhandlung am Färberturm waren die beiden in der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen zu Gast.

Wie wollen schwarze Menschen benannt werden?

Was ist normal, in Zeiten, in denen sich Sprache und Gesellschaft schnell, manchmal auch unerwartet wandeln? Benennungen können bei Betroffenen großes Unbehagen auslösen, doch wie wollen schwarze Menschen in Deutschland korrekt benannt werden?

Als farbig, als Person of Colour (PoC), vielleicht als Afro-Deutsch? Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht, betonen die Autorinnen und verweisen darauf, dass "schwarz" der politisch korrekte Begriff ist.

Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik der Stiftung Hensoltshöhe, mit auf eine antirassistische Reise voller Herausforderungen, für die es jedoch keine Patentlösungen gibt.

Rassistische Stereotypen in Kinderspielen

Der Weg ist manchmal anstrengend und macht auch nicht immer Spaß. Noch immer tauchen viele rassistische Stereotypen in Kinderspielen, Geschichten oder Liedern auf und auch längst veraltete Begrifflichkeiten. Es ist jedoch nie zu früh, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen, zu sensibilisieren und Vorurteile abzubauen.

Bücher für Kinder zum Thema Rassismus können in der Stadt- und Schulbücherei ausgeliehen werden.

Bücher für Kinder zum Thema Rassismus können in der Stadt- und Schulbücherei ausgeliehen werden. © Stadt Gunzenhausen, NN

Das Buch "Gib mir mal die Hautfarbe - mit Kindern über Rassismus sprechen" kann in der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen kostenlos ausgeliehen werden (buecherei.gunzenhausen.de).