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Alesheim und die Biodiversität

Was kann auf kommunaler Ebene für die Artenvielfalt getan werden? - 31.08.2019 10:34 Uhr

Bürgermeister Manfred Schuster, Landwirt Martin Goppelt, Gartenbauvereinsvorsitzende Bettina Mutterer, Markus Heinz von den Triesdorfer Lehranstalten, VlF-Vorstand Martin Mutterer und MdL Manuel Westphal machten einen Rundgang durch Alesheim. © Foto: Büro Westphal


Hintergrund ist der Bienenpakt in Altmühlfranken. Der hat sich zum Ziel gesetzt, die Artenvielfalt in der Region zu fördern. Und eine Maßnahme hierbei ist die Biodiversitäts-Kommune. Alesheim hat sich – neben drei weiteren Kommunen – beworben und wurde aufgrund der unterschiedlichen Landschaftsstruktur ausgewählt. Erste Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden oder sind in Planung.

Begleitet wird das Projekt von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf, die bereits ähnliche Schritte in einer Kommune in der Oberpfalz betreuen. "Gemeinsam mit Markus Heinz, Leiter Pflanzenbau bei den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf, haben wir uns für die Gemeinde Alesheim entschieden, da hier aufgrund der unterschiedlichen Landschaftsstrukturen und die Einbindung der Altmühl ein interessantes Profil vorhanden ist", erläuterte CSU-Landtagsabgeordneter Manuel Westphal, der den Bienenpakt im Landkreis initiiert hat. "Auch die Unterstützung durch aktive Landwirte und die Obst- und Gartenbauvereine ist ein ausschlaggebendes Argument für Alesheim."

Von den Alesheimer Erfahrungen können dann auch andere Kommunen profitieren. "An dem Projekt wollen wir einmal mehr aufzeigen, dass beides möglich ist: Biodiversität und Landwirtschaft! Zusätzlich sollen Indikatoren entwickelt werden, die für die Qualität eines regionalen Lebensraumes stehen und messbare Lebensraumstandards definieren", betonte Markus Heinz.

An einer ersten Flurbegehung in Alesheim haben neben Bürgermeister Manfred Schuster auch Landwirte und Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine teilgenommen. Dabei wurden einige Flächen in Alesheim und den Ortsteilen ausgewählt, die für Maßnahmen geeignet erscheinen.

"Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, unsere Kommune insektenfreundlich zu gestalten", führte Bürgermeister Manfred Schuster aus. "Unsere Landwirte haben im vergangenen Jahr bereits einige Blühflächen angelegt. Dies wollen wir nun durch unsere Teilnahme an dem Bienenpakt-Projekt noch ausweiten." Wichtig sei dabei eine gute Öffentlichkeitsarbeit, um alle Bürger mitzunehmen. Schuster: "Wir haben dafür schon verschiedene Ideen, um zum Beispiel über die Obst- und Gartenbauvereine auch Privatgärten miteinzubinden."

Entlang der neuen Ortsverbindungsstraße zwischen Wachenhofen und Theilenhofen wurden in den vergangenen Tagen beispielsweise Blühstreifen angelegt. Vom Obst- und Gartenbauverein Alesheim-Störzelbach wurden auf den Streuobstwiesen rund um den Alesheimer Weiher und in der Nähe der Erdaushubdeponie neue Obstbäume gepflanzt, die die vorhandenen Bestände ergänzen.

"Auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber konnten wir bereits für die Biodiversitäts-Kommune begeistern. Sie hat uns dafür auch ihre Unterstützung zugesagt. Da wir nun in der Praxisphase angekommen sind, werde ich mich noch mal für eine Förderung einsetzen", führte Westphal aus.

Geplant ist außerdem, dass neben den Lehranstalten auch die beiden Partnerhochschulen in Triesdorf und Nürtingen das Projekt wissenschaftlich begleiten. Durch ein Monitoring soll der genaue Nutzen für die Insektenwelt festgestellt werden.

"Mit der Biodiversitäts-Kommune vereinen wir Landwirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Es wäre wünschenswert, dass sich in Zukunft auch andere Kommunen für die Ergebnisse in Alesheim interessieren und die Tätigkeit als Beispiel für eigene Projekte nutzen", hofft der Abgeordnete.

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